„Ein Bau so richtig zum Wohlfühlen“

von Redaktion

Katholischer Kindergarten Ampfing eingeweiht – Kosten rund 7,5 Millionen Euro

Ampfing – Endlich war es soweit und der katholische Kindergarten Ampfing konnte eingeweiht werden. Bei der Ansprache machte Pfarrer Florian Regener eine Zeitreise zurück zu den Anfängen. „Es war eine schwere Geburt, bis wir hier endlich stehen können. Nicht nur, dass Corona dazwischen kam, auch behördliche Auflagen und ein Wassereinbruch, ließen die Baustelle stoppen“.

Bauantrag bereits
2011 beim Ordinariat

Bereits 2011 wurde der Bauantrag im Ordinariat gestellt. 2020, als Pfarrer Florian Regner in den Pfarrverband Ampfing kam, wurde ihm gleich der Plan für den Kindergarten präsentiert. Somit wäre es der Startschuss gewesen. In der Corona-Zeit hat das Ordinariat, wegen fehlender Kirchengeldeinnahmen, die Notbremse gezogen und den Bau gestoppt.

Zusammen mit Bürgermeister Josef Grunder wurde daraufhin „die Schwangerschaft“, so Pfarrer Florian Regner, weitergeführt. Verzögerungen gab es wie bei jedem großen Bauvorhaben; und damit verbunden Kostensteigerungen. „Wer baut“, so Pfarrer Florian Regner, „braucht insgesamt starke Nerven, muss viele Vorschriften beachten und Änderungen vornehmen; und dass alles bei laufendem Betrieb“. Was den Bau begleitet hat, war die Vorgabe, dass ein Projekt in dieser finanziellen Größenordnung europaweit ausgeschrieben werden muss.

Anstrengungen
haben sich gelohnt

„Intern“, verriet Pfarrer Regner, „haben wir immer wieder Überraschungen erlebt. Wie bei einem Adventskalender, wo jeden Tag etwas Neues zum Vorschein kommt; aber leider keine Schokolade“. Aber die gemeinsame Anstrengung hat sich gelohnt. Jetzt überwiege die Freude, dass das Ziel erreicht sei. Es seien nur noch Kleinigkeiten zu machen. „Der Kindergarten hat ein stimmiges Konzept – angefangen von der Architektur, die Akzente setzt und sich Kinder wohlfühlen dürfen. Mit dem Neubau übernimmt die Kirche Verantwortung für den Ort und setzt auch einen Akzent für die Bildung“, sagte Pfarrer Regner. „Heute dürfen wir einen Ort der Bildung, der Erziehung, des Glaubens und der Gemeinschaft in Betrieb nehmen.“

Im Abschluss bedankte sich Pfarrer Florian Regner bei allen, die an dem Bau mitgearbeitet haben, sowie beim Personal für die Geduld und Belastungen während des Baus.

Kindergartenbau
war ein Marathonlauf

Insgesamt teilen sich die Baukosten von rund 7,5 Millionen, in drei Drittel auf- davon übernahmen je ein Drittel die Gemeinde Ampfing, der Freistaat Bayern, sowie das Bistum. Bürgermeister Josef Grundner, sprach von einem besonderen Tag, einem Tag der Freude, des Dankes und der Hoffnung. „Es war immer eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren, so Bürgermeister Josef Grundner. Den Bau an sich bezeichnete er als Marathonlauf; ein Sprint war es ganz und gar nicht bis zur Fertigstellung und Einweihung des Baues. „Es ist immer eine finanzielle Herausforderung, so ein Projekt zu stemmen. Wie beim Marathonlauf geht einem auch Mal die Luft aus. Aber das sind die Herausforderungen, die die heutige Zeit mit sich bringt.“

Das Fazit von Bürgermeister Josef Grundner: „Aus dem Altbau wurde ein wunderschöner Neubau, und aus Gemeindekasse voll, wurde Gemeindekasse leer“. Als Geschenk hatte Bürgermeister Josef Grundner einen Tretbulldog mitgebracht, dieser wurde von Jugendreferentin Otti Gantenhammer vorgefahren und seiner Bestimmung übergeben.

Ein Schmuckkästchen
für die Kinder

Landrat Max Heimerl gratulierte zu diesem Schmuckkästchen. Und was tut man in ein Schmuckkästchen, fragte Heimerl? „Das wertvollste was man hat, nämlich unsere Kinder.“ Natürlich koste das alles viel Geld, aber es sei unerlässlich und extrem wichtig, dass man im Bereich der Kinderbetreuung vorankomme. „Wir sind ein Chancenlandkreis und dazu gehören auch die Herausforderungen, die damit zusammenhängen“, so der Landrat. Dazu nannte er beachtliche Zahlen: Derzeit werden im Landkreis über 7700 Kinder in über 100 Einrichtungen betreut.

Mit Sorge betrachtet er allerdings die Aussage der Kirchen, sie könne sich solche Einrichtungen in der Form nicht mehr leisten. Für ihn sei es gesellschaftsprägend, dass die Kirchen weiter in der Kinderbetreuung mit aktiv sind. „In diesem Alter werden Dispositionen angelegt, die für ein ganzen Leben tragen“, gab er zu bedenken.

CSU-Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer lobte die Gemeinde, die sich bei besonderen Herausforderungen äußert positiv entwickelt. „Man sieht, dass die wirtschaftliche und die soziale Entwicklung immer einhergehen“. Er meinte, dass Bürgermeister Josef Grunder das immer sehr gut aussteuert. „Erziehung ist nur Beispiel und Liebe“ zitierte Schnürer einen Spruch von Pestalozzi. „Man sieht einfach, mit wie viel Liebe hier, ans Werk gegangen wird und wurde.

Fingerspiele
und ein Lied

Besonders lobte Sascha Schnürer die Frischeküche. Es gebe viele Kinder, die ohne Essen in den Kindergarten oder in die Schule gehen müssen. Sascha Schnürer würdigte auch die Arbeit der Erzieherinnen.

Christiane Schwabenbauer vom Ordinariat betonte, dass man die katholischen Kindergärten erhalten möchte. Sie ging noch einmal auf die Anfänge der Planung ein und zeigte ihre Freude über diesen funktionellen und schönen Kindergarten. Kindergartenleiterin Manuela Landenhammer dankte allen, die den Umbau mitgetragen haben. Auch den Kindern, die täglich mit neuen Gegebenheiten konfrontiert wurden und das oft besser gemeistert haben als manch Erwachsener.

Zum Schluss kamen dann die Kinder an die Reihe und ließen mit Fingerspielen und einem Lied den Bau Revue passieren. Im Anschluss konnten sich die Besucher und Gäste selber von dem gelungenen Bau bei den Führungen überzeugen.

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