Malerei und Musik im Einklang

von Redaktion

Das Duo BÖF überzeugt das Publikum beim Konzert im InnCarree

Mühldorf – Es entwickelte sich in den vergangenen Monaten zum idealen Treffpunkt für Leute, die sich für Malerei und Musik interessieren: das Atelier „Augenblicke“ von Silke von Clarmann. Und musikalische Höhepunkte gab es bereits viele in dieser kurzen Zeit. Doch auch der Malerei sollte nicht nur mehr Aufmerksamkeit zukommen, sie müsste mit dem musikalischen Geschehen in Einklang zu bringen sein, war von manchem Besucher zu hören. Und das Duo BÖF griff kürzlich den Gedanken sofort auf.

So ging von Michaela Bauer und Markus Renhart nach ihrem ersten klassischen Stück von J.S. Bach die Frage direkt an die Hausherrin, von welcher Intention gerade bei den Bildern im Hintergrund sie ausgegangen sei. Silke von Clarmann verriet, dass sie die Dreierserie mit „Goldrausch“ bezeichnet und das mittlere Gemälde „Jenseits der Stille“‘ Gefühle zum Ausdruck brachte, die sich dann im Bild „Vulkanausbruch“ widerspiegelten.

Nach diesem Einblick in ihr künstlerisches Schaffen lebte sich der österreichische Klarinettist Markus Renhart, ausgebildet und angestellt beim Salzburger Mozarteum und den Wiener Philharmonikern, zusammen mit Akkordeonvirtuosin Michaela Bauer so richtig aus – zunächst beim „Prontosaurus Walk“ mit einem Stampfer mittendrin.

Sehr gut nachzuvollziehen anschließend das Stück vom hörbar gestressten Wiener, der als Schafhirte auf einer Alm bei einem beschwingten Walzer Entspannung findet. Michaela Bauer als bayerische Vertreterin ließ ihre Blicke im Raum von Bild zu Bild wandern und setzte so ihr „Quasi Rondo“ sehr jazzig in Kontrast zum Wiener-Alpenländischen Schmäh ihres Partners. Nach Afrika entführte der bayerisch österreichische Feinsinn, auch hier in Bezug zu Elefanten- und Nashorn-Bildern, machte einen jiddischen Schwenk mit flotten, Anatefka-ähnlichen Klängen und landete bei einer Almen-Amazing-Grace- Kombination, bei der sich Renhart als rasender Klarinettist zunächst so richtig austobte, dann jedoch im flotten Almjodler „de Sunnaseitn mit scheane Bleamal“ entdeckte.

Ein empfohlener Blick auf das Porträt von Karl Lagerfeld – und das Publikum fand sich wieder beim beschwingten Musette-Walzer mitten in Paris. Michaela Bauer wiederum konnte bei den russischen „Schwarzen Augen“ so richtig die melancholische Seite ihres Akkordeons einsetzen. Dass Renhart auch gefühlvoll-bedächtig sein kann, bewies er mit „Pinzgau goes Bayern“, und argentinisch wurde es anschließend beim Tango, den Silke von Clarmann in Rot- Schwarz-Tönen auf die Leinwand gezaubert hatte.

Fast eine Aufforderung an die begeisterten Zuhörer und -seher war die Zugabe „I dadad mit ihr tanzn, wann sie mi fragn dad“, dem das Duo zum Runterkommen noch eine Astor-Piazolla- Melodie folgen ließ.fis

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