Bäume weg für Wohnungen

von Redaktion

Seit Jahren ist das neue Baugebiet Thema in Waldkraiburg, mehrere Steine mussten aus dem Weg geräumt werden. Erste konkrete Vorarbeiten zeigen nun, dass es bald losgehen könnte.

Waldkraiburg – Dichten Wald am westlichen Stadtrand von Waldkraiburg gibt es schon lange nicht mehr. Vor Jahren wurden bereits auf großen Teilen des geplanten Baugebiets die Bäume abgeholzt, in der Folge immer wieder zurückgeschnitten.

In der Folge entwickelte sich dort mit vielen Sträuchern und Brom- und Himbeerdickicht ein Niederwald. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen: Die Fläche ist komplett gerodet worden. An mehreren Stellen liegen die gefällten Baumstämme gestapelt nebeneinander.

Baugebiet seit
Jahren ein Thema

„Das waren erste Vorarbeiten für das neue Baugebiet Waldkraiburg-West“, erklärt Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Denn vom 1. März bis 1. September ist es laut Bundesnaturschutzgesetz verboten, Hecken, Bäume und Büsche zu fällen, abzuschneiden oder zu zerstören. Um somit im Zeitplan für das Baugebiet zu bleiben, mussten die Vorarbeiten angepackt werden. „Ansonsten hätte es passieren können, dass sich alles um ein Jahr nach hinten verschiebt“, erklärt Schwunck.

Dass es nicht unnötig noch länger dauert. Denn das Baugebiet ist schon seit Jahren Thema in der Stadt. Im Sommer 2020 brachte die Stadt das Bauleitverfahren auf den Weg. Bereits Ende 2022 hätten erste Parzellen bebaut werden sollen, so sah es ein allererster Zeitplan vor. Doch es galt, immer wieder kleinere und größere Steine aus dem Weg zu räumen.

103 Parzellen für Einzel- und Doppelhaushälften sieht der Plan-Entwurf auf dem rund acht Hektar großen Areal westlich der Von-der-Tann-Straße und nördlich der Staatsstraße 2352 vor. Im Westen bleibt ein durchgängiger Waldstreifen als Ortsrand-Eingrünung, entlang der Staatsstraße soll ein Lärmschutzwall die künftigen Bewohner vor dem Straßenlärm schützen.

Kritik zu
zentralen Punkten

Wann aber können die ersten Bagger rollen? Wann will die Stadt die Grundstücke vermarkten? „Wenn alles gut läuft, könnte es Mitte des Jahres so weit sein“, erklärt Carsten Schwunck. Ein Großteil der Grundstücke könnte dann direkt über die Stadt vermarktet werden. Anfangs verfügte Waldkraiburg nur über rund zehn Prozent der Flächen, doch das hat sich gewandelt. Die anderen Grundstücks-Eigentümer treten Flächen an die Stadt ab, die damit wahrscheinlich zum größten Grundstücks-Eigentümer geworden sind. Die Parzellen will die Stadt zu einem reduzierten Preis verkaufen, für die bestimmte Vergabe-Richtlinien gelten.

Erst im Sommer vergangenen Jahres hatte die Stadt den nächsten Schritt geschafft in Richtung neues Bauland. Zahlreiche Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange, aber auch eine Privatperson hatten Stellungnahmen und Bedenken zum geplanten Baugebiet eingebracht. Kritik gab es zu zentralen Punkten wie der Siedlungsstruktur, Umwelt- und Lärmschutz oder Verkehr. Punkte, die es bei der Planung abzuwägen und gegebenenfalls zu berücksichtigen galt.

Für Verwirrung gesorgt hatte eine Aktion auf dem Areal, die mit dem neuen Baugebiet nichts zu tun hat. „Eine Fläche wurde planiert und als Lagerplatz für eine andere Baumaßnahme genutzt“, erklärt Schwunck. Dies sei zwar auf Privatbesitz passiert, aber damit wurden Tatsachen geschaffen. „Ein Lagerplatz darf nur am Ort der Leistung errichtet werden, nicht aber weiter entfernt“, klärt Schwunck auf. Rechtlich sei dies nicht konform gewesen, der Lagerplatz wurde deshalb wieder geräumt.

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