Leviten lesen und Krüge stemmen

von Redaktion

Erstes Starkbierfest in Stefanskirchen

Stefanskirchen – Die Premiere hätte nicht besser laufen können. Der Saal im Landgasthaus Stoiber war bis auf den letzten Platz gefüllt, denn der Burschenverein und die Dirndlschaft Stefanskirchen riefen zum ersten Starkbierfest. Zum Anfang spielte gleich die Bergkirchner Tanzlmusi auf. Für das leibliche Wohl sorgte der Wirt mit bayerischen Schmankerln. Vorstand Christoph Nicklbauer begrüßte alle Gäste und holte den Ersten Bürgermeister Josef Grunder nach vorne. Er stieß mit einem „Salve pater patriae, bibas princeps optime“ auf ihn, auf die schöne Heimat Bayern und auf das geliebte Stefanskirchen an.

Bruder Franziskus heizt Stimmung an

Voller Spannung wurde die Fastenpredigt, die von Barbara und Christoph Nicklbauer verfasst wurde, erwartet. Von Anfang an heizte Bruder Franziskus die Stimmung im Saal an. Vor vier Jahren war schon mal eine Fastenpredigt geschrieben worden, damals waren beste Bedingungen, mitten unter den Kommunalwahlen. Doch dann wurde alles abgesagt wegen des Virus. Er erinnerte sich, dass sich die Frauen gefreut haben, als Landrat Heimerl zu den Wahlversammlungen kam. „Denn was die Kaniber optisch für die Bauern ist, das ist der Heimerl für unsere Weiber.“ Leider hat der Landrat seine Zusage für den Volksfestbus von Stefanskirchen nach Mühldorf nicht gehalten. So hoffen die Stefanskirchner jetzt, auf ihren Bürgermeister, dass ein Bus von Stefanskirchen über Salmanskirchen nach Ampfing zum Volksfest eingesetzt wird. Bruder Franziskus gab dem Bürgermeister auch den Tipp, das Volksfestzelt in Wimpasing aufzustellen, dass, wenn die Höhenkontrolle am Tunnel ausgelöst wird, die wartenden Leute sein Zelt leicht füllen. Auf die Höhenkontrolle sei mehr Verlass als auf die Ampfinger Gäste. Auch die Geistlichkeit wurde nicht verschont. Pfarrer Florian Regner und Kaplan Tobias Pastötter machten heuer eine erwachsene Sternsingergruppe. Nach mehreren Stamperl Schnaps sangen sie dann: „Ich seh‘ den Sternenhimmel.“ Mit Diakon Sepp Breiteneicher gelang Oberbayern integriert Niederbayern sehr gut. Das Vereinsleben von Stefanskirchen sei hervorragend und bestens von jungen Vorständen geführt. Ein Fest jage das andere. Den Zustand „Nüchtern“ gebe es fast nicht mehr. Außerdem brachte Franziskus noch viele andere Begebenheiten aus Stefanskirchen und Umland auf humorvolle Weise an den Tag. In der Gesellschaft hätte sich so einiges geändert. Früher hatte man Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll. „Heute haben wir: Veganer, Nichtraucher und Laktoseintoleranz.“ Bei den Schandtaten des Gastgebers, sei es auf Burschenfesten oder Ausflügen ins Spinnradl, konnte sich der Saal vor lauter Lachen nicht mehr halten. Franziskus sagte jedoch auch, wie sehr Burschenverein und Dirndlschaft den Ort Stefanskirchen unterstützen. Er wies mit einem zwinkernden Auge darauf hin, wie fromm die Knaben und die Mädels doch seien.

„Trinkbare“
Preise

Der Abschluss wurde dann noch etwas nachdenklich. „Nix ist selbstverständlich, hoits weiterhin fest zam, unterstützt die Vereine, dass ned nur de gleichen Leut ois macha miaßn und genießt unsern Wirt, solang man no hom“. Dann eröffnete er die Bar. Mit tosendem Applaus verließ er mit der Hintergrund-Musik „Highway to Hell“ die Bühne. Der nächste Höhepunkt des Abends war das Masskrugstemmen. Sieben Dirndl und 21 Burschen stellten sich dieser Aufgabe. Sieger wurden bei den Dirndl Katharina Steinberger knapp vor Marina Platter. Bei den Burschen wurde Florian Steinberger Erster. Es gab passend zum Fest „trinkbare“ Preise. Bis zum frühen Morgen wurde gefeiert.

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