Waldkraiburg – Nach 1945 entstanden die ersten Frauenausschüsse der CDU und der CSU. Drei Jahre später wurde die „Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU/CSU Deutschland“ gegründet. Die Frauen-Union (FU) wuchs deutschlandweit und ab 1974 wurden die Frauen auch in Waldkraiburg aktiv. Für die Ortsvorsitzende Christina Pöppel und die FU-Mitglieder ein Grund zum Feiern.
Zum 50-jährigen Jubiläum luden sie ins „Ars Vivendi“ ein. Das Lokal war bis auf den letzten Platz belegt. Unter den Gratulanten waren auch die Europaabgeordnete Professorin Dr. Angelika Niebler, der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer und Susanne Bell, die die Gäste auf eine Zeitreise durch 50 Jahre FU Waldkraiburg mitnahm.
Glückwünsche kamen von der ehemaligen Vorsitzenden Kriemhild Heller, die aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte. Wie Bell zählt auch Heller zu den Gründerinnen der Waldkraiburger FU. Sie riefen unter anderem mithilfe der damaligen Kreisvorsitzenden Ernestine Auer das Ferienprogramm ins Leben.
Heller ließ einen Rückblick auf das Engagement der FU verlesen. Hierbei erinnerte sie an verschiedene Events.
Die erste Veranstaltung beim Ferienprogramm der FU war „Der große dicke Daus“ des Kindertheaters München. „Es fand in einer Ecke des Volksfestplatzes statt. Der Eintritt war frei. Die ‚Anschubfinanzierung‘ dazu kostete uns damals 300 Mark. Unsere Erkennungslieder waren ‚Die Tante aus Marokko‘ und ‚Die Laurenzia‘. Lange Jahre haben wir das Ferienprogramm allein durchgeführt. Dann hat es die Stadt übernommen. Die FU hat sich natürlich immer daran beteiligt und tut es immer noch“, so Heller.
Dass sich bei den Frauen nicht alles um Politik dreht, sondern auch Platz für Spaß und Unterhaltung ist, sieht man an der fünften Jahreszeit. So veranstaltet die FU jedes Jahr einen Kinderfasching und nimmt an allerlei Faschingsaktivitäten teil.
Ein Herz für Kinder und Jugend zeigen die Frauen auch bei ihren Spendenaktionen. Seit letztem Jahr geht der Erlös ihres Kinderfaschings an einen guten Zweck. Im Vorjahr durfte sich die Musikschule Waldkraiburg über eine Spende freuen; heuer war es der Nachwuchs des EHC Waldkraiburg. Bei einem Play-off- Spiel überreichte die FU der EHC-Jugend einen symbolischen Scheck von 2000 Euro.
Weitere Veranstaltungen in einem halben Jahrhundert Waldkraiburger FU waren: ein Kinderkleidermarkt, Märchentheater Eggenfelden, Stadtrundfahrten, Kirchenbesuche und Führungen durch das Kloster Zangberg, ein Flohmarkt und Adventsmarkt.
Auch einen Tanzkurs gab es früher, bei dem Tanzlehrerin Ernestine Auer ihnen den bayerischen Zwiefachen beibrachte. Die Melodie dazu: „Unsere oide Kat hat a no a no…“. Der Tanzkurs machte ihnen so viel Spaß, dass sie damals den CSU-Ball mit der Münchner Francaise eröffneten.
Viele Jahre wurde nicht mehr getanzt, doch heuer soll sich das ändern. Gemeinsam mit der FU Heldenstein wollen sie im Herbst wieder das Tanzbein schwingen. Mit der FU Heldenstein verbindet sie eine besondere Freundschaft und so gab es von ihnen einen Sketch, der für ordentlich Spaß, Unterhaltung und Lachtränen sorgte.
Einiges von früher ist heute nur noch Geschichte, doch ihre traditionelle Faschingsaktivitäten, das Ferienprogramm mit seiner Kreativwerkstatt, das am 5. August stattfindet, ihr Muttertagstand sowie ihre Kunstveranstaltung im Herbst sollen auch in Zukunft erhalten bleiben.
Aktuell zählt die Waldkraiburger Frauen-Union 65 Mitglieder im Alter zwischen 24 und 90 Jahren. Ein Zeichen, dass man niemals zu jung oder zu alt ist, um sich für die Rechte der Frauen starkzumachen. Man muss kein Mitglied sein, um bei den Veranstaltungen der FU mitzumachen. Sie wollen, dass auch Familien mit wenig Geld viel Spaß haben können. Deshalb kostet der Kinderfasching keinen Eintritt.
„Ein ganz großes Lob möchte ich vor allem unserer Vorstandschaft aussprechen. Für mich ist unser Team das Allerwichtigste, denn ohne diesen enormen Zusammenhalt wäre vieles nicht möglich. Wir haben großartige Leute in unserer Vorstandschaft. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt die Ortsvorsitzende Pöppel.
„Die Frauen sind seit 50 Jahren auch hier in Waldkraiburg aktiv. Sie haben im christlich sozialen Bereich viel geleistet und werden auch in Zukunft an ihren Werten festhalten und sich für die gute Sache starkmachen“, setzt Pöppel fort.
Was Frauen leisten, war schon immer eine Selbstverständlichkeit: Job, Familie, Kinder, Haushalt, Termine, Engagement in Vereinen und viele weitere Verpflichtungen müssen unter einen Hut gebracht werden. Eine Meisterleistung, all das zu managen.
Um den Frauen dieser Welt „Danke“ zu sagen macht die FU deshalb traditionell am Samstag vor Muttertag am Waldkraiburger Stadtplatz einen Stand. Dann gibt es für jede Frau eine Blume als Zeichen der Wertschätzung. kme