Eine musikalische Reise quer durch Europa
Verzauberten die Zuhörer in der Katharinenkirche: (von links) Anna Guggenberger, Alexandra Spirkl, Maria Reindl, Martina Dörfl, Susanne Müller, Max Pietrek, Bettina Altmayer (verdeckt), Herbert Kebinger und Erwin Altmayer. Foto rath
Bezauberndes Konzert in der Katharinenkirche mit dem Akkordeon-Ensemble Mühldorf
Mühldorf – Das Akkordeon- Ensemble Mühldorf veranstaltete wieder ein Konzert in der Katharinenkirche. Dazu hatte sich das Ensemble Gäste eingeladen: Sophie Scherer bediente gekonnt das Schlagwerk, Anna Guggenberger und Alexandra Spirkl spielten wundervoll auf ihren Querflöten. Last but not least hatte man mit Max Pietrek auch einen Gitarristen „verpflichtet“, der gleich die Begrüßung übernahm: „Wir begeben uns jetzt auf eine musikalische Reise quer durch Europa. Unsere erste Station ist Spanien“. Die Gesamtleitung des Konzertes hatte Erwin Altmayer.
Man begann mit der „Sonatina“ von Federico Moreno Torroba, einem spanischer Komponisten, er lebte von 1891 bis 1982. Dieses dreisätzige Werk für Akkordeon und Gitarre, bestehend aus Allegretto, Andante und Allegro ist vom Einfluss der spanischen Volksmusik geprägt. Gitarrist Max Pietrek und das Akkordeon-Ensemble, bestehend aus Maria Reindl, Martina Dörfl, Susanne Müller, Bettina Altmayer, Herbert Kebinger und Erwin Altmayer, musizierten hier sehr harmonisch zusammen.
Weiter ging es mit der Ouvertüre aus „Die Italienerin in Algier“, einer frühen Oper von Gioachino Rossini, seines Zeichens ein italienischer Komponist (1792 – 1868), der vor allem bekannt wurde durch die Oper „Der Barbier von Sevilla“. Wie Max Pietrek erklärend anfügte: „ Rossini war schon zu Lebzeiten sehr berühmt und sehr gefeiert. Dies wurde ihm selber manchmal zu viel. Aber hören Sie selbst – bei dieser Musik ist das ja kein Wunder“. Ein sehr bekanntes Stück war der dritte Beitrag des Ensembles, es stammt von Joaquin Rodrigo. Das war ein blinder spanischer Komponist (1901 bis 1999), bekannt wurde er durch das „Concerto de Aranjuez“.
In diesem Opus beschreibt Rodrigo die Gärten des königlichen Palastes von Aranjuez, südlich von Madrid gelegen: Dort war er mit seiner zukünftigen Ehefrau oft spazieren gegangen. Gespielt wurde allerdings der zweite Satz, dieser eher traurig und schwer, in dem Rodrigo seine Gefühle anlässlich der Totgeburt seines erstgeborenen Sohnes beschreibt. Damit verbunden ist auch die Bitte an Gott, er möge seine geliebte Ehefrau Victoria am Leben lassen.
Ein Werk für die Solo-Gitarre wurde im Anschluss von Max Pietrek meisterlich intoniert: „Asturias“ von Isaac Albeniz. Dies ist ein beliebtes Stück, es ist durch den Flamenco-Geist Andalusiens inspiriert und ursprünglich für das Klavier komponiert worden. Laut Max Pietrek klingt das Stück um 20 Prozent besser, wenn es auf die Gitarre transkribiert wird. „Einfach zum Augen schließen – geistig durch eine spanische Kathedrale wandern“, so der Gitarrist.
Einen schönen Abschluss boten die „Harlekinaden“ von Adolf Götz (1938 – 2022). Dabei geht es in ein Zirkuszelt, in dem ein lustiger Hofnarr seine Späße treibt. Erwin Altmayer hat dieses Stück auf Akkordeon umgeschrieben.
Eine Zugabe gab es zum Schluss auch noch, ein Postludium, ein kirchliches Stück. Nach einer guten Stunde verließen die Gäste die wunderschön renovierte Katharinenkirche mit einem guten Gefühl – es hatte Spaß gemacht, dem Akkordeon-Ensemble und seinen Gästen zuzuhören und die Spendenboxen waren gut gefüllt.