Ein Urgestein der Feuerwehr

von Redaktion

Nachruf Benedikt Weinbauer ist im Alter von 87 Jahren gestorben

Waldkraiburg – Er war ein Urgestein der Waldkraiburger Feuerwehr: Mit 16 Jahren ist Benedikt Weinbauer als Jugendlicher in die Waldkraiburger Feuerwehr eingetreten und ihr bis zu seinem Tod treu geblieben. 71 Jahre war die Waldkraiburger Feuerwehr Teil seines Lebens.

„In seiner Brust schlugen zwei Herzen: eins für die Familie und eins für die Feuerwehr“, erinnert sich sein Sohn Wolfgang. Für ihn und seine beiden Geschwister Manfred und Karin war er ein großes Vorbild. Sein Einsatz und sein Engagement für die Feuerwehr hinterließ Spuren in der Familie, sodass alle drei mit 14 Jahren in die Feuerwehr eintraten. „Die Feuerwehr ist wie ein Familien-Hobby.“

Nachwuchsarbeit
lag ihm am Herzen

Benedikt Weinbauer kam 1937 in Odelzhausen zur Welt. Sein Vater war in Waldkraiburg stationiert, weshalb die Familie bald umzog. Hier machte Benedikt Weinbauer eine Lehre als Schlosser bei Atoma, bevor er beruflich nach Fürstenfeldbruck wechselte. Die Beziehungen nach Waldkraiburg und zur Feuerwehr aber blieben. In Fürstenfeldbruck lernte er seine spätere Frau Liesi kennen, die er 1962 heiratete. Die drei Kinder vervollständigen das Eheglück.

1967 kehrt die Familie zurück nach Waldkraiburg, anfangs arbeitete Weinbauer bei der Knopffabrik Lode, wechselte dann zur Stadt, wo er für die Stadtwerke als kaufmännischer Angestellter 37 Jahre bis zu seiner Rente arbeitete. Dort engagierte er sich auch im Personalrat, war zudem dessen Vorsitzender.

Benedikt Weinbauer übernahm gerne Verantwortung. Nicht nur im Beruf, sondern auch bei der Feuerwehr. Mit Josef Henke baute er ab 1971 die Jugend-Feuerwehr auf, war lange Zeit Jugendwart. „Die Nachwuchsarbeit war ihm immer wichtig. Wenn die funktioniert, funktioniert es auch bei der aktiven Feuerwehr“, sagt der Sohn über seinen Vater.

Bei der Explosion der Lackfabrik im Einsatz

1984 übernahm Benedikt Weinbauer die Aufgaben des Kommandanten, legte sein Amt aber bereits nach drei Jahren nieder. Denn Benedikt Weinbauer hatte sich schon ab 1973 auf Landkreis-Ebene für die Feuerwehr eingesetzt. Zunächst als Kreisbrandmeister (1973 bis 1984), dann als Kreisbrand-Inspektor (1984 bis 1987), bis er von 1987 bis 1999 Kreisbrandrat war. Von 1997 bis 1999 war er zudem örtlicher Einsatzleiter. „Er wollte seine Aufgabe stets richtig machen, deshalb blieb für die Ortsfeuerwehr weniger Zeit.“ Später wurde Weinbauer zum Ehren-Kreisbrandrat ernannt. Von 1994 bis 2002 war er Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins.

Ob es nun während seiner beruflichen Zeit in Fürstenfeldbruck war oder sein Feuerwehr-Engagement auf Landkreis-Ebene: „Den Bezug zur Waldkraiburger Feuerwehr hat mein Vater nie verloren.“ Bei Einsätzen sei er weiter mitgefahren, oft Seite an Seite mit seinen Kindern. „Er hatte dabei mehr Angst um uns Kinder, hat das aber nie gezeigt.“ Einen für ihn prägenden Einsatz hatte Weinbauer bei der Explosion der Lackfabrik in Waldkraiburg.

Sein Sohn Wolfgang beschreibt den Ehren-Kreisbrandrat als „souveränen Kommandanten und Einsatzleiter“, der als Ratgeber in Familie und Feuerwehr geschätzt wurde. Den Blick auf die Jugend hatte er nie verloren. Während seiner Zeit als Kreisbrandrat kamen die Jugendwettkämpfe der Feuerwehr auf internationaler und nationaler Ebene auf. „Er war immer mit dabei. So entstanden auch Freundschaften wie die zur Feuerwehr Ochsendorf, Landkreis Helmstedt, die bis heute bestehen.“

Seinen letzten großen „Einsatz“ für die Feuerwehr hatte Weinbauer voriges Jahr, als das große Tanklöschfahrzeug der Waldkraiburger Feuerwehr in die Rente im Feuerwehr-Museum geschickt wurde. „Er war damals maßgeblich bei der Beschaffung beteiligt.“ Mehr als 40 Jahre ist das her. „Es war ein Kampf, bis alles genehmigt wurde“, sagte Benedikt Weinbauer, als das Fahrzeug in Rente geschickt wurde. Eine gute Ausrüstung war schon immer sehr wichtig. Wenn es um die Sicherheit und die Rettung von Leben geht, sollte nicht aufs Geld geschaut werden“, war er überzeugt.

Seine Leistungen und Einsatz für die Feuerwehren schätzt auch Landrat Max Heimerl. „Unser Ehrenkreisbrandrat Benedikt Weinbauer war von der ersten Stunde an ein Feuerwehrmann mit Herz und Seele.“

Trauerzug am heutigen Samstag

Weinbauer übernahm in der Kreisbrandinspektion und als Erster Vorsitzender des neuen Kreisfeuerwehrverbands die Verantwortung, die Feuerwehren zu vernetzen und mit den Veränderungen und wachsenden Herausforderungen die Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehren voranzutreiben. „Damit hat er Pionierarbeit geleistet und die Grundlage für den modernen Katastrophenschutz im Landkreis geschaffen“, würdigt ihn Heimerl.

Drei Kinder, acht Enkel und 13 Urenkel hatte Benedikt Weinbauer. Mit seiner Frau Liesi war er glücklich 59 Jahre verheiratet. Nur wenige Monate vor der diamantenen Hochzeit starb sie im Jahr 2022. Jetzt ist Benedikt Weinbauer nur wenige Tage nach seinem 87. Geburtstag im Kreis der Familie verstorben.

Der Trauergottesdienst für Benedikt Weinbauer ist am heutigen Samstag, dem ein Trauerzug vorausgeht.

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