Waldkraiburg – Im Cinewood-Kino wurden die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ eröffnet. Der Vorsitzende des Bündnisses „Mühldorf ist bunt – landkreisweites Netzwerk für Demokratie und Toleranz“, Max Wiltschka, begrüßte Schirmherrin Sandra Bubendorfer-Licht. Sie ist religionspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag und bezeichnet sich selbst als „liberal römisch-katholisch“. Ebenso waren Richard Fischer in Stellvertretung von Landrat Max Heimerl und Bürgermeister Robert Pötzsch gekommen.
Max Wiltschka lieferte zu Beginn der Veranstaltung einen Überblick über die Historie des Antisemitismus. „Aber auch in der Gegenwart steigt die Zahl antisemitischer Vorfälle, die seit dem terroristischen Angriff der palästinensischen Hamas auf Israel und den daraufhin folgenden Gegenschlägen Israels weiter zunehmen“, führt er aus. Sandra Bubendorfer-Licht ging ebenfalls auf diese Thematik ein: „Der Judenhass darf nicht unwidersprochen bleiben. Juden müssen in Deutschland, Bayern und Mühldorf Hebräisch sprechen und in die Synagoge gehen dürfen.“
Bürgermeister Robert Pötzsch erklärte, dass in Waldkraiburg mehr als 100 Nationen friedlich in einer Gemeinschaft zusammenleben: „Wir haben jedes Jahr Gedenkveranstaltungen verschiedenster Landmannschaften.“ Richard Fischer als stellvertretender Landrat stellte fest: „Antisemitismus findet täglich statt. Wir müssen uns überlegen, wie wir mit anders denkenden, handelnden oder glaubenden Menschen umgehen und ständig das ‚Nie wieder‘ im Auge behalten.“
Es folgte der kurze Spielfilm „Masel Tov Cocktail“ über das jüdische Leben in Deutschland im 21. Jahrhundert. In nur 30 Minuten bringt Regisseur Arkadij Khaet die jüdische Perspektive auf den Punkt. (Selbst)ironisch, lustig, stylisch. Ein sehenswerter Film.
Es folgte unter Leitung von Max Wiltschka eine Diskussion mit Sandra Bubendorfer-Licht und Sofija Pavlenko, einer jungen Jüdin und Sprecherin des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die mit ihrer Mutter aus München angereist war. Ihre Familie kam aus der Ukraine.
Max Wiltschka beendete die Veranstaltung und forderte die Anwesenden auf, die zahlreichen Veranstaltungen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ zu besuchen. So gibt es im Caritas-Zentrum Mühldorf bis zum 28. März eine interessante Ausstellung mit dem Titel „Auf der Flucht: Frauen und Migration“, Kochabende und Workshops. Den Schluss bildet am 24. März eine Führung durch das ehemalige Waldlager im Mühldorfer Hart, gemeinsam mit dem „Verein für das Erinnern“. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Parkplatz bei Rabein. hra