Bertas Telefon bleibt drei Monate stumm

von Redaktion

Ärger mit der Telekom – Ursachensuche bleibt ohne Ergebnis

Unterreit – Es sind drei Wohnhäuser, aus denen Haimbuch besteht, der Weiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Unterreit, angegliedert sind ein paar Wirtschaftsgebäude. Hier ist das Rentnerehepaar Gugg zu Hause, und natürlich ist man in dieser Siedlung, einsam wie sie ist, aufs Telefon angewiesen.

Wochenlang mussten die beiden in diesem Winter ohne Telefon auskommen. Von Anfang Dezember, als die Gegend im Schnee versank, bis Mitte Februar ging nichts mehr. Dabei will die 71-jährige Berta Gugg, Vorsitzende des Gartenbauvereins Grünthal, jederzeit ansprechbar sein.

Warteschleife in unguter Erinnerung

„Es ist ungünstig, wenn man nicht zu erreichen ist“, klagt sie und prangert die Telekom an. „Man sollte mal publik machen, wie schlimm das mit dem Unternehmen geworden ist.“ Eine Störung ist nach ihrer Erinnerung früher kein so großes Problem gewesen.

Jedenfalls sei am 2. Dezember auf einmal das Telefon weg gewesen, auch bei der Nachbarin, erinnert sie sich. Über einen anderen Weg habe sie bei der Telekom angerufen, um den Schaden zu melden. Es sei furchtbar gewesen, mit dem Unternehmen überhaupt in Verbindung zu kommen – die Warteschleifen hat sie in unguter Erinnerung. Ein Monteur sei gekommen, der aber nur festgestellt habe, dass der Defekt nichts mit dem Telefon zu tun habe. Mit dieser Diagnose wurden die Guggs zunächst allein gelassen, sie mussten viele Male beim Unternehmen auf Abhilfe drängen. „Ich weiß nicht, wie oft ich angerufen habe, auch im Auftrag der ebenfalls betroffenen Nachbarin“, so Berta Gugg. Vielleicht 20- oder 30-mal. „Man ist Tage beschäftigt, mit der Telekom zu telefonieren“, empört sie sich. „Man kann sich das gar nicht vorstellen. Im Zeitalter des Computers kann es so was gar nicht geben.“

Immerhin habe ihr die Telekom ein Handy als Ersatz zur Verfügung gestellt, doch mit der Verbindung war es so eine Sache. Im Erdgeschoss habe sie damit nicht telefonieren können. Eine echte materielle Einbuße sei ihr indes nicht entstanden.

Bis heute wundert sich Gugg, dass verschiedene Techniker bei ihr und bei der Anwohnerin tätig waren, während ihr Telefon trotzdem wochenlang stumm blieb. Schließlich habe sich sogar Bürgermeister Christian Seidl eingeschaltet, der einen ihm bekannten Monteur um Hilfe bat. Über diesen Fachmann habe man einen weiteren Spezialisten zurate ziehen können, der schließlich den Fehler gefunden habe, so Berta Gugg. Seit Mitte Februar funktioniert ihr Telefon wieder. Immerhin. Was die Ursache für den Defekt war, ist ihr nicht bekannt.

Auf Anfrage der Wasserburger Zeitung hält sich die Telekom bedeckt. Einen Katalog mit vier Fragen zu Anzahl der Störungsfälle im Landkreis Rosenheim und Mühldorf, durchschnittliche Dauer der Reparaturarbeiten sowie Gründe für die teils langen Wartezeiten beantwortet das Unternehmen nicht.

Stattdessen antwortet die Telekom mit folgenden Worten: „Wir wissen, wie wichtig für die Menschen sowohl im privaten als auch geschäftlichen Leben die Verbindung zu anderen ist. Eine funktionierende Infrastruktur ist dabei das Herzstück und steht daher immer und überall im Fokus.“ Die Kollegen würden stets mit Hochdruck daran arbeiten, schnellstmöglich Fehlerquellen ausfindig zu machen, Störursachen zu beheben und die Beeinträchtigungen für die betroffenen Kunden und Kundinnen so gering wie möglich zu gestalten.

Weiter heißt es: „Störungen können sehr komplex sein und sehr unterschiedliche Ursachen haben. Bei unterirdischen Leitungen sind die Maßnahmen zur Wiederherstellung des Netzes meist mit Tiefbauarbeiten verbunden.“ Widrige Verhältnisse wie Schnee, Hochwasser oder Sturm stellten die Mitarbeitenden draußen vor Ort vor besondere Herausforderungen.

Störmeldungen abarbeiten

Entsprechend den Gegebenheiten arbeiteten die Kollegen von der Technik kontinuierlich die bestehenden Störmeldungen ab. „Und wo möglich bieten wir Ersatzleistungen zum Beispiel auf Basis des Mobilfunks an“, so die Telekom.

Weitere detaillierte Informationen könne das Unternehmen nicht geben, heißt es zudem in der Antwort. Eine Begründung, warum dies nicht möglich sei, liefert die Telekom nicht.

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