Jubiläumsfest

Zur Brotzeit-Platte gibt es Plauderei

von Redaktion

Mittergarser Dorfladen feiert 25-jähriges Bestehen

Mittergars – Es ist Samstagvormittag. Die Kunden im Dorfladen stehen Schlange. Dann läutet auch noch das Telefon. Verkäuferin Annerose Robeis nimmt ab: „Sie wollen Kaspressknödel, oh, da haben wir nur noch einen, den lege ich ihnen aber gerne zurück“. So zackig geht das im Mittergarser Dorfladen, Gutes ist halt im Handumdrehen weg und Gutes gibt es reichlich im Geschäft, das am 5. Oktober seinen 25. Geburtstag feiern darf.

Nahversorger und
sozialer Mittelpunkt

Der schmucke Dorfladen versteht sich in erster Linie als wichtiger Nahversorger, doch gibt es noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Aspekt. „Wir sind auch so etwas wie ein sozialer Mittelpunkt. Bei uns kann man ratschen und sich aufhalten. Gerade ältere Leute kommen manchmal zwei- oder dreimal am Tag, weil sie wissen, hier ist Unterhaltung garantiert“, freut sich Geschäftsführerin Irmi Strauß.

Ihr ist es zu verdanken, dass vor einem Vierteljahrhundert im Rahmen der Dorferneuerung der Wunsch nach einem Geschäft in der Ortsmitte Form und Gestalt annahm. Der Dorfladen ist eine Genossenschaft und gehört den Mitgliedern der Dorfgemeinschaft, die Anteile gezeichnet haben.

Damen setzen alle
Hebel in Bewegung

„Ohne den Laden wären wir aufgeschmissen“, meint ein Kunde, der sich am Samstag flugs mit einer Wurstsemmel versorgt.  Kundin Anni Wollgast lobt den Dorfladen ebenfalls über den „Schelln Kini“ und sagt: „Die Auswahl an Lebensmitteln, an frischem Obst und Gemüse ist einfach der Wahnsinn. Es gibt beinahe so gut wie alles“.

Was Anni Wollgast noch hervorhebt: „Will man mal ein ausgefalleneres, nicht alltägliches Produkt, so setzen die Dorfladen-Damen alle Hebel in Bewegung, um die entsprechende Ware zu besorgen.“

Die Kundin schätzt es zudem, wenn Lebensmittel, deren Ablaufdatum bevorsteht, günstiger verkauft werden. „Das beugt Lebensmittelverschwendung vor“, ist ihre Ansicht.

Ohne Dorfladen, das kann sich Gustav Giglberger ebenfalls nicht mehr vorstellen. Jeden Samstag holt er für seine Familie frisches Brot und Semmeln. „Ich halte viel davon, kein Auto starten zu müssen, wenn ich einkaufen will“, unterstreicht der Kunde und ergänzt: „Die Verkäuferinnen sind alle freundlich und sehr kreativ. Ich denke dabei an tolle Geschenkkörbe mit delikatem Inhalt, die hier zusammen gestellt werden. Auch die selbst gemachten Aufstriche und Salate schmecken prima.“

Tanja Grundner kommt mit ihrem Enkel Johannes in den Laden. Sie würdigt hauptsächlich die Regionalität vieler Waren sowie die Bioprodukte und kehrt heraus: „Das Geschäft ist eine echte Bereicherung für unser kleines Dorf.“ 

Von den sechs Damen im Verkauf ist eine auf Teilzeit angestellt, die anderen sind Minijobber wie Annerose Robeis, die sagt: „Ich bin seit 24 Jahren dabei und bereits in Rente. Trotzdem arbeite ich noch auf geringfügiger Basis und bediene nach wie vor gerne unsere Kundschaft.“ Was der Verkäuferin besonders gefällt: „Die Kinder, die vor 20 Jahren bei uns einkauften, sind heute erwachsen und kommen immer noch in unser Geschäft.“

Renate Grill, Gründungsmitglied der Dorfladen-Familie und ehrenamtliche Buchhalterin, spricht hinsichtlich des Geschäftes von einem wichtigen kommunalen Zentrum in Mittergars. „Bei uns bekommt der Kunde fast alle Lebensmittel, inklusive einer freundlichen Ansprache und obendrein noch eine nette Plauderei.“ „Außerdem“, das möchte Renate Grill in Sachen Spezialitäten nicht unerwähnt lassen: „Die Verkäuferinnen verstehen sich auf pfiffige Brotzeitplatten für Feierlichkeiten aller Art her. Ein besonderer Knüller hierbei ist unsere belegte Wiesnbreze, die nicht nur während der Volksfestzeit schmeckt.“

Tische und Bänke
laden zum Verweilen

Vor dem Dorfladen stehen Tische und Bänke, die zum Verweilen einladen. Dorfladen-Chefin Irmi Strauß schmunzelt über das ganze Gesicht, als sie erzählt: „Wir liegen ja am Inntalradweg und retteten so manchem müden Radlfahrer, der sich bei uns niederließ, sogar das Leben. Und zwar dann, wenn die Radler kurz vor dem Verdursten waren, weil sie ihre Getränkeflaschen leer getrunken hatten“. Gut, dass es da die Dorfladen-Damen gibt, die in solchen Fällen schnellstens mit einem frischen Kaltgetränk herbei „schweben“ und damit die Drahtesel-Strampler wieder aufrichten.

Termineam Sonntag

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