Töging – Das Innkraftwerk Jettenbach-Töging erhält Anerkennung für seine gelungene Symbiose aus traditioneller Architektur und moderner Ingenieurskunst. Der Bauherr, Verbund-Innkraftwerke, wurde zusammen mit Robert Maier Architekten für ihre herausragende Leistung beim Neubau des Wasserkraftwerks neben den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Architekturpreises „Über Oberbayern“ 2024 verliehen.
Die Jury würdigte insbesondere die ästhetische Integration des Neubaus in die historische Umgebung. Das neue Krafthaus fügt sich dezent und trotzdem kraftvoll in die Landschaft ein. So entstand in Töging am Inn ein Wasserkraftwerk, das den historischen Anspruch an ein Technikbauwerk zeitgenössisch und auch selbstbewusst weiterdenkt.
Kraftvoll ist aber nicht nur die Architektur, sondern auch die Leistung und Effizienz. Das neue Kraftwerk Jettenbach-Töging konnte die installierte Kraftwerksleistung um rund 40 Prozent auf 118 MW und die Jahresstromerzeugung um etwa 25 Prozent steigern. Dadurch wird nun genug Strom erzeugt, um den Bedarf von rund 200000 bayerischen Haushalten zu decken. Verbund investierte insgesamt rund 250 Millionen Euro.
Michael Amerer, Geschäftsführer der Verbund-Innkraftwerke, nahm die Auszeichnung mit Freude entgegen und blickte dabei in die Zukunft: „Die Umgestaltungen am Standort Töging sind für uns noch nicht abgeschlossen. Wir wollen auch den historischen Bestand weiter nutzen: für ein Verbund-Kompetenzzentrum Wasserkraft in Bayern. Neben einem modernen Verwaltungsstandort soll auch eine neue Betriebsstätte mit integrierter Ausbildungswerkstatt entstehen und so das Wasserkraft-Land Bayern auf seinem Weg in die erneuerbare Energiezukunft stärken.“
Der BDA Architekturpreis „Über Oberbayern“ würdigt Projekte, die sich durch ihre besondere Gestaltung, Nachhaltigkeit und Integration in die Region auszeichnen. Die Auszeichnung des Kraftwerks in Töging am Inn bestätigt dessen Beitrag zur regionalen Entwicklung und zur nachhaltigen Energieversorgung. Es bleibt ein Symbol für die gelungene Verbindung von Tradition und Innovation in der Energiewirtschaft und setzt Maßstäbe für zukünftige Projekte in Bayern und darüber hinaus. Der „Über Oberbayern“ ist ein Ehrenpreis und wird alle drei Jahre an Architektinnen und Architekten und ihre Bauherrschaft vergeben.
Nach vier Jahren Bauzeit konnte 2022 das erneuerte und erweiterte Verbund-Innkraftwerk Jettenbach-Töging in Betrieb genommen werden. Der moderne Kraftwerksbau wurde neben dem historischen Bestandskraftwerk errichtet, der 1924 seiner Bestimmung übergeben wurde.
1919 wurde mit dem Bau des Ausleitungskraftwerks begonnen. Bis 1924 wurden die Wehranlage bei Jettenbach-Aschau, der fast 23 Kilometer lange Innkanal sowie das Kraftwerk in Töging errichtet. Eine technische Pionierleistung, die bis 2021 zuverlässig sauberen Strom aus erneuerbarer Wasserkraft lieferte.
Bis zur Einstellung der Stromerzeugung im historischen Krafthaus erzeugten dort ursprünglich 15 Maschinensätze mit einer Gesamtleistung von 85 Megawatt pro Jahr 557 Gigawattstunden Strom.