Der Osterhase ist gestolpert. „Nanu, hat hier schon einer meiner Hasenkollegen etwas versteckt?”, wundert sich der braune Hoppler auf seiner Erkundungstour.
Doch er wird enttäuscht. Es ist kein Osternest, keine Schokolade, nur ein leicht zusammengedrückter Eistee-Karton. Leer noch dazu, nicht mal eine süße Stärkung auf seiner Tour. Dafür schmerzt jetzt die Pfote.
Er blickt sich um und sieht die nächsten Hindernisse: kleine Schnapsflaschen, leere Dosen und Joghurtbecher, zusammengeknüllte Brotzeittüten. Dazwischen jede Menge giftige Zigarettenstummel, deren Bestandteile sich auf seinem Weg durch die Waldkraiburger Innenstadt unter seinen Krallen sammeln.
So hat er sich das Osterfest wahrlich nicht vorgestellt.
Und da ist er nicht der Einzige. Dieter Weihrauch ist zwar kein Osterhase, aber den Müll in der Stadt mag er trotzdem nicht. „Waldkraiburg ist schon keine schöne Stadt, aber eine saubere könnte sie doch sein”, sagt er aufgebracht. Das würde er sich für sich und seine Enkeltochter wünschen.
Weil Weihrauch kein Jammerlappenhase ist, nimmt er die Sache selbst in die Hand. Gemeinsam mit Enkelin und Ehefrau, ausgestattet mit Greifzangen und Mülltüten, gehen sie das Müllproblem höchstpersönlich an. So war es in der Vergangenheit und so werden sie auch weiterhin losziehen.
Und sie freuen sich, wenn viele Hobby-Osterhasenhelferinnen und -helfer es ihnen gleichtun. Damit das beliebte Tier zukünftig nicht mehr stolpert und die Enkelkinder die Osterüberraschungen nicht zwischen buntem Abfall suchen müssen.
Denn gemeinsam lassen sich in kürzester Zeit ganze Säcke füllen. Nach getaner Arbeit ist Waldkraiburg aus dem Schmutz und Unrat auferstanden und der Osterhase hat freie Bahn.
Wenn doch nur jeden Tag Ostern wäre.