Utami geht neue Wege

Sylvani Utami und Dagmar Kratzer (von links) beim vierhändigen Vortrag „Forrest Gump Theme“ (A. Silvestri). Foto jaensch

Sylvani Utami und Dagmar Kratzer (von links) beim vierhändigen Vortrag „Forrest Gump Theme“ (A. Silvestri). Foto jaensch

Klangvolle Caféhausmusik und Klavier zu vier Händen

Neumarkt-St. Veit – Die bekannte Vilsbiburger Musiklehrerin, die schon Jahrzehnte lang Benefizkonzerte zugunsten der SOS-Kinderdörfer durchführt, trat im Herzoglichen Kasten in Neumarkt-St. Veit mit einem neuen Musikgenre auf. Gestaltete sie bisher die hochkarätigen Musikvorträge jedes Mal mit weit fortgeschrittenen Musikschülern oder „Ehemaligen“, so brillierte sie diesmal selbst im Duo Kratzer/Utami am vierhändigen Flügel. Als zweiten, ergänzenden Klangkörper stellte sich das „Quartett „Salut d’Amour“ erstmals in der Rottstadt vor.

Abwechselnd boten die beiden Musikgruppen ein stimmungsvolles Programm mit moderner Klassik, beschwingter Salonmusik, aber auch gängige Weisen aus Filmen und Musicals kamen zum Vortrag.

Den Anfang machte das Klavierduo mit Gershwins Rhapsodie in Blue am Flügel zu vier Händen. Dieses eigentlich für Orchester komponierte Stück stellt Jazz und Klassik einander gegenüber. Die wechselnden Rhythmen, meist jazzig, und die schwierigen Akkorde verlangten von Sylvani Utami und Dagmar Kratzer großes Musikempfinden. Die vier Hände beherrschten die Tasten auf den acht Oktaven in mächtigen Akkorden und flinkesten Läufern.

Nach weiteren beeindruckenden Stücken meist moderner Melodien zeigten die Pianistinnen zum Schluss mit dem „Entertainer“ von Scott Joplin ihr Verständnis für diese Musik, ihr großes Können und ihren Schwung im rhythmisch-melodischen Spiel. Dieser Schwung ging auf das Publikum über.

Ebenso begeistert war das Publikum von den Darbietungen des „Quartett d’Amour“. Bandleader Rainer Hauke (Klarinette und Saxofon) moderierte in angenehmer Form auch die Pianistinnen. Zusammen mit der Geigerin Barbara Schindlbeck, dem Bassisten Manfred Plank und Dagmar Kratzer (Flügel, Akkordeon) bildete er das Ensemble.

Vorbild dieser Musiker ist das berühmte Café Florian in Venedig. Diese Caféhausstimmungen gab es im 20. Jahrhundert in europäischen Städten zuhauf. Man saß nachmittags mit Freunden bei Kaffee und Gebäck, unterhielt sich bei ruhiger Livemusik. Walzer, Schlager, Filmmusik, Tangos und überhaupt war Südamerikanisches beliebt. Es durfte damals getanzt werden.

Diese gemütliche Stimmung, künstlerisch auf hohem Niveau, zauberte das Quartett mit Stücken berühmter Meister immer wieder in den Herzoglichen Kasten. Ein besonderer Höhepunkt kam mit Cole Porters Musical-Walzer „Wunderbar“. Bei dem mit viel Schwung und Gefühl vorgetragenen Walzer sah man förmlich bunte Ballkleider rauschen, und mancher hätte gerne mitgetanzt.

Der stimmungsvolle Spätnachmittag endete nach Zugaben. Als Spende für die SOS-Kinderdörfer kamen 600 Euro zusammen. Ein weiteres Benefizkonzert wird am 23. November im Herzoglichen Kasten stattfinden. nz

Samstag, 11. Juli 2026
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