Schutzhaltung und Wachsamkeit

von Redaktion

Selbstverteidigungs-Lehrgang der Karatesparte des VfL mit Jürgen Kestner

Waldkraiburg – 2024 feiert die Karate-Sparte des VfL 55 Jahre Karate in Waldkraiburg. Die erste von mehreren Veranstaltungen war unlängst gleich ein „Paukenschlag“: Ein Selbstverteidigungs-Lehrgang der Extraklasse mit Jürgen Kestner. Er zählt auch beruflich bedingt zu den besten und gefragtesten Selbstverteidigungstrainern im Deutschen Karate-Verband. Er ist auch in weiteren Kampfsportarten, unter anderem im Jiu Jitsu, Kickboxen sowie Stockkampf hoch graduiert, und ist Träger des siebten Dan im Karate.

In der praktischen Anwendung verfolgt er die Reduzierung auf eine effektive und realistische Selbstverteidigung, die heute seinen Trainingsstil auszeichnet.

Training bis zur Automatisierung

Thema des Lehrgangs waren „Verhaltens- und Verteidigungsstrategien bei Angriffen von einem oder mehreren Angreifern“. Der Lehrgang war Verbands und Kampfstil offen und traf auf reges Interesse bei 42 Teilnehmern aus ganz Bayern und Baden-Württemberg, die sich einen der begehrten Plätze sichern konnten.

Flucht ist – wie wir wissen – der beste Weg, einem Angriff zu entgehen. Ist dies jedoch nicht möglich und es kommt zum Kampf, ist es anders als bei einer Kampfkunst, bei der dem Geübten zahlreiche Hand-, Arm-, Fuß- oder Beintechniken zu Verfügung stehen. Bei der Selbstverteidigung gilt: Nur ein oder zwei wirksame Techniken kommen zum Tragen.

So wurden diese ein bis ´zwei Techniken als „Drill“ wieder und wieder trainiert bis sie wie automatisch ablaufen. Wertvolle Hilfsmittel wie Handpratzen, die den Lehrgangsteilnehmern zur Verfügung gestellt wurden, ließen bei realistischen Partnerübungen die Unterarme schnell ermüden. Jürgen erklärte und demonstrierte die Abwehr gegen Schläge und Tritte auch in Gruppen und verdeutlichte die Wichtigkeit der Schutzhaltung in der Bewegung in Verbindung mit Wachsamkeit, was praktisch geübt wurde. Er verwies darauf, dass sich bei dem Verteidiger im Angriffsfall ein sogenannter „Tunnelblick“ einstellt (totale Fixierung auf den Angreifer) und dadurch die Gefahr besteht, den Überblick auf eventuell mehrere Angreifer zu verlieren.

Während des methodisch sehr gut aufgebauten Lehrgangs versäumte es Jürgen Kestner nicht, im Rahmen von Gruppenübungen die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen der Teilnehmer auf die Probe zu stellen. Ergänzt durch Stresstraining und Übungen in besonderen Situationen stellten dies die Teilnehmer immer wieder vor besondere Herausforderungen. Die praktischen Übungen wurden dabei immer auf effektive und wirklichkeitsnahe Situationen reduziert.

So wurden die Teilnehmer bei Einfach- und Mehrfachangriffen geschult, stets die allerhöchste Aufmerksamkeit zu wahren und dabei schnelle und intuitive Reflexe anzuwenden. Die Teilnehmer, darunter auch langjährige Kampfsportler, waren vom sechsstündigen Lehrgang sehr beeindruckt und konnten zahlreiche Anregungen auch für ihr wöchentliches Training im Verein mit nach Hause nehmen.

Er verwies auf die herabgesetzte Hemmschwelle der Angreifer und die daraus resultierenden Aggressionen und die Zunahme von Gewaltbereitschaft. Wer gelernt hat, sich selbst (und die gesetzten Grenzen) zu verteidigen, tritt selbstbewusster auf, vermeidet typische Opfersignale und erhöht damit die Chance, gar nicht erst Opfer von Belästigungen, Bedrohungen oder Angriffen und Überfällen zu werden.

Die Zunahme von häuslicher Gewalt oder Häufung von Übergriffen auf Rettungskräfte, Feuerwehr oder Ausbilder und Sozialarbeiter unterstreicht die Dringlichkeit, sich mit Selbstverteidigung zu befassen.

Weitere Kurse
später im Jahr

Die Karate-Sparte des VfL Waldkraiburg bietet diesbezüglich in der zweiten Jahreshälfte Selbstverteidigungskurse mit Björn Hoffmann, fünfter Dan Karate, Selbstverteidigungs-Lehrer Stufe Silber und Schüler von Jürgen Kestner an. Vorab-Informationen gibt es von Björn Hoffmann unter der Mail-Adresse shando90@hotmail.com sowie auf der Homepage des Vereins www.karatewaldkraiburg.de.

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