Buchbach – Eigentlich hatten sie ein Konzept erarbeitet, mit dem 250 Haushalte in der Marktgemeinde Buchbach mit Wärme versorgt werden sollten. Diese Zahl ergab sich aus der Zahl der Absichtserklärungen im Vorfeld der Planungen. Als es dann aber ernst wurde, machte sich Ernüchterung breit: Lediglich 173 Haushalte möchten tatsächlich beim Wärmenetz für Buchbach mitmachen. Doch die beiden Familien, Jessi und Georg Hagl sowie Max und Renate Bruckmaier, lassen sich nicht entmutigen. Sie starten jetzt mit einer schlankeren Variante.
Planungen für 250 Haushalte ausgelegt
Die beiden Buchbacher Familien Hagl und Bruckmaier waren mit großen Ambitionen gestartet: Nachdem die Marktgemeinde bereits zweimal versucht hatte, eine kommunale Wärmeversorgung aufzubauen, haben sie ein Konzept ausgearbeitet, mit dem sie eine Wärmeversorgung für die Marktgemeinde aufbauen wollen. Dazu haben sie sich kompetente Partner gesucht, um technisch und organisatorisch gewappnet zu sein.
Bei der Sitzung des Marktgemeinderates gab Georg Hagl einen Lagebericht: Dabei erfuhren die Marktgemeinderäte, dass lediglich 173 Haushalte einen Hausanschluss beantragt hatten. Deutlich weniger, als sie gerechnet hatten, wie Hagl in einem Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen einräumt. Allerdings wollen sie das Projekt dennoch durchziehen. „Wir haben ein bisschen umgeplant“, sagt er und erläutert: „Es gibt jetzt nur noch drei Bauabschnitte, damit müssen wir nur eine rund 8,6 Kilometer lange Trasse für die Wärmeversorgung bauen.“
In der Sitzung wurde auch deutlich, dass die Kosten für die Bürger eine zentrale Frage sind. Gerade die Grundgebühr werde oftmals als zu hoch empfunden. Dazu sagt Georg Hagl, dass alles so gerechnet sei, dass die Investitionen refinanziert werden können und ihre Arbeit bezahlt wird. Auf mögliche Preissteigerungen angesprochen, macht er deutlich, dass sich die Kalkulationen an dem sogenannten Wärmepreisindex orientieren, den das Statistische Bundesamt vorgibt, Fantasiepreisen werde damit ein Riegel vorgeschoben.
Den nächsten Schritt haben die Macher des Buchbacher Wärmenetzes auch bereits getan und die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie soll Aufschluss geben, ob sich die Planung auch rechnen wird. Das ist entscheidend für die Fördermittel, die Hagl und seine Mitstreiter beantragen wollen. Er rechnet damit, dass die Machbarkeitsstudie bis August fertig ist. In der Zwischenzeit legen die Projektanten aber die Hände nicht in den Schoß; sie arbeiten gerade an dem Bauplan für die Wärmezentrale, der auch mit einem Emissionsgutachten gekoppelt ist. Für Bürgermeister Thomas Einwang war das eine gute Nachricht. Gleichzeitig informierte er den Marktgemeinderat, dass man bereits einen Rechtsanwalt beauftragt habe, den notwendigen Konzessionsvertrag auszuarbeiten. Zudem werde man einen Vertrag mit den Machern des Wärmenetzes ausarbeiten, wie viel Wärme die Marktgemeinde abnehmen wird. Schließlich sollen Gebäude wie die Schule, das Kulturhaus und die Sporthalle mit der Nahwärme versorgt werden. Auch die Pfarrei hat für Pfarrheim und Bücherei Interesse angemeldet.
Wenn der Konzessionsvertrag steht, werde man sich bewerben, erläutert Georg Hagl das weitere Prozedere. Theoretisch haben auch andere Interessenten die Möglichkeit, sich für die Versorgung der Marktgemeinde mit Wärme zu bewerben. Hier ergänzt Bürgermeister Einwang, dass die Gemeinde nicht nur Wärme abnimmt, sondern sich finanziell auch am Wärmenetz beteiligt. „Das ist als Signal zu verstehen, dass wir eingebunden sind und mitreden können“, sagt Einwang und ergänzt: „Wenn der Vertrag endet, dann geht das Wärmenetz an die Gemeinde über.“
Für Erweiterung gewappnet sein
Bei der anschließenden Diskussion war Salih Akyildiz (CSU/FWB) wichtig, dass die Zentrale des Wärmenetzes so geplant werde, dass auch eine Erweiterung möglich ist. Joachim Schöngut (Grüne/Unabhängige) wollte wissen, ob in diesem Jahr noch mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werde. Das bejahte Georg Hagl und sagte, dass Bauabschnitt eins im kommenden Jahr fertig werde und anschließend sofort mit dem Bauabschnitt zwei begonnen werde. Dritte Bürgermeisterin Maria Vitzthum (CSU/FWB) fragte nach, ob vorgesehen sei, in den neuen Bauabschnitten ebenfalls den Anschluss an das Wärmenetz anzubieten. Dazu meinte Hagl pragmatisch, das könne man nur anbieten, wenn es wirtschaftlich und zeitlich darstellbar sei.