Niedertaufkirchen – „Ohne besondere Vorkommnisse“, so lautet die Bilanz der Bürgerversammlung: Ein gut gefüllter Saal im Gasthaus Roßkothen in Stetten, der überwiegend mit männlichen Besuchern besetzt war, ein Referat von Bürgermeister Sebastian Winkler, das keine Fragen offen ließ. Vielleicht gab es deshalb nur eine Nachfrage aus dem Publikum.
Gemeinde
wächst langsam
Bürgermeister Winkler ließ das Jahr 2023 noch einmal Revue passieren und setzte eine erfreuliche Zahlensammlung an den Beginn: So habe es im vergangenen Jahr in der Gemeinde 14 Geburten gegeben, ebenso zehn Eheschließungen. Allerdings sind auch zehn Bürger gestorben. 90 Zuzüge und 86 Wegzüge waren zu verzeichnen, damit hatte Niedertaufkirchen zum Jahresende 1545 Bürger, zwölf mehr als noch im Jahr 2022. Die meisten sind in der Altersgruppe zwischen 41 und 60 Jahren (461), Kinder bis sechs Jahre gibt es 122, auf über 90 Lebensjahre können fünf Einwohner zurückblicken.
Für die jüngsten Einwohner beziehungsweise deren Eltern gab es die Information, dass ab September 2024 erstmals auch Hortplätze im Kindergarten Niedertaufkirchen angeboten werden können – hier gibt es bereits elf Anmeldungen. Zusammen mit 49 Kindern im Kindergarten und 25 Kindern in der Kinderkrippe ist die Kindertagesstätte voll belegt. Winkler würdigte das Team der Einrichtung, „hier wird eine anerkannt gute Arbeit geleistet“, so der Bürgermeister.
Grundstück für
Feuerwehr gesucht
Ab September wird auch der Erweiterungsbau zur Verfügung stehen, der dann die Container-Zwischenlösung überflüssig macht. Der Neubau habe 4,3 Millionen Euro gekostet, dabei rechnet die Gemeinde mit Fördermitteln von 2,29 Millionen Euro. Weil die Fördermittel aber zwischenfinanziert werden müssen, muss die Gemeinde einen Kredit aufnehmen. Allerdings kann der Anteil der Gemeinde aus den Rücklagen finanziert werden.
Noch im „Absichtsstadium“ befindet sich laut Bürgermeister Winkler der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Roßbach, mit dem die Platzprobleme der Wehr gelöst werden könnten. „Seit zwei Jahren suchen wir nach einem passenden Grundstück, leider sind wir noch nicht fündig geworden“, bedauerte Winkler, der alle Aktiven der beiden Gemeindefeuerwehren für ihren Einsatz lobte.
Interessant für potenzielle Bauherren war die Mitteilung des Bürgermeisters, dass er dem Gemeinderat vorschlagen wolle, die vier noch freien Baugrundstücke im Baugebiet Einfeld II zum Verkauf anzubieten. In Sachen „Baumaßnahmen“ verwies der Bürgermeister darauf, dass in den vergangenen Jahren von den insgesamt 32 Kilometern Gemeindestraßen 28 Kilometer ausgebaut und asphaltiert wurden. Im vergangenen Jahr habe man den Ersatzbau des Forst- und Waldweges „Lossinger Straße“ und die Neuerung der Brücke in Lossing umgesetzt. Bei 600000 Euro Kosten habe die Gemeinde über das Amt für Ländliche Entwicklung eine Förderung über 240000 Euro erhalten. „Nicht befriedigend“, so Winkler, sei die Situation beim Breitbandausbau, denn ein Antrag der Gemeinde auf Unterstützung sei abgelehnt worden, was vor allem für die 480 förderfähigen Adressen enttäuschend sei. Jetzt hat die Gemeinde einen neuen Versuch gestartet, „wir hoffen jetzt auf einen Erfolg, damit, wenn auch mit Verspätung, der Gigabitausbau in jedem Haus realisiert werden kann“, unterstrich Sebastian Winkler.
Gemeinde muss
sparsam haushalten
Für das neue Jahr hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen: Neben den notwendigen Straßenbaumaßnahmen stehen Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten an den öffentlichen Gebäuden wie Schule, Mehrzweckhalle, Kindergarten, Bauhof und an der Wasserversorgung an. Fertiggestellt werden soll auch die Verlegung des Bolzplatzes. Die Erweiterung der Kindertagesstätte stelle, so der Bürgermeister, auch 2024 die größte finanzielle Herausforderung dar.
Winkler machte abschließend deutlich, dass man sich aufgrund der aktuellen finanziellen Situation „in erster Linie auf Pflichtaufgaben konzentrieren muss“. Geschäftsleiter Georg Wagenbauer konnte diese Aussage mit den aktuellen Finanzahlen der Gemeinde „unterfüttern“. Der Haushaltsplan für 2024 sei gerade am Fertigwerden, klar sei aber, dass die Gemeinde 133326 Euro Schulden hat, die Rücklagen liegen bei rund 2,2 Millionen Euro. Alle Pflichtaufgaben können somit erledigt werden, eine Investition wie die Kindertagesstätte sei aber für die Gemeinde ein „großer Brocken“.
Landrat Max Heimerl schilderte die aktuellen finanziellen Probleme des Landkreises. Ihm sei bewusst, dass die steigende Kreisumlage keine Begeisterung in den Rathäusern auslösen dürfte. „Aber wir müssen als Landkreis unsere Aufgaben erfüllen, auch in diesen schwierigen Zeiten, denn es sind Pflichtaufgaben wie eben die Schulen und die Kliniken“, so der Landrat. Insbesondere mit Blick auf die Krankenhäuser könne er aber sagen, dass man mit der Restrukturierung auf einem guten Weg sei. Die getroffenen Entscheidungen würden sich auszahlen – jetzt sei es aber auch wichtig, dass die Bundespolitik den Kliniken zur Seite stehe.
Als die Bürger sich zu Wort melden konnten, gab es nur eine einzige Bürgerfrage. Dr. Florian Garnich trug zwei Wünsche vor: Er beobachte mit Sorge die Engstelle an der Straße zur Schule. „Manchmal bekommt man schon Angst um die Kinder, weil sie nur wenig Platz auf dem schmalen Fußweg haben“, führte er aus.
Neue Bänke im
Bolzplatz-Umfeld
Der Gemeinde sei dieses Problem bewusst, aber die Vorgaben aus dem Landratsamt hätten hier keine andere Möglichkeit gelassen, so der Bürgermeister. Allerdings gäbe es eine andere Möglichkeit, die Schule fußläufig und sicher zu erreichen. Ein weiteres Anliegen von Garnich will man im Rathaus prüfen: Er würde sich in der Nähe des Bolzplatzes wieder eine oder zwei Bänke wünschen, damit Spaziergänger hier eine Pause machen können. krb