Dorado bayerischen Brauchtums

Die „Dua nix Danzlmusi“ sorgte für Stimmung. Fotos Bauer

Die „Dua nix Danzlmusi“ sorgte für Stimmung. Fotos Bauer

„Tag der Tradition“ im Bräustüberl-Festzelt auf dem Haager Herbstfest

von Ludwig Meindl

Haag – Zum Dorado des bayerischen Brauchtums wurde das Bräustüberl-Festzelt am „Tag der Tradition“ auf dem Haager Herbstfest. Den „boarischen Abend“ gestalteten und moderierten die „Reischama“ Danzlmusi und Gust Grundner junior.

Großer Applaus
des Publikums

Plattler und Tanzgruppen zeigten auf dem Holzparkett vor der Bühne zum Rhythmus der diatonischen „Ziach“ ihr Können und ernteten vom Publikum großen Applaus.

Dazwischen unterhielt die „Dua nix Danzlmusi“ des Reichertsheimer Trachtenvereins mit Ziehharmonika, Gitarre, Flügelhorn, zwei Bassflügelhörnern und Kontrabass.

Die 15 Goaßlschnoiza setzten dazwischen unter Ziehharmonikabegleitung lautstark Akzente. Zum Gauplattler und Tanz drehten sich dann die Burschen und Madeln ganz routiniert. Mit einem Juchaza stürmten die Plattler aus verschiedenen Gruppen zum gemeinsamen Auftritt auf die Tanzfläche.

Weiße Federn
oder Gamsbart

Der Laie konnte sie nur am Hut mit weißen Federn oder Gamsbart unterscheiden.

Dabei waren der Reichertsheimer Trachtenverein, die Gruppen von Vachendorf bei Traunstein und von Weißbach bei Inzell.

Schon vor einiger Zeit hatten die Reichertsheimer mit Vorsitzendem Gust Grundner senior diesen großen Auftritt am Haager Herbstfest mit den Festwirten Simon Felber und Dominik Wright geplant. Die Organisation übernahmen Gruppenleiter Sepp Baumgartner für die Goaßlschnoiza, Kilian Flurer als Vorplattler und Theresa Hanslmeier als Vortänzerin. Das bodenständige Brauchtum scheint wieder aufzublühen, wie Moderator Gust Grundner junior in seinen Ausführungen und Ansagen zu den Darbietungen betonte.

Der Trachtenverein Reichertsheim verbuche einen „Riesenzulauf“: „Jeder braucht eine Lederhose.“

Gemeinsamkeiten
schaffen

Bemerkenswert war, dass sich unter den Akteuren viele junge Plattler, Schnalzer und Musikanten befanden.

Mit fünf Jahren können die Nachwuchstänzer in der Kindergruppe des Reichertsheimer Trachtenvereins einsteigen, Schuhplatteln und Tanzen lernen, bis sie mit 17 Jahren in die Aktivengruppe übernommen werden.

Das gemeinsame Musizieren und Schuhplatteln gestaltete auch den Anfang des Reichertsheimer Trachtenvereins. Einen weiteren Schwerpunkt legten sie dann auf das Theaterspielen.

Das Besondere und schließlich auch das Erfolgsrezept sieht Gust Grundner darin, dass hier nicht nur Brauchtum wieder auflebt, sondern „generationenübergreifend für die ganze Familie vom Enkel bis zum Opa“ Gemeinsamkeit geschaffen wird.

Tradition
kommt an

Dass Tradition beim Publikum ankommt, bewies das voll besetzte Bräustüberl-Festzelt. Gust Grundner resümierte stolz: „Mit echter, handgmachter bayerischer Musik kann man ein Festzelt voll bekommen.“

<p>Die Aktiven des Reichertsheimer Trachtenvereins auf der Bühne.</p>

Die Aktiven des Reichertsheimer Trachtenvereins auf der Bühne.

<p>15 Goaßlschnoiza setzten lautstark Akzente.</p>

15 Goaßlschnoiza setzten lautstark Akzente.

Samstag, 11. Juli 2026
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