Mühldorf – Da flattern bunte Tücher in der Luft, was exakt zur fröhlichen Seniorenrunde passt, die sich wöchentlich ein- oder sogar zweimal zur Fitnessrunde im Pfarrheim St. Pius trifft.
Vom Ziel geleitet, im Alter frisch und agil zu bleiben, setzt sich der RSV Mößling seit vielen Jahren dafür ein. Der Verein macht es offenbar sehr gut, denn das Seniorenturnen erfreut sich großer Beliebtheit. Oftmals erscheinen zu den Terminen rund 25 sportbegeisterte Frauen und Männer.
Allerdings sind die Herren meist spärlich vertreten, während sich die Damenwelt nicht lumpen lässt und die Fitnessfahne hochhält. „Heute ist auch unsere älteste Teilnehmerin am Start“, verkündet Übungsleiterin Karen Killips-Aumann mit ein bisschen Stolz und zeigt dabei auf die 96-jährige Maria Prechsel, die verschmitzt zugibt: „Daheim mache ich selten Turnübungen, aber in der Gruppe gefällt es mir und deshalb bin ich gerne dabei.“ Was die taffe Seniorin aber nicht unerwähnt lassen will: „Eigenständig kann ich nicht mehr zum Turnen fahren, meine Nachbarin nimmt mich freundlicherweise mit.“
Und hier hakt gleich die Zweite Vorsitzende des RSV Mößling, Brigitte Steininger, ein. Sie verspricht: „Wenn jemand keine Fahrgelegenheit hat, den hole ich auch gerne ab.“ Das Motto „Turne bis zur Urne“ soll jedenfalls nicht an der Mobilität scheitern, darüber sind sich die verantwortlichen Damen des Seniorenturnens einig. Die meisten Teilnehmer der sportlichen Veranstaltung wohnen jedoch in der Nähe des Pfarrheims, sodass die Wegstrecke kein besonderes Problem darstellt.
Der RSV Mößling bietet jeden Dienstag von 9.30 bis 10.30 Uhr sowie von 10.30 bis 11.30 Uhr Seniorenturnen an. Am Freitag trifft sich die Runde jeweils um 16 Uhr. Wie wichtig es ist, sich im fortgeschrittenen Alter beweglich zu halten, erklärt Übungsleiterin Killips-Aumann so: „Die gymnastischen Übungen stärken den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat. So kann Stürzen vorgebeugt werden. Auch das Herz- und Kreislaufsystem profitiert, was sich wiederum positiv im Hinblick auf Vermeidung von Schwindel auswirkt.“ Das Mobilitäts- und Gleichgewichtstraining sei ferner für die Reaktionsfähigkeit von Bedeutung. „Sport bringt sich auch gegen Demenz in Stellung“, betont Brigitte Steininger. Doch nicht nur Körper und Geist würden vom regelmäßigen Training profitieren, auch das Sozialverhalten erfahre durchaus Bereicherung. „Kommunikation und Gemeinschaftssinn verbessern sich“, unterstreicht die Übungsleiterin und ergänzt: „zusätzlich werden kognitive Fähigkeiten gestärkt“. Erni Schneider, eine 82-jährige Teilnehmerin der Turnstunde, ist über das wöchentliche Training des Lobes voll. Sie sagt: „Flott am Inn spazieren gehen wie ich es früher oft tat, fällt bei mir aufgrund verschiedener Probleme nun komplett weg. Hier kann ich aber bei den einzelnen Übungen noch gut mitmachen, worüber ich sehr froh bin.“ Weil Erni Schneider das Seniorenturnen gar so gut gefällt, kommt sie gleich zweimal in der Woche ins Pfarrheim. Den ganzen August legt das Seniorenturnen eine Sommerpause ein. Am Freitag, 19. September, sowie am Dienstag, 23. September, geht’s wieder los. Interessierte können jederzeit an einer kostenlosen Schnupperstunde teilnehmen. huc