Zuwendungen an die Tafel sorgen für Diskussion im Gemeinderat

von Redaktion

Einrichtung soll mit 50 Cent pro Einwohner gefördert werden – Aschau entscheidet über mehrere Zuschussanträge

Aschau – Es müssen nicht immer die ganz hohen Beträge sein, die aus der Gemeindekasse an Vereine und Institutionen fließen – aber vieles wäre nicht oder zumindest nicht ganz so leicht umzusetzen ohne finanzielle Förderung. So wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung drei Zuschussanträge behandelt, alle drei stießen auf wohlwollende und vor allem einstimmige Zustimmung des Gremiums.

Der erste Antrag kam von der Sommerfest GbR, die vom 19. bis 21. April 2024 das Blasmusikfestival „Stadlbrass“ im Bierstadl der Brauerei Ametsbichler veranstaltet. Dem Gemeinderat lag ein Zuschussantrag auf Förderung aus dem Kulturfonds in Höhe von 3000 Euro vor. Bekannt sei, so informierte Bürgermeister Christian Weyrich, dass durch die Eintrittspreise lediglich die Kosten für die Musik gedeckt werden können, „alle anderen Kosten müssen also über den Ausschank, Zuschüsse und Sponsoring gestemmt werden“, so der Bürgermeister. Einnahmen aus dem Speisenverkauf fließen nicht auf das Konto des Veranstalters, dies läuft über die entsprechenden Vereine.

Gewinne gehen
an die Vereine

Bereits in den Jahren 2018 und 2022 hatte die Gemeinde die vollen Kosten für die Technikausstattung von „Stadlbrass“ übernommen, die Förderung hatte damit im Jahr 2018 eine Höhe von 3000 Euro, im Jahr 2022 von 3900 Euro. „Alle Gewinne, die am Festivalwochenende erwirtschaftet werden, gehen zu 100 Prozent an den Musikverein und den Trachtenverein, das Geld fließt hier in die Jugendarbeit“, auch das erwähnte der Bürgermeister.

In diesem Jahr läuft es etwas anders, aber nicht schlechter für das Blasmusik-Event, das mittlerweile über die Region hinaus bekannt ist. Denn einstimmig beschloss das Gremium, das Blasmusikfestival aus dem Kulturbudget mit 2000 Euro zu unterstützen. Inhalt des Beschlusses ist aber auch ein Defizitausgleich, mit dem die Gemeinde einspringt, wenn das Festival nicht kostendeckend veranstaltet werden kann.

Nicht ganz ohne Diskussion ging ein weiterer Zuschussantrag über die Bühne: die Mühldorfer Tafel mit ihrer Zweigstelle in Waldkraiburg hatte einen Zuschuss auf Unterstützung für die Mietkosten beantragt. Dabei wurde auch deutlich gemacht, dass der Andrang auf Hilfe durch die Tafel ständig größer werde. Die erste Zweigstelle in der Region wurde noch in Aschau eingerichtet, mittlerweile befindet sie sich in Waldkraiburg.

„Die Tafel Mühldorf bedankt sich für die Unterstützung vieler Aschauer Bürger. Doch allein mit vielen ehrenamtlichen Helfern und Spenden durch Vereine und Firmen ist es nicht getan“, schreiben die Tafel-Verantwortlichen in ihrem Begleitbrief zum Antrag auf Förderung der Miete und sie appellieren: „Die Solidarität der Kommunen im Landkreis ist hier gefragt.“

Eine Lücke bei
den Mietzahlungen

Derzeit ergibt sich bei der Tafel bei den Mietzahlungen eine Lücke von 1000 Euro pro Monat. Die Gemeinde Ampfing und die Stadt Waldkraiburg haben ihre Unterstützung bereits zugesagt. Bei der Gemeinde Aschau am Inn beantragte die Tafel einen Zuschuss von 2000 Euro.

Zum Vergleich war in der Sitzungsunterlage für den Aschauer Gemeinderat angeführt, dass man beispielsweise den St. Anna-Hospizverein mit 50 Cent je Einwohner unterstützt. In dieser Höhe sollte laut Vorschlag auch die Tafel unterstützt werden, und zwar für die Jahre 2024, 2025 und 2026.

Gemeinderätin Gertraud Langbauer (Bündnis Aschau) machte gleich zu Beginn der Diskussion klar, dass angesichts der Leistung der Tafel der Gemeinde Aschau am Inn 2000 Euro ein sinnvoller und guter Beitrag wären. Alexandra Kutschera (Bündnis Aschau) plädierte ebenfalls für 2000 Euro, „für die Tafel wäre das eine wichtige Stabilisierung und eine Würdigung der Arbeit aller Helfer.“ Martin Hopfinger (SPD) erklärte, dass er sich mit 70 Cent pro Aschauer Kopf gut „anfreunden“ könne.

Bürgermeister Weyrich antwortete, dass man in Aschau sicher nicht knausrig sei, aber mit 50 Cent pro Einwohner sei man gut aufgestellt, dies seien pro Jahr auch 1750 Euro. „Und wenn die Tafel ein Sonderprojekt hat, dann kann man da sicher drüber reden“, so Weyrich.

Barbara Bischoff (AWG) plädierte für ein Ende der Diskussion, was Alexandra Kutschera mit dem Satz, man habe im Gremium schon drei Stunden über Büromöbel diskutiert, kommentierte. Gertraud Langbauer erinnerte mit dem Satz „andere Vereine bekommen 2000 Euro für drei Tage“ an die eben beschlossene Förderung des „Stadlbrass“.

Lange
Warteliste

Eine Vertreterin der Tafel bezifferte die Zahl der Bürgerinnen und Bürger aus Aschau am Inn, von denen die Einrichtung genutzt wird, auf derzeit 21 Personen. Wenn die derzeit bestehende Warteliste abgebaut ist, dann würde diese Zahl auf 45 steigen. Am Ende der Diskussion dann die Entscheidung des Gremiums: Der Vorschlag auf Förderung mit 50 Cent pro Einwohner, also 1750 Euro jährlich, wurde mehrheitlich angenommen.

Der dritte und letzte Förderantrag kam von den Frahamer Inntalschützen, der einzige Schützenverein in der Region, der ein eigenes Schützenhaus unterhält. Bedingt durch die Corona-Krise hat der Verein ein Kassenminus von derzeit 5000 Euro zu verzeichnen, die laufenden Fixkosten erhöhten sich insbesondere durch höhere Stromkosten. Die Erneuerung einer Laserzielscheibe schlage zudem mit 800 Euro zu Buche. Aufgrund dieser außerordentlichen Belastungen bitte der Verein um Unterstützung mit einer einmaligen Spende in Höhe von 2500 Euro. Hier gab es keine lange Diskussion, einstimmig beschloss das Gremium, den Frahamer Inntalschützen eine einmalige Vereinsförderung von 2500 Euro zukommen zu lassen.krb

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