Waldkraiburg-Ebing – Ebing feiert! Das wurde beim Festgottesdienst deutlich und die herbstliche Sonne schickte sogar ihre Strahlen dazu. Nach Abschluss der hangseitigen stützenden Friedhofsmauer im Dezember 2023 konnten jetzt die Instandsetzungsarbeiten am Kirchturm und an der Westfassade der Kuratiekirche St. Martin erfolgreich abgeschlossen werden. So freut sich die Pfarrei Ebing über die gut gelungene Fertigstellung zweier wichtiger Baumaßnahmen.
„Wir sind lebendige Steine Gottes“
Pater Walter Kirchmann, der den feierlichen Gottesdienst zusammen mit dem Gemeindereferenten Nicolas Gkotses zelebrierte, stellte heraus, „dass bei solchen Projekten menschliches Können und göttliches Wirken zusammenspielen“. Er freute sich über die erfolgreiche Renovierung als das „Äußere“ und sah auch das „Innere“ als sehr wichtig an. „Die innere Kirche sind wir und wir sollen die lebendigen Steine Gottes sein“, so der Geistliche. Musikalisch umrahmt wurde die Messfeier vom Organisten Konrad Kern und dem Kirchenchor. Wie Pater Kirchmann so dankte auch Monika Rödig im Namen der Kirchenverwaltung allen, die zum Gelingen dieser Baumaßnahmen beigetragen haben.
„Ich freue mich sehr, heute hier in Ebing bei diesem freudigen Anlass zu sein – einem unserer Ortsteile mit beeindruckender Geschichte, lebendiger Gegenwart und vielversprechender Zukunft“, begann Bürgermeister Robert Pötzsch seine Ansprache. „Bereits in sieben Jahren kann dieser traditionsreiche Ort das 1100-jährige Bestehen feiern und wurde 1974 – also vor mittlerweile 51 Jahren – gemeinsam mit Pürten nach Waldkraiburg eingemeindet“. Ebing ist ein idyllischer Ort – geschichtlich, kulturell, menschlich – und die Kirche St. Martin ist von Weitem sichtbar – stolz und standhaft. Die Jahre seien nicht spurlos an der ‚alten Dame‘ vorbeigegangen und so war in den 90er-Jahren die Innensanierung notwendig. Nun war der östliche Teil der Friedhofsmauer gefährdet und der Turm in besorgniserregendem Zustand. „Doch heute feiern wir, dass die dringend notwendigen Instandsetzungen erfolgreich abgeschlossen sind“, dankte Pötzsch auch allen, die sich für den Erhalt dieses Wahrzeichens eingesetzt haben. Architekt Frieder Lohmann, der diese Maßnahmen begleitet hat, erläuterte deren Verlauf und stellte heraus, „dass diese Baustellen ‚klein‘ im Sinne der Baumasse für das Ordinariat, jedoch ‚groß‘ die Anstrengungen für die Pfarrei waren“. Bei der Friedhofsmauer wurden seit über zehn Jahren Risse beobachtet und so konnte nach dem Vermessen ab 2017 und den Voruntersuchungen ab 2019 dann 2022 mit dem Bau begonnen werden, was auch verschiedene Hindernisse und kurzfristige Umplanungen mit sich brachte. Dank guter Zusammenarbeit aller Beteiligten stand die Mauer Ende 2022 wieder und konnte im Frühjahr 2023 verputzt und gestrichen werden.
„Schon 2018 war klar, dass der Turm optisch ein Sorgenkind und statisch ein Risiko darstellt. Als die Arbeiten im Juli 2024 losgingen, stellte sich heraus, dass Deckung, Anschlüsse oder der Helm große Schäden aufwiesen. Das große Engagement der Handwerker hat am Ende doch zu einem komplett neuen, in traditioneller Schieferdeckung hergestellten Turmhelm geführt, sodass der Turm im November 2024 fertig war.
Schmuckstück
statt Schandfleck
„Im Sommer lief noch der ‚Galabau‘ über den Kirchengrund und rundet nun das Gesamtbild ab. St. Martin steht wieder da, wie es sein soll: Ein Schmuckstück statt einem Schandfleck – und das feiern wir heute“, schloss Frieder Lohmann seine Ausführungen. Bei einem Stehempfang „unter der Linde“ wurde auf die gelungene Renovierung angestoßen und anschließend hat Stadtarchivar Konrad Kern noch eine Kirchenführung angeboten. Im Feuerwehrhaus trafen sich dann alle zum Weißwurstessen und gemütlichem Beisammensein.