Kraiburg – „Des is scho ein Segen, dass wir in unserem schena Bayernland leben deafan“, freute sich der Jubilar beim Geburtstagsbesuch. Seine schöne Heimat Bayern kann Josef Voglmaier nun schon 95 Jahre lang genießen, denn er feierte kürzlich als einer der ältesten Kraiburger Bürger diesen hohen Ehrentag. Dazu gratulierten neben der Familie, Verwandten und Bekannten auch Bürgermeisterin Petra Jackl mit einem Präsentkorb, Pfarrer Michael Seifert mit Blumen, wie auch Monika Oberbacher vom Pfarrgemeinderat.
„Wenn ich a früher a bissal graucht hob, ich hob einigermaßen gsund und solide glebt und bin vui in da frischen Luft spazieren ganga“, gab er den Gratulanten als Rezept für sein langes Leben preis. Denn bis zur Corona-Zeit war er noch täglich in Kraiburg zu Fuß gut unterwegs und ist bis 91 Jahre noch Auto gefahren.
Seit zwei Jahren braucht er einen Rollator und marschiert mit diesem jeden Tag eine halbe Stunde am Balkon, um an der Luft zu sein. Auch ein Blumenbeet hat ihm Tochter Barbara dort hergerichtet. „Da kann er gießen und Blumen abzupfen“, schmunzelt sie. Seine 95 Jahre sieht man dem Voglmaier Sepp wahrlich nicht an. Das beweist, dass ihm Bewegung und frische Luft gut tun. Auch geistig ist er noch gut drauf und an allem interessiert. Lesen oder politische und naturkundliche Sendungen anschauen gehört zu seinem Programm.
Am 14. März 1929 kam Josef Voglmaier in Gundlprechting bei Kraiburg auf die Welt und ist als uneheliches Kind bei den Großeltern auf deren Hof aufgewachsen. Seine Großmutter hat selbst 16 Kinder geboren und hat auch ihren Enkel noch liebevoll aufgezogen. Sieben Jahre besuchte er die Volksschule in Kraiburg und wurde in der achten Klasse beurlaubt, weil in dieser Kriegszeit seine Arbeitskraft auf dem Hof gebraucht wurde. Auch nach dem Tod der Großeltern arbeitete Josef weiterhin bei seinem Onkel in der Landwirtschaft mit und absolvierte die „Winterschule“.
1967 trat er mit Waltraud Wimmer in Maria Eck vor den Traualtar und unterstützte von da an seine Frau, die das renommierte Kraiburger Bekleidungs-Geschäft führte. „Wir haben einfach gut zusammengepasst, und ich bin auch mit den Schwiegereltern gut ausgekommen. Es ist alles gut gelaufen“, denkt Josef gerne zurück. Zwei Kinder vervollständigten das Familienglück. Einen lebensgefährlichen Überfall hatte Josef Voglmaier im Jahr 1994 zu verkraften. Die Voglmaiers übergaben 1997 das Geschäft an ihre Tochter Barbara und arbeiteten weiterhin noch mit. Gerne unternahmen die Eheleute Städtereisen und besuchten Operetten oder kulturelle Veranstaltungen. Auch in der Kirchenverwaltung und einigen Vereinen brachte sich Josef ein.
2008 ist seine Frau schwer erkrankt, und er hat sie liebevoll gepflegt, bis Waltraud 2013 verstorben ist. Große Freude bereiten ihm nun seine drei Enkel, die Ausflüge mit Sohn Josef in die Wallfahrtsorte Maria Eck und Altötting, und er schätzt besonders die große Unterstützung von Tochter Barbara. Kraft und Zuversicht gab ihm sein ganzes Leben lang der christliche Glaube, der ihm sehr wichtig ist.
Wenn es gesundheitlich geht, besucht er mit seiner Tochter noch den sonntäglichen Gottesdienst. „Dass es den Kindern und Enkeln auch weiterhin gut geht“, liegt dem Jubilar sehr am Herzen. bac