Auf Abbiegespur folgt Kinderhort

von Redaktion

Oberbergkirchen steht vor weiteren Investitionen – Bürgerversammlung

Irl/Oberbergkirchen – Der Bürgerversammlung für das Jahr 2024 in der gut gefüllten Almhütte beim Wirt `z Irl gab Bürgermeister Michael Hausperger einen Rechenschaftsbericht. Dabei informierte er anhand von Grafik-Tafeln der Einwohnermeldewesen und Finanzen über abgeschlossene, laufende und anstehende Investitionsmaßnahmen. Eine erfreuliche Aufgabe ist es für Hausberger immer, Einserschüler und Ehrenträger zu ehren. Bei einer Gedenkminute wurde für die im vergangenen Jahr verstorbenen neun Einwohner der Gemeinde gedacht.

Elf Sterbefälle und
18 Geburten

Zum Jahreswechsel wohnten in der Gemeinde Oberbergkirchen 1788 Personen, 27 Person mehr als im Vorjahr, davon 73 mit Nebenwohnsitz, 319 Personen sind älter als 65 Jahre. Den elf Sterbefällen stehen 18 Geburten gegenüber. Vor dem Standesamt wurden elf Ehen geschlossen. Das Haushaltsvolumen 2023 bezifferte Hausberger im Verwaltungshaus mit einer Rekordhöhe von 4,550 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt ist mit 2,072 Millionen Euro dagegen niedrig, da außer der Linksabbiegerspur keine größeren Baumaßnahmen getätigt wurden. Ein wichtiger Wert für einen gesunden Haushalt und recht erfreulich hoch, ist laut Bürgermeister die Zuführung zum Vermögenshaushalt mit 897000 Euro. Nicht weniger erfreulich sind auch die Rücklagen, mit 2,054 Millionen Euro, gegenüber Schulden in Höhe von 318000 Euro. Mit dem Neubau eines Kinderhortes muss die Gemeinde einen Kredit aufnehmen. Während die erhobenen Grundsteuern mit 108000 Euro und die Einnahmen aus Einkommensteuerbeteiligung mit 1,376 Millionen Euro und die Schlüsselzuweisung mit 426000 Euro jeweils einen Höchststand erreichten, ist die Gewerbesteuer konjunkturbedingt mit 280000 Euro leicht rückläufig. Erfreulich bezeichnete Bürgermeister Hausperger die Investitionszuweisung von 126000 Euro für die Gemeinde. Gestiegen sind auch die von der Gemeinde zu zahlenden Umlagen. So stieg die Kreisumlage auf eine Rekordhöhe von 1,076 Millionen Euro und die an die Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen zu zahlende Umlage auf 327000 Euro. Die Schülerzahlen seien zufriedenstellend und relativ konstant, die Zweizügigkeit ist für die nächsten Jahre gesichert. Der Kindergarten ist mit 72 Kindern bestens ausgelastet, wie auch die Kinderkrippe mit 27 Kindern. Allerdings muss hier die Gemeinde 370000 ausgleichen.

Der Wasserverbrauch und Abwasseranfall sind eher rückläufig. Der Umgang mit Wasser als kostbares Gut ist sparsamer. In seinem Jahresrückblick führte Bürgermeister Hausperger zunächst den Umbau und die Erweiterung des Dorfladens an. Die Dorfkrämerei wird von der Bevölkerung gut angenommen.

Die Beleuchtung auf dem Trainingsplatz wurde auf LED umgestellt, auch eine Beregnungsanlage wurde eingebaut. Das Wasser für die Bewässerung kommt aus der Drainage. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung ausgeführt, die Gemeinde gewährte einen Zuschuss in Höhe von 10000 Euro. Einen Dank richtete der Bürgermeister an Sportwart Sepp Greimel, der seine ganze Freizeit am Sportplatz einbringt. Als richtig bestätigt sich jetzt, dass die Gemeinde das alte Kindergartengebäude nicht verkauft hat. Unter anderem sind auch Gruppenräume für Senioren und Jugendliche, das ganze Gebäude ist genutzt. Es wurde ein Behinderten- WC eingebaut und an die Fernwärme angeschlossen. Der Bebauungsplan & Hang II ist genehmigt, die Zuleitung der Fernwärme für das Baugebiet erfolgt im Jahr 2025. Die größte Baumaßnahme im letzten Jahr war laut Bürgermeister die Sanierung der Staatsstraße mit Linksabbiegespur mit 1,1 Millionen Euro. Eine neue Heizung wurde im Bauhof und Sportheim eingebaut, das Rathaus wurde an die Fernwärme angeschlossen, Hausperger erinnerte an die Indienststellung des neuen Feuerwehrfahrzeuges, für das die Gemeinde fast 350000 Euro ausgegeben hat. Der Bauhof wurde mit einem neuen Ölabscheider, Hebebühne und neuen Böschungsmähgerät ausgestattet. Die Gemeindearbeiter beginnen um etwa 3.30 Uhr mit dem Winterdienst, haben circa 54 Kilometer Straßen zu räumen und können nicht alle Fahrbahnen gleichzeitig räumen.

An das Landratsamt wurden für die Unterbringung. von Asylbewerbern drei Zimmer vermietet.

In der Vorschau führte Bürgermeister Hausperger drei Schwerpunkte an. So ist der Baubeginn für einen neuen Kinderhort für 55 Kinder für Ende dieses Jahres geplant. Die Kosten für diese Baumaßnahme betragen rund vier Millionen Euro. Bei der Kläranlage in Bichling ist eine Teil-Denitrifikation erforderlich, die Gemeinde muss erhebliche Investitionen tätigen. Der erste Bauabschnitt wird heuer umgesetzt. Der Bau des neuen Radweges wird zur Verkehrssicherheit beitragen. Der Radweg verläuft vom neuen Baugebiet, Am Hang II, parallel zur Staatsstraße 2354 bis nach Bichling. Eine Trinkwasser-Verbundleitung soll gebaut und mit der Wasserversorgung Schönberg verbunden werden. Hausperger sagte, der Bau der Verbundleitung sei nur mit einer Förderung möglich.

Landrat Max Heimerl schilderte die finanziellen Probleme des Landkreises. Als Gründe für die Erhöhung der Kreisumlage nannte er steigende Energie-, Personal- und Sozialkosten sowie das Klinik-Defizit. Ihm sei bewusst, dass die steigende Kreisumlage keine Begeisterung in den Gemeinden auslösen dürfte. Insbesondere mit Blick auf die Krankenhäuser könne er aber sagen, dass man mit der Restrukturierung auf einem guten Weg sei.

Notaufnahme
bleibt bestehen

Als die Bürger sich zu Wort melden konnten, gab es zwei Fragen. Josef Breiteneicher wollte wissen, ob es stimmt, dass im Krankenhaus Mühldort die Notaufnahme geschlossen wird. Landrat Max Heimerl gab die Auskunft, die Notaufnahme im Krankenhaus Mühldorf bleibe bestehen. Karl Jost verwies auf den schlechten Zustand der Fahrbahn der Staatsstraße 2354 von Bichling nach Brodfurth. Bürgermeister Michael Hausberger antwortete, dass das Thema schon lange bekannt ist. Er konnte dazu keine Aussagen machen, weil es sich um eine Staatsstraße handelt und Gemeinde wie Landkreis keinen Einfluss haben.

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