Mühldorf – Kürzlich gastierte die Philharmonie Salzburg unter Leitung von Dirigentin Elisabeth Fuchs im Mühldofer Stadtsaal. Im zweiten Konzert der Salzburger Kinderfestspiele zeigten das Orchester und Schauspieler Scheharazade. Die orientalische Erzählung, basierend auf Tausendundeine Nacht, begeisterte das junge Publikum.
Mit Einsetzen der Musik entführen Bilder auf einer Leinwand in den Orient: Datteln, bunte Stoffe, Schalen mit Gewürzen, trockene Landschaften und Kamele. Dann begrüßt völlig durcheinander und verängstigt zunächst der Großwesir das Publikum. Er erklärt, dass der Sultan von seiner Gemahlin verlassen wurde und nun schreckliche Laune habe. Ständig verlange er nach einer Frau, die dann jedoch unauffindbar verschwindet. Nun sei lediglich seine Tochter übrig. Um sie nicht hergeben zu müssen, freue er sich nun besonders über die weiblichen Zuschauer. Dieser Humor kommt beim Publikum gut an.
Doch die Tochter Scheherazade hat eine Idee: Sie erzählt Geschichten. Dazu braucht sie jedoch ihren Vater. Dieser versetzt sich in die Rollen von Sindbad den Seefahrer, Aladin und den Geist aus der Flasche. Etwas dumm stellt er sich dabei an, zur Begeisterung der jungen Zuschauer. Die Grenze zum Albernen überschreitet er – zur Freude der erwachsenen Begleiter – zum Glück nicht. Lautstark und enthusiastisch kommentieren die Kinder das Geschehen.
Wunderbar kommt die Reise von Sindbad des Seefahrers herüber, begleitet von der Titelmusik des Films „Fluch der Karibik“. Die kindliche Aufmachung harmoniert wunderbar mit der imposanten Musik und der Beleuchtung. In keinster Weise lässt sich bei diesem Schauspiel Blödelei auch nur erahnen.
Und dann gelingt es schließlich: Vater und Tochter stellen den Sultan zufrieden. Das Stück thematisiert eher die Geschichte am Hofe des Herrschers und geht weniger auf die einzelnen Geschichten ein. Und so schafft der Nachmittag Anregungen, daheim die Geschichten zu lesen. ahn