Reise zu Blues-Wurzeln

von Redaktion

Black Patti begeistert im Mühldorfer Haberkasten

Mühldorf – Black Patti hat unlängst den Haberkasten in eine Blueskneipe verwandelt. Lediglich rund 100 Besucher haben das Konzert der beiden Musiker besucht. Viele Infos über Musik und Instrumente bot das Duo zusätzlich zu Blues, Spirituals und Ragtime. Das Publikum ist von Anfang an begeistert, klatscht und schnipst im Takt. Peter Crow C. informiert ausgiebig über die Songs. Jede Region hatte ihren eigenen Stil: bekannt für den Blues in den 1920 ern war das Mississippi-Delta mit seinen vielen Baumwollplantagen.

Es geht
nach New Orleans

Diese Stücke sind recht marschierend, vorrangig instrumental und wunderbar melodisch. Es geht nach New Orleans. Die Frenchmen Street sei zu empfehlen: Ab 18 Uhr wird die Straße für den Autoverkehr gesperrt und von Musikern, Einheimischen und Touristen eingenommen. Und so führen die beiden Musiker durch die Geschichte der U.S.-amerikanischen Musik der vorrangig schwarzen, aber auch weißen und indigenen Bevölkerung. Der Übergang vom Blues, der den Alkohol bejubelt, und kirchlichen Spirits, die den Alkohol verteufeln, ist fließend. Nicht einfach, so erklärt es das Duo, war vor 100 Jahren das Aufnehmen von Songs, die gemischte Bands aus Schwarzen und Weißen spielten. Wie angekündigt braucht Crow viel Luft für einige Stücke. Mundharmonika und Gesang wechseln sich rasant ab. Die Musiker stellen die Mandoline und ihre Große Schwester, die Mandola, vor. Diese spielt Kollege Ferdinand Kraemer. Anders als die üblichen in Europa gespielten Saiteninstrumente, nutzen die Amerikaner solche mit flachem Boden. Kraemer kann seine Instrumente übrigens auch hinter dem Kopf spielen. Der Musiker stampft oftmals im Takt. Die Wasserflasche neben seinem Sitzplatz schaukelt rhythmisch dazu – und fällt nicht um. Zu Beginn singen sie: „Good news, Black Patti is coming“. Und immer wieder besticht das Konzert durch schelmische Kommentare. „Wir sind Blues-Musiker, wir leben vom Jammern“, berichtet Crow. Die aufgedruckten Tonarten auf den Mundharmonikas würden jährlich kleiner. Für eine Brille sei der Musiker jedoch zu eitel. Zu Beginn und am Ende des Konzerts musizieren die Künstler im Publikum. Diese Mischung kommt beim Blues-affinen Publikum sehr gut an.

Artikel 1 von 11