Malawi-Hilfe als Lebensretter vor Ort

von Redaktion

Große Flutkatastrophe vernichtet die Ernte – Hungersnot bedroht die Menschen

Schwindegg/Malawi – Land unter in Malawi. Rund um das Dorf Ngala, in dem die Malawi-Hilfe mit ihren Projekten wie dem Brunnenbau tätig ist, stand bei der jüngsten Flutkatastrophe der ganze Landstrich unter Wasser. Menschen starben, wie viele wissen nur ihre Angehörigen. In Malawi gibt es kein Meldegesetz, sodass die Toten nicht gezählt werden konnten. Tiere ertranken. Häuser wurden verwüstet, Autos, auch große Lastkraftwagen, wurden weggerissen, Brücken weggespült, sodass die Erstversorgung nach der Flut schwierig war.

Die Malawi-Hilfe konnte durch die Verbindungen und organisatorischen Einrichtungen, die sie in jahrelanger Arbeit aufgebaut hatte, als Ersthelfer vor Ort sein, bis die großen Organisationen wie die Vereinten Nationen oder das Rote Kreuz eintrafen. Die Projekte der Malawi-Hilfe liegen allesamt auf Hügeln, sodass die von ihnen gebauten Schulen wenig vom Wasser zerstört wurden. Es gelang dem Team um Konrad Ess, dem Gründer der Malawi-Hilfe, Menschen, die vor der Flut geflohen waren, in den eigenen Schulen unterzubringen.

6400 solcher Flüchtlinge zählten die Organisatoren in insgesamt 14 Camps. „Die genaue Zahl war wichtig, um die Menschen mit ausreichend Decken, Essen und sauberem Trinkwasser versorgen zu können“, erzählte Konrad Ess beim Stammtisch der Malawi-Hilfe im „Neuen Fassl“ in Obertaufkirchen. „Die Leute haben sehr gelitten und waren sehr dankbar“, erinnert er sich. „Sie hätten keine zwei Tage mehr ausgehalten, dann wären sie verhungert.“

Die Decken wurden einzeln an die Leute ausgegeben, nicht einfach nur hingelegt. So wurde verhindert, dass Tumult darum entstand. Auch an Hygieneartikel wurde gedacht und an Bekleidung.

Die Malawi-Hilfe hat eigene Schneiderinnen, für die sie vor Ort eine Schneiderschule aufgebaut hat. Dies kam den Menschen, die vor der Flut fliehen mussten, nun zugute. Die junge Studentin Malango, die zuletzt in Bayern zu Besuch war und Vorträge in verschiedenen Gymnasien im Landkreis hielt, kam ebenfalls zu Hilfe. Sie kam zu Fuß ins Flutgebiet, denn mit dem Auto konnte nicht gefahren werden, und brachte Chlorpulver zur Choleraprävention mit. Tag und Nacht wurde gearbeitet, um die Leute zu versorgen und die Schäden zu bereinigen. Doch was auf den Feldern angebaut wurde, wurde weggeschwemmt, umgeknickt, die Böden sind verschlammt. Eine Hungersnot kommt auf die Region zu.

Nephtali, der sich sonst für die Malawi-Hilfe um die 42 gebauten Brunnen kümmert, ist nun ebenfalls als Ersthelfer im Einsatz. Er fährt in die 14 Camps mit Flüchtlingen, verteilt Hilfsgüter und spricht mit den Menschen. Finanziert wurde die Ersthilfe aus den Spenden für die Flutkatastrophe. 13000 Euro wurden dafür aufgebracht und ausgegeben. Ein kleines Vermögen für die Menschen in Malawi. „Eine Person kann mit zwei Euro zehn Tage ernährt werden“, erklärt Konrad Ess.sn

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