Das echte Lebenist nicht digital

von Redaktion

Waldkraiburg – Das Internet ist voll mit gut gemeinten Tipps, für welches Alter welche Spiele- oder Lern-App am besten geeignet ist für das eigene Kind. Man will ja nur das Beste. Verständlich. Und dass in der modernen Welt ohne den smarten Umgang mit Handy, Tablet und Co. kaum noch was geht – diese Diskussion ist überflüssig, sie zu führen.

Für den richtigen Umgang braucht es Übung, damit man Handy, Tablet und Co. verantwortungsvoll als Werkzeug einsetzt und nicht zur stundenlangen Freizeitgestaltung. Zwei, drei Stunden sind schnell vorbei, wenn sich Kinder in bunten Fantasiewelten verlieren. Und das Zeitgefühl gleich mit dazu.

Es ist gut und wichtig, Kindern Limits zu setzen, zu überprüfen, in welche Welten Kinder eintauchen, welchen Gefahren sie dort begegnen: Apps, die Kinder manipulieren, Druck erzeugen, unerwünschte Nachrichten – auch von Erwachsenen – zulassen oder Abzocke durch verlockende In-App-Käufe.

Digitale Inhalte sind aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken, aber dazu braucht es eine Medienerziehung. Gemeinsam erkunden und gemeinsam entscheiden, was gut und sinnvoll für den Nachwuchs ist.

Doch bei aller Vorsicht, bei allen Limits: Seinen eigenen Medienkonsum sollte man nicht unterschätzen. Nicht nur die Kinder verlieren sich in der digitalen Welt, sondern auch die Erwachsenen. Auch sie erleben in den sozialen Medien das Leben anderer lieber mit, anstatt das eigene in der Zwischenzeit aktiver und lebendiger zu gestalten. Die ihre Kinder gelegentlich auf „gleich“ vertrösten, bevor sie das Handy zur Seite legen.

Es spielt keine Rolle für Kinder, ob Mama oder Papa sich über Neuigkeiten aus aller Welt informieren, Bankgeschäfte erledigen oder einfach nur am Handy daddeln. Das Bild ist nämlich das gleiche: Die Eltern starren selber auf den Bildschirm.

Als Erwachsener hat man eine Vorbildfunktion gegenüber Kindern. In allen Bereichen des Lebens – auch bei der Nutzung von Handy und Co.. Wer sich nicht von seinem Handy trennen kann, ständig Nachrichten checkt oder sich von kurzen Videoclips unterhalten lässt, darf sich nicht ärgern, wenn Kinder es einem gleichtun.

Lieber mal das Handy zur Seite legen. Und den Kindern zeigen, dass Handys und Co. in erster Linie sinnvolle Arbeitswerkzeuge sein sollten und kein Freizeitvertreib. Denn das echte Leben ist nicht in der digitalen Welt zu finden.

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