Töging – Im Stadtrat wurden in der jüngsten Sitzung die Umbaupläne zur Innkanalbrücke in Höchfelden vorgestellt. Demzufolge soll die Brücke bereits im Januar 2026 für die Durchfahrt gesperrt werden.
Ziel ist es, den Abstand zwischen Wasserspiegel und Unterkante der Brücke zu erhöhen, der seit der Inbetriebnahme des neuen Kanalkraftwerks oft nur noch 40 Zentimeter beträgt. Darüber hinaus wird die neue Brücke breiter und ihre Tragfähigkeit von 30 auf mehr als 60 Tonnen erhöht. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet der Verbund im November.
Gute Erfahrungen
in Pürten und Au
Betriebsingenieur Thomas Wimmer präsentierte in der jüngsten Stadtratssitzung die Pläne. Demzufolge soll die 40 Jahre alte Betonbrücke durch eine Stahlbrücke ersetzt werden. Wimmer: „Wir haben da in Pürten und Au/Moos sehr gute Erfahrungen gemacht.“
Eine Bogenbrücke aus Stahl habe den Vorteil, dass die alten Fundamente weiterverwendet werden könnten. Auch wenn sich die Stützweite von 38 auf 44,2 Meter erhöhe, müssten so an den Zufahrtsstraßen kaum Änderungen vorgenommen werden.
Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst ergänzte, dass man die eigenen Planungen für eine neue Verkehrsführung im Umfang der Brücke zurückgestellt hatte. Zwar war dem Stadtrat im Mai 2021 bereits eine Neuplanung durch ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro vorgestellt worden. „Wir sind damals schnell draufgekommen, dass Detailplanungen ohne die Pläne des Eigentümers keinen Sinn machen.“ Ziel ist es, nördlich des Innkanals auch gleich noch eine Brücke über die nur wenige Meter entfernte Bahnlinie Mühldorf-Simbach zu errichten, die den unbeschrankten Bahnübergang dort überflüssig machen könnte.
Wie aus den vorgestellten Plänen hervorgeht, erhöht sich durch die neue Stahlbogenbrücke die Fahrbahnbreite um 50 Zentimeter auf künftig sechs Meter. Außerdem soll der Geh- und Radweg in Zukunft 2,75 Meter statt bisher 1,75 Meter breit sein. Die Traglast des Bauwerks gab Thomas Wimmer mit „60 Tonnen plus“ an. „Alles, was in Deutschland Straßenzulassung hat, darf über die Brücke fahren.“ Bisher hätten LKW wegen der maximalen Belastbarkeit von 30 Tonnen sowie der engen Straßenführung und Fahrbahn nicht selten den Gegenverkehr abwarten müssen. Die neue Brücke sei ausreichend dimensioniert, um ein womöglich erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Höchfeldener Straße, nach der geplanten Vereinfachung der Verkehrsführung durch die Stadt, bewältigen zu können.
Bedenken äußerte Fraktionssprecher Günter Zellner von der SPD wegen der Wasserleitungen, die unterhalb der Brücke angebracht werden sollen. „Da wird ja auch die Zuleitung der neuen Tiefbrunnen zum Wasserbehälter hängen“, so der Stadtrat, der ein schlechtes Bauchgefühl habe. Schließlich handele es sich bei der Wasserversorgung um kritische Infrastruktur, die man angesichts der weltpolitischen Lage vielleicht besser schützen solle.
Reparaturen sind
schneller möglich
Bauhofleiter Christian Kammerbauer erklärte, weshalb man sich für diese Variante entschieden habe: „Wenn wir die Rohre unter dem Kanal verlegen, dann wird’s bei einem Rohrbruch sehr kompliziert!“ Wenn die Leitungen aber frei hingen, könne die betreffende Stelle schnell repariert werden. Die Reparatur binnen eines Tages sei so „absolut realistisch“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Wasserbehälter als Puffer reiche, zumal es ja noch den Notverbund mit der benachbarten Kreisstadt Mühldorf gebe.
Kammerbauer räumte auf Nachfrage allerdings ein, dass das Gemeindegebiet südlich des Kanals während der Bauzeit nur noch über die Versorgungsleitung unter der anderen Brücke angeschlossen sei. Sollte es während der Bauzeit dort zu einem Rohrbruch kommen, dann hätte das Versorgungsgebiet südlich des Kanals „vielleicht einen halben Tag kein Wasser“.pbj