Mühldorf – Nachdem sich einige Ausgangsvoraussetzungen geändert haben, kann jetzt auch die Betriebshilfe des Maschinen- und Betriebshilferings Altötting-Mühldorf die Alltagsbetreuung und haushaltsnahe Dienstleistungen gemäß des Paragrafen 45a Sozialgesetzbuch VI anbieten. Über ihn erhalten Personen der Pflegestufe I und II bis zu 125 Euro im Monat für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag von der Pflegekasse erstattet, worüber die Kasse die Betroffenen einmalig informieren muss. Das verkündete Johann Huber, Leiter der Betriebshilfe, bei der 53. Jahreshauptversammlung. Sie fand am vergangenen Donnerstag beim Kreuzerwirt statt.
„Historischen
Umsatz“ erzielt
Huber erklärte, dass bisher nur Dorfhelferinnen diese Dienstleistungen anbieten durften. Nun stünden sie auch Hauswirtschafterinnen offen. Dabei gehe es hauptsächlich um die Reinigung des Lebensbereiches, die Wäschepflege und die Verpflegung, aber auch um das Einkaufen oder die Begleitung zu Gottesdiensten oder bei Friedhofsbesuchen.
Mit dem neuen Baustein erweitert der Maschinenring die Dienstleistungspalette, die er Landkreisen, Kommunen, Firmen und Privathaushalten anbietet und über seine GmbH abwickelt. Laut Franz Steinberger, dem für die Grünflächenpflege zuständigen Prokuristen, hat die Maschinenring GmbH 2023 mit 7,37 Millionen Euro einen „historischen Umsatz“ erzielt. Erneut war der Winterdienst bei 550 Betrieben mit 3,43 Millionen Euro der stärkste Umsatzposten, gefolgt von der Grünflächenpflege mit 1,86 Millionen Euro, der Baumpflege mit 1,09 Millionen Euro und dem Mähen von Straßenbegleitgrün mit einer Million Euro. „360 Landwirte haben hier bei 1400 Kunden ein Zusatzeinkommen erzielt und sich ein sicheres zweites Standbein geschaffen“, erklärte Steinberger.
Wie Geschäftsführer Peter Falter berichtete, konnte der Maschinenring die Anzahl seiner Mitglieder gegenüber dem Vorjahr weiter von 3522 auf 3561 steigern. Die Maschinenring GmbH machte 2023 auf dem Umsatz-Tortendiagramm wieder das zweitgrößte Stück aus. Der größte Anteil des gegenüber dem Vorjahr um 450000 Euro gestiegenen Gesamtumsatzes von 28,82 Millionen Euro entfiel 2023 auf den Maschinenring mit 20,58 Millionen Euro. Das Personal-Leasing mit 608689 Euro und die gemeinsam mit der Waldbauernvereinigung betriebene MW Hackschnitzel Inn-Salzach GmbH in Töging mit 252310 Euro stellen viel kleinere Umsatzanteile. Im hiesigen Maschinenring haben sich 84 Maschinengemeinschaften gebildet, die ihre Leistungen untereinander abrechnen. Peter Falter animierte zur Bildung weiterer solcher Gemeinschaften, die der Freistaat ebenso fördere wie Betriebsberatungen von der Planung bis zur Abwicklung von Bauvorhaben oder die Regelung eines Betriebsübergangs. Der Ring selbst setze nun auf die Digitalisierung über sein MR-Portal, für das sich bereits 1472 Betriebe registriert hätten. Sie könnten dort unter anderem eine „Ackerschlagdatei“ nutzen. „Planen können Sie dann am Bildschirm, während Sie auf dem Feld via Handy die Dokumentation erledigen“, riet der Geschäftsführer. „Der Versand von Rechnungen wird über kurz oder lang digital und per E-Mail laufen und dann sauber in einem digitalen Leitz-Ordner dokumentiert.“
Das auf die Interna folgende Hauptreferat könnte auch außerhalb der Landwirtschaft interessant sein. Es kam in diesem Jahr von Norbert Bleisteiner, Leiter Fachzentrum für Energie und Landtechnik Triesdorf. Zum Thema „Energiewende in der Landwirtschaft“ erklärte er, die CO2-Kompensation über Humusaufbau sei wissenschaftlich unumstritten. Auch Wiesen und Grasland würden viel Kohlenstoff binden, wenn man sie mähe oder sie abfressen lasse. „Über Traktoren mit alternativen Antrieben CO2 zu sparen, bringt aber wenig und die Landwirtschaft kann nicht durch Einsparmaßnahmen klimaneutral werden“, lautete einer der Kernsätze Bleisteiners. Bei der Stromversorgung über Photovoltaik oder Windräder werde die Nachfragekurve im Tagesverlauf zu wenig beachtet und Batterien könnten nur Schwankungen der PV-Anlagen zwischen Tag und Nacht ausgleichen, nicht aber die zwischen Sommer und Winter. Dringend nötig sei der Netzausbau, sonst käme es bei weiterem Zubau bloß zu noch häufigeren Abschaltungen. Die heute mit Rücksicht auf die Bevölkerung propagierte Erdverkabelung sei wegen der dazu nötigen bis zu 30 Meter breiten Schneisen quer durch die Landschaft ökologisch „ein Desaster“ und um den Faktor drei bis vier teurer als Freileitungen. Der hoch gepriesene Wasserstoff als Speichermedium sei aufgrund seiner sehr kleinen Moleküle im Handling sehr schwierig, weil man ihn nicht einfach über das Erdgasnetz transportieren und auch nicht mit Erdgas mischen könne. Nach einem Exkurs über Widerstände in der Bevölkerung schloss Bleisteiner mit der Bemerkung, man müsse die Leute an der Wertschöpfung teilhaben lassen. Am schlimmsten für einen Bürgermeister seien pensionierte Lehrer, weil sie Einzelinteressen vor das Gemeinwohl stellten.
Nachhaltige
Bewirtschaftung
Abschließend sollte der Haiminger Landwirt Johannes Hofer über die nachhaltige Bodenbewirtschaftung und die Förderung des Bodenlebens informieren. Er berichtete über seine Arbeit im Milchviehbetrieb mit Ackerbau in einem Tempo, das es selbst dem Fachpublikum schwer machte, ihm zu folgen.
Anders als bei früheren Veranstaltungen des Maschinenrings war die örtliche Politik dieses Mal nur spärlich vertreten und die präsentierte Liste der entschuldigten Ehrengäste war bedeutend länger als die der persönlich Begrüßten.