2026 gibt es kein Volksfest in Kraiburg

von Redaktion

Kein Festwirt und ein Defizit –Knappe Entscheidung im Gemeinderat

Kraiburg – Erst die Suche nach Schaustellern, nun auch noch die nach einem Festwirt: Für das Kraiburger Volksfest läuft es alles andere als rund. Im Gemeinderat stand deshalb die Frage im Raum, wie es mit dem Fest weitergehen soll. Am Ende stand eine Abstimmung mit einem knappen Ergebnis: Im Jahr 2026 wird es in Kraiburg kein Volksfest geben.

Dass die Diskussion überhaupt geführt werden musste, hatte einen Grund: Der bisherige Volksfestwirt hatte der Marktverwaltung mitgeteilt, dass er künftig nicht mehr zur Verfügung stehe. „Ohne Wirt kein Volksfest“ – das war den Mitgliedern des Gremiums klar. Aber einig war man sich auch, dass sich „auf die Schnelle“ kein neuer Wirt finden lässt.

Lohnt sich das
Volksfest überhaupt?

Zudem legte Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) Zahlen vor, die zeigten, wie sehr der Markt Kraiburg das Fest in den vergangenen Jahren unterstützt hatte – nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Im Jahr 2024 glich die Gemeinde ein Defizit von rund 13000 Euro aus, im Jahr 2025 lag das Minus bei fast 16000 Euro. Dabei ging es, darin war man sich im Gremium einig, nicht um überflüssige, sondern um unverzichtbare Ausgaben im Bereich Sicherheit, Elektroversorgung, Werbung und notwendige Versicherungen. Wenn es sich für den Wirt nicht rentiert, wenn der Markt Defizite schultern muss – gibt es dann eigentlich noch einen Grund, das Volksfest auch in Zukunft stattfinden zu lassen? Darüber gab es unterschiedliche Ansichten im Gremium. Die einen Mitglieder verwiesen auf äußere Umstände. Zum Beispiel, dass das Volksfest unter der Witterung zu leiden hatte, dass es um diese Jahreszeit immer mehr Feste aller Art gebe und zuletzt auch noch der Umstand, dass gerade in Familien das Geld für einen gemeinsamen Volksfestbesuch nicht mehr so locker sitze, wie dies vielleicht früher der Fall war. Doch es gab auch Stimmen, dass ein endgültiges „Aus“ für das Kraiburger Volksfest nicht der richtige Weg sein könne – das Fest habe zumindest noch eine Chance verdient. Denn sollte es einmal nicht stattfinden, könnte es schwer werden, es wieder neu zu beleben. Als die Abstimmung anstand darüber, ob es im kommenden Jahr ein Volksfest in Kraiburg geben soll, setzten sich die Skeptiker mit knapper Mehrheit durch: Mit 9:8 Stimmen wurde entschieden, dass es im Jahr 2026 in Kraiburg kein Volksfest geben wird.

Abgelehnt aus
praktischen Gründen

Die Entscheidung, das war in den Beiträgen zu hören, fiel nicht aus Ablehnung gegenüber dem Volksfest, sondern aus praktischen Gründen: Es würde schwer werden, in der Zeit bis zum Termin im Juni einen neuen Festwirt oder eine neue Festwirtin zu finden.

Bürgermeisterin Petra Jackl betonte nach der Abstimmung allerdings, dass es sich nicht um ein endgültiges Aus handele. Der Beschluss gelte nur für 2026. Man könne diese Volksfest-Pause dafür nutzen, sich Gedanken zu machen, wie es im Jahr 2027 weitergehen könnte. Eine Pause biete die Chance, Konzepte zu diskutieren und Möglichkeiten auszuloten.

Artikel 11 von 11