Baustart im Herbst

von Redaktion

Infrastruktur und innovative Bewässerung geplant

Schwindegg – Die Planungen für das neue Baugebiet in Allersheim sollen noch vor den Sommerferien abgeschlossen werden, damit im September die Baumaßnahmen beginnen können. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der aktuelle Stand der Erschließungsplanung vorgestellt, und letzte Entscheidungen wurden getroffen.

Die Umsetzung der Erschließung wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Ein Teil des Baugebietes gehört einer Erbengemeinschaft, die noch rechtliche Fragen zu klären hat. Daher kann dieser Teil des Baugebietes noch nicht erschlossen werden. Der gemeindliche Teil des Baugebietes wird jedoch erschlossen. Das Ingenieurbüro schlug vor, Teilbereiche früher fertig zu stellen, damit Grundstücke schneller verkauft werden können.

Drei Beschlüsse werden gefasst

Drei Beschlüsse standen noch aus, um die Planungen voranzubringen. Sie konnten vom Gemeinderat gefasst werden. Schnell und einstimmig wurde abgestimmt über die Varianten für die Abwasserleitung und die Sickeranlage für Regenwasser. Bei der Abwasserleitung entschied sich der Gemeinderat für einen Kanal im Baugebiet und eine Ableitung in Richtung Ornaubach mit Anschluss an den Hauptsammler, der von Obertaufkirchen kommt.

Damit folgte der Gemeinderat der Empfehlung des Ingenieurbüros mit der wirtschaftlicheren Variante. Bei der Sickeranlage für das Regenwasser wurde einstimmig zugunsten der Variante eines offenen Sickerbeckens entschieden. Auch dies aus Kostengründen, auch wenn um die Fläche von etwa 3400 Quadratmetern aktuell ein hoher Zaun nötig wird. Diskutiert wurde der Bau von Baumrigolen.

Dabei handelt es sich um einen innovativen Ansatz, um den Umgang mit Regenwasser langfristig zu verbessern. Es wird ein unterirdisches Reservoir gebaut, in dem sich das Regenwasser aufstaut. Über eine Sickerleitung wird es zu den Baumstandorten geführt. Selbst bei sehr geringen Regenmengen reicht das Wasser, um die Bäume dauerhaft zu versorgen. Der Idee liegt die Beobachtung zugrunde, dass Bauhöfe wie in Mühldorf im Sommer nur noch mit Baumgießen beschäftigt sind. Der Aufwand, Bäume zu wässern, wird immer größer. Die Kosten für die Baumrigolen in Schwindegg belaufen sich auf 1,30 Euro pro Quadratmeter Parzellenfläche, die sich schnell aufaddieren.

Gemeinderat Richard Huber (CSU) fand die Investition nicht nachvollziehbar, abgesehen vom innovativen Aspekt. Martin Thalmeier (CSU) fand gerade diesen Aspekt gut. Hermann Hager (Grüne) stimmte grundsätzlich zu, sah hier aber den Nutzen nicht. Auch Julian Sieber (CSU) wollte dem Experiment eine Chance geben. Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) sprach sich für den Einsatz von Baumrigolen aus: „Wir wollen Erkenntnisse gewinnen für diesen Bereich. Der Bauhof wird zu tun haben damit.“ Der Gemeinderat beschloss mit 13:2 am Innovationsprojekt teilzunehmen und vier Baumrigolen im Baugebiet Allersheim umzusetzen.

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