Acht Klassenzimmer für die Zukunft

von Redaktion

Anbau am Waldkraiburger Gymnasium fertig – Landkreis investiert 5,1 Millionen Euro

Waldkraiburg – Pünktlich zum Schulstart ist der Anbau am Waldkraiburger Gymnasium fertig geworden: moderne Klassenzimmer, Gruppenräume und ein nachhaltiges Baukonzept schaffen beste Lernbedingungen. Eine mutige Investition trotz knapper Kassen in Bildung und Zukunft der Jugend.

„Es gibt keinen Cent mehr“, sagte Landrat Max Heimerl mit einem Lächeln beim Spatenstich vor knapp eineinhalb Jahren in Richtung der Planer. 5,1 Millionen Euro wurden für die Erweiterung des Gymnasiums eingeplant und gleichzeitig ein ehrgeiziger Zeitplan vorgegeben. Denn zum Schuljahresbeginn sollte alles fertig sein.

Anbau finanziell
und zeitlich im Plan

Beide Vorgaben haben die Planer gemeistert. „Anfangs schien es schier unmöglich, aber rechtzeitig zum Schulstart war alles fertig“, freute sich Schulleiter Thomas Fraundorfner. Somit stehen dem Gymnasium mit der vollständigen Rückkehr zum G9 acht neue Klassenzimmer und zwei offene Gruppenräume zur Verfügung. Erste Überlegungen dazu gab es bereits vor zwei Jahren, noch unter Fraundorfners Vorgänger Helmut Wittmann. Und die Zeit drängte von Anfang an – nicht nur wegen des G9. „Das Gymnasium wächst auch so weiter, die Schule hat 142 Fünftklässler“, erklärte Fraundorfner. Damit könnte die Schule trotz Anbau bald erneut an die Grenzen kommen.

Anregungen wurden
berücksichtigt

Vom Ergebnis ist der Schulleiter begeistert: Der Anbau in Holzfertigbauweise schafft eine „wohlige Atmosphäre“, während der Bauphase seien viele gute Ideen eingebracht worden, Vorschläge und Bedenken vonseiten der Schule berücksichtigt worden. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Fraundorfner. Aber nicht nur er ist überzeugt vom Anbau. Das Urteil der Schüler umschrieb er mit einem knappen Zitat eines Schülers am ersten Tag nach den Ferien: „Ist das geil.“

Für Landrat Max Heimerl ist der Anbau ein Beispiel dafür, was sich gemeinsam erreichen lässt. „Wir haben mutig und entschlossen in die Zukunft investiert – nicht nur in Mauern, sondern in Bildung und in die Zukunft der Jugend.“ Bildung als Grundlage für die Gesellschaft von morgen. „Hier am Gymnasium werden Chancen eröffnet, Talente gefördert und Persönlichkeiten geformt. Gerade deshalb schaffen wir als Landkreis die richtigen Rahmenbedingungen, damit Lernen und Lehren unter besten Voraussetzungen möglich sind.“

Trotz knapper Kassen habe die Bildung im Landkreis neben dem Gesundheitssektor oberste Priorität. Es gebe eben Dinge, die nicht aufgeschoben werden dürfen. Die modernen Klassenzimmer und offenen Lernräume würden das Lernen bereichern und die Kreativität unterstützen.

Erster Bau komplett
in Holzbauweise

Der Bau ist für den Landkreis der erste komplett in Holzbauweise, womit der Landkreis seiner „ökologischen Verantwortung“ nachkomme. Holztafelwände mit belüfteter Fassadenschalung, akustisch wirksame Holzelementdecken und ein extensiv begrüntes Dach ermöglichen nicht nur ein angenehmes Raumklima, sondern bieten zudem Platz für eine Photovoltaikanlage. Die offene Bauweise mit lichtdurchfluteten Lernbereichen, großzügigen Fensterfronten und Lernfluren mit Sitznischen dient der Kommunikation und zeitgemäßem Lernen.

Damit ist am Gymnasium aber noch nicht Schluss: Weitere 1,5 Millionen Euro werden in den Altbau der Schule investiert, um Technik und Fenster zu erneuern.

Die Notwendigkeit für den Anbau unterstrich auch der Landtagsabgeordnete Markus Saller (Freie Wähler). Er sieht darin eine große Unterstützung für die weitere Schulentwicklung: „Deutschlands größter Rohstoff ist die Bildung.“ Dafür brauche es motivierte Schüler und motivierte Lehrer, um mit Leidenschaft Wissen zu vermitteln. „Hier soll es erfolgreich weitergehen.“

Die Schüler hätten einerseits die Pflicht, zur Schule zu gehen, bräuchten aber andererseits den Willen, sich entwickeln zu lassen. „Für die Sachaufwandsträger ist es die Pflicht, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch. Der neue Anbau würde diese Aufgabe erfüllen. Er wünschte viel Erfolg und dass die Schule dranbleibe, auch den Rest auf einen modernen Stand zu bringen.

„Versprechen in
die Zukunft“

Selten, dass sich Schülersprecherin Leonie Rauscher so auf ein neues Schuljahr gefreut hat. „Wir konnten beobachten, wie aus einer Idee Realität wurde.“ Sie lobte die modernen Klassenzimmer, in denen sich kreative Ideen ausarbeiten lassen würden. „Das ist mehr als ein Gebäude, es ist ein Versprechen in die Zukunft.“

Schule ins 21.
Jahrhundert befördert

Für Personalratsvorsitzenden Rainer Hille sei die Schule mit dem Anbau ins 21. Jahrhundert befördert worden. Er lobte die schönen Räume, in denen Schüler gerne lernen, Lehrer gerne unterrichten würden.

„Es ist super, wenn man sieht, dass etwas funktioniert, was man sich ausgedacht hat“, beschrieb Architekt Julius Bohne-Hammerl die Situation, wie die Schüler ihre neuen Räume nutzen. Er lobte die „ehrliche, offene Zusammenarbeit auf Augenhöhe“.

Die beiden Pfarrer Walter Kirchmann und Lars Schmidt segneten abschließend den Anbau.

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