Kein Geld und kein Anschluss

von Redaktion

Es ist ein großer Traum: der Beitritt des Landkreises Mühldorf zum MVV, der Anschluss an die Metropole. Wird aus dem Traum Wirklichkeit?

Mühldorf – Seit Oktober 2019 ist der Beitritt des Landkreises Mühldorf zum Münchner Verkehrsverbund (MVV) Thema im Kreistag. Eine Grundlagenstudie und eine Verkehrsuntersuchung wurden durchgeführt, die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen für den Landkreis geprüft. Vertreter des MVV und des Verkehrsverbunds Inn-Salzach warben in Fachgremien des Kreistags mit ihren Vorzügen.

Eine Hintertür
bleibt offen

„Wir hätten jetzt eigentlich über den Beitritt des Landkreises zum MVV-Tarifgebiet zum 1. Januar 2025 entscheiden wollen“, erklärte Landrat Max Heimerl (CSU) kürzlich im Verkehrsausschuss. Doch das liebe Geld hat den Anschluss an München bis auf Weiteres gestoppt. Angesichts der aktuellen Haushaltslage des Landkreises sei der MVV-Beitritt unter keinen Umständen vertretbar.

„Das Bayerische Verkehrsministerium will jetzt wissen, ob wir Interesse an einem späteren Beitritt haben“, so Heimerl. Wenn der Landkreis zum 1. Januar 2026 dem MVV beitreten würde, würde der Freistaat die Kosten auf der Schiene vollständig und dauerhaft übernehmen. Das müsste der Kreistag aber bis Ende März 2025 entscheiden.

Das würde dem Landkreis insgesamt eine Million Euro sparen. Bei einem späteren Beitritt – letzter Beitrittstermin wäre der 1. Januar 2027 – wäre keine Förderung durch den Freistaat mehr möglich.

Auf den Einwurf von Michael Ackermann (Grüne): „Entweder 2026 oder gar nicht mehr!“ antwortete der Landrat: „Das schaut momentan so aus.“ Nicht wirklich ernst gemeint, sondern eher mit Galgenhumor, schob er hinterher: „Aber vielleicht kommt ein Geldsegen?“

Um sich die Tür zum MVV noch weiter für die Zukunft offenzuhalten, entschied der Kreistag einstimmig folgenden Beschluss: „Aufgrund der aktuellen Haushaltslage des Landkreises ist eine Ausweitung freiwilliger Leistungen in dieser Größenordnung nicht vertretbar, die Beitrittsentscheidung muss verschoben werden. Die Verwaltung wird beauftragt, das Thema in der Kreistagssitzung im März 2025 wieder aufzunehmen. Bis dahin bleibt der Landkreis Mühldorf am Inn fester Bestandteil der MVV-Studie und verfolgt strategisch das Ziel eines MVV-Beitritts.“

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