Retter im Rampenlicht

von Redaktion

Nahezu jeden Tag kracht es irgendwo im Landkreis Mühldorf. Angefangen bei angeschlagenen Autotüren oder umgefahrenen Pfosten – ja, auch das sind ernst zu nehmende Unfälle. Dann gibt es Personen, die aufgrund von Trunkenheit, Wetterbedingungen oder schlichtweg Unaufmerksamkeit im Graben landen oder einen Auffahrunfall verursachen.

Und schließlich sind da die richtig tragischen Fälle wie zuletzt die Massenkollision auf der A94, bei der eine 15-Jährige schwerst verletzt wurde.

In der Zeitung – je nach Schwere des Unfalls – ist das nur eine vergleichsweise kleine Meldung, schnell geschrieben und schnell gelesen, rücken Retterinnen und Retter aus und helfen an Ort und Stelle. Wenn es sein muss, auch mehrere Stunden oder mitten in der Nacht.

Beeindruckende 14238 Stunden investierte die Freiwillige Feuerwehr Waldkraiburg im vergangenen Jahr für Einsätze und Übungen. 86 Menschen rettete sie damit das Leben. Ehrenamtlich. Ohne Mindestlohn, von einer Vier-Tage-Woche ganz zu schweigen. Stellenweise wurde sie dafür sogar bedroht oder beleidigt. Wäre das eine Stellenanzeige, dann wäre sie ziemlich unattraktiv.

Dabei gehört dieses Ehrenamt eigentlich auf eine ganz große Bühne. Und wenn einem die niemand bietet, dann schafft man sie sich eben selbst: Vergangenen Sonntag lud die Freiwillige Feuerwehr Waldkraiburg im Stadtzentrum zum ersten Blaulicht-Tag ein. Das Bayerische Rote Kreuz, THW, Wasserwacht und Polizei schlossen sich an.

Und der Besucherandrang war groß. Denn neben den Störenfrieden, die am Ende des Jahres im Gedächtnis bleiben, sind die meisten den Retterinnen und Rettern wohlgesonnen. Schließlich können wir uns auf sie verlassen, während wir selbst im Tiefschlaf sind, aber auch, wenn uns einmal etwas zustößt.

Die geretteten Personen können das sicher bestätigen. Nicht nur eine Bühne für einen Tag, das ganze Jahr über gebührt den Einsatzkräften Dankbarkeit. Vielleicht hat das Ehrenamt damit mehr zu bieten als viele andere Stellen.

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