Elterntaxis bringen riesen Probleme

von Redaktion

Kritik an Eltern bei Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mößling

Mühldorf – Gut besucht war der Saal im Gasthaus Spirkl, als die Freiwillige Feuerwehr Mößling zur Jahreshauptversammlung eingeladen hatte.

In seinem Bericht blickte der Erste Vorstand Rudi Valta auf das Jahr 2023 zurück. Nach seinen Angaben beteiligte sich die Feuerwehr an kirchlichen Festen, Vereinsfesten, runden Geburtstagen, Hochzeiten sowie Jahreshauptversammlungen anderer Wehren.

Das 150-jährige Gründungsfest wird im Jahr 2026 stattfinden. Hierzu wurde ein Festausschuss gebildet. „Mein Dank geht an die Vorstandschaft, an die aktive Mannschaft für die immerwährende Unterstützung bei den Vereinsfesten und auch an die Stadt Mühldorf, an den Bauhof und an die Stadtwerke.“

18 Jugendliche bei der
Feuerwehr

Dominik Michlbauer bezifferte den Stand der Feuerwehrjugend aktuell auf 18 Mitglieder, 16 Jungen und zwei Mädchen. Der Jugendwart weiter: „Im Laufe des Jahres 2023 waren drei Mitglieder der aktiven Mannschaft übergeben worden. Im vergangenen Jahr wurden 25 Jugendübungen abgehalten.“

Die Übungen beinhalten Feuerwehrgrundlagen wie Löschaufbau, Technische Hilfeleistung und die Vermisstensuche mithilfe einer Drohne. Höhepunkt war ein gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Mühldorf durchgeführter Berufsfeuerwehrtag. Hier wurde für 24 Stunden eine Schicht der Berufsfeuerwehr nachgestellt.

Dabei wurden sieben verschiedene Einsätze simuliert, wie der Brand einer Gartenhütte, ein Verkehrsunfall und die Suche nach einem Vermissten.

Kommandant Michael Jäkel wies darauf hin, dass ein UTV, ein Utility Task Vehicle, ein kleines, wendiges, vierrädriges Einsatzfahrzeug, angeschafft wurde sowie eine Löschdecke für Pkw-Brände und Pager zur Alarmierung der Aktiven. „78 Übungen mit 1306 Übungsstunden wurden abgehalten, zusätzlich gab es 20 Atemschutzübungen mit 330 Stunden. Wir verzeichneten 132 Einsätze, darunter 36 Brände, 82 technische Hilfeleistungen mit vier Drohneneinsätzen und 13-mal waren wir auf der A94 aktiv. Insgesamt leistete die Feuerwehr Mößling 1602 Einsatzstunden und legte dabei 13923 Kilometer zurück. Es tun 66 Aktive bei uns Dienst, davon sind neun Frauen und 57 Männer.“

Fleißig war die Wehr in puncto Fortbildung: 21 verschiedene Lehrgänge wurden besucht.

Eltern verzögern
Einsätze

Ein Thema, das auf den Nägeln brennt, ist der Neubau des Gerätehauses. Dazu sagte Michael Jäkel: „Hierzu gibt es immer mehr Punkte, die den Neubau erforderlich machen.“ Um die vorgeschriebene Trennung nach männlich, weiblich und divers zu erfüllen, müsste aktuell ein großer Container ans Gerätehaus angesetzt werden. Auch dürfen die Umkleiden nicht mehr mit den Fahrzeugen zusammenliegen.

Die Nähe zwischen Grundschule und Gerätehaus entwickelt sich zunehmend zu einem größeren Problem. Aktuell gehen über 400 Kinder in die Schule, Tendenz steigend. Aufgrund der vielen „Elterntaxis“ herrscht vor dem Gerätehaus Chaos. Letztes Jahr gab es damit häufig Probleme, sodass die Ausrückzeiten teilweise nicht eingehalten werden konnten.

Ursache hierfür waren laut Jäckel falsch parkende Autos und die Schulbusse, die während der Bring- und Holzeiten der Schulkinder die Aus- und Zufahrt zum Gerätehaus blockierten. So gab es keine Parkmöglichkeit für die Fahrzeuge der ausrückenden Mannschaft. „Es besteht die Bitte an die Stadt Mühldorf, den Neubau schnellstmöglich voranzutreiben.“

Dazu äußert sich Bürgermeister Michael Hetzl: „Grundsätzlich genießt die Arbeit unserer Feuerwehren im Rathaus die allergrößte Wertschätzung.“ Die Stadt unterstütze diese immer, so gut es gehe. „So bauen wir aktuell eine Atemschutzwerkstatt am Mühldorfer Standort, von der alle drei Wehren profitieren werden.“ Hetzl: „Wir können aber nicht jede größere Investition schultern – und schon gar nicht gleichzeitig. Mit Blick auf unseren Haushalt ist ein Erweiterungs- oder Neubau der Feuerwehr Mößling aktuell schwer zu stemmen.“

Ein Neubau ist nicht in
Sicht

Der Freistaat Bayern hat zwar die Fördersätze für die Feuerwehren im vergangenen Jahr verdoppelt. Aber dennoch reicht die Landesförderung nur für einen Teil der benötigten Mittel aus. Hinzu kommt, dass momentan kein Grundstück für einen solchen Bau verfügbar ist. „Insofern ist das Vorhaben aktuell kaum umsetzbar.“

Zum Abschluss der Versammlung gab es noch Ehrungen und Beförderungen, die Michael Jäkel und sein Stellvertreter Roland Haunberger zusammen mit den Ehrengästen vornahmen.

Annalena Reiss wurde zur Feuerwehrfrau befördert, Stefan Waliser zum Feuerwehrmann. Für 25 Jahre aktive Dienstzeit ehrten Ilse Preisinger-Sontag und Werner Hummel Daniel Peretzki, auf sage und schreibe 50 Jahre aktive Dienstzeit kann Rudolf Valta zurückblicken. Er ist wohl schon im Kindergarten in die Feuerwehr eingetreten.

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