Mühldorf – Melanie Kalleder ist Mama von zwei Kindern, zwei und drei Jahre alt, und arbeitet drei halbe Tage die Woche in einem Kindergarten. Dazu hat sie noch einen Ehemann namens Manuel. Die junge Familie lebt an der Oberhofener Straße in Mößling und hat seit 1. März ein kleines, braunes Holzhäuschen neben der Haustür stehen.
Den Lebenstraum
kreativ verwirklichen
„Mein Traum ist es, eine Mischung aus Unverpacktladen und Familien-Café zu gründen“, verrät Kalleder beim Besuch des OVB. Als erste Etappe zur Verwirklichung dieses Vorhabens hat sie einen Handwerksbetrieb angemeldet, ihre „Handwerkszauberei“.
Basteln und Nähen waren schon immer die große Leidenschaft der 35-Jährigen. Bevor Corona kam, arbeitete sie seit zehn Jahren als OP-technische Assistentin im Krankenhaus. Weil sie ihr erstes Kind erwartete, kam mit Corona das Beschäftigungsverbot für Schwangere. „Ich durfte nicht mehr arbeiten und hab angefangen, Babykleidung zu nähen“, erinnert sie sich. Aber nur untätig dasitzen und ihre Hände stillhalten ist nicht ihre Art.
Ein Unverpacktladen
mit Café
Schon vor Corona hatte sie mit dem Gedanken geliebäugelt, in Mühldorf einen Unverpacktladen zu eröffnen. Mit ihren beiden Kindern kam die Idee eines Familien-Cafés dazu. „Eltern von kleinen Kindern wollen ja auch mal raus und sich einen Café-Besuch gönnen“, erklärt sie und nickt dabei in Richtung ihrer Kinder, die gerade ausgelassen und laut quietschend mit dem Papa Dinosaurier spielen.
Noch reicht
das Kapital nicht
„In meinem Familien-Café sollen Kinder auch mal laut sein können und spielen, ohne dass es für die Eltern unangenehm wird.“
„Andere haben es auch geschafft, ihren eigenen Laden zu eröffnen, dann kann ich das auch“, ist sich Kalleder sicher. Sie hat sich in ihrem Leben schon öfter verändert. Von der Einzelhandelskauffrau – eine gute Basis für eine Geschäftsinhaberin – zur OP-Assistentin und zur ausgebildeten Tagesmutter und Hilfskraft im Kindergarten. Noch reicht das Startkapital nicht, um sich ihren Traum erfüllen zu können. Der Dekoverkauf an der Haustür soll helfen. „Vielleicht wird es ja mal ganz groß und die Einnahmen ermöglichen mir meinen eigenen Laden mit Café.“ Melanie träumt nicht nur, sie arbeitet mit Feuereifer daran. „Immer wenn ich Freiraum habe, setze ich mich hin, nähe, beklebe Kerzen oder gieße, schleife und lasiere meine kleinen Objekte und Figuren aus Reliefgips“, sagt sie.
Für jeden Geschmack
und Anlass
Ihre Werke bietet sie zum kleinen Preis feil. Momentan tummeln sich im Verkaufshaus zwischen Taschen, Kerzen und Engerln zahlreiche kleine Osterhäschen. „Für jeden Geschmack und für jeden Anlass ist eine Kleinigkeit dabei“, beschreibt Kalleder die Auswahl.
Sonderwünsche
verwirklicht
„Kreativ sein ist ein Ventil für mich, mal was anderes zu tun als nur Kinder und Kindergarten.“ In ihrer Werkstatt im Keller des Hauses steht auch ein kleiner Kindertisch, denn natürlich eifern die Kinder der Mama nach. Wollen oft auch werkeln, wenn sie es tut. Auch Sonderwünsche verwirklicht Melanie gerne. Für Nachbarn und Freunde hat sie etwa eine hübsche Kinderjacke genäht oder ein kleines Mitbringsel zu einem 40. Geburtstag gestaltet, in dem sich ein Geldgeschenk ausgefallen verpacken lässt.
Das kleine Häuschen „Handwerkszauberei“ ist täglich von morgens bis abends zugänglich. Wer sich etwas ausgesucht hat, steckt entweder den passenden Bargeldbetrag in die Kasse oder kann online per Paypal bezahlen. Melanie setzt auf die Ehrlichkeit ihrer Kunden und ist damit bisher gut gefahren.
Alles auch auf
Instagram
Auch Bestellungen und Sonderwünsche können direkt – mit Stift und Zettel – online oder per Telefon unter 0175/2460163 aufgegeben werden. Melanie Kalleders „Handwerkszauberei“ ist auch auf Instagram zu finden. Hier kann man sich durch ihre Arbeiten klicken und es kommen ständig neue Werke dazu.
Nach Ostern ist vor
Mutter- und Vatertag
Für die Zeit nach dem Osterfest arbeitet Melanie Kalleder bereits an Geschenken für den Muttertag. Gießt zum Beispiel Herzförmchen mit rosa Gips aus, um daraus Kerzenständer zu machen. Was sie für den Vatertag machen wird? Sie lacht: „Das ist gar nicht so einfach. Männer haben´s ja nicht so mit Deko.“ Aber sie ist sich sicher, dass ihr die zündende Idee fürs Männerpräsent noch kommen wird.