Mühldorf – „Der Donnerstag ist ein Pflichttermin, da gibt es keine Ausreden“, sagt Manfred Schubert am Stammtisch im Jettenbacher Hof, nimmt sein personalisiertes Bierkrügerl und stößt mit seinen Stammtischfreunden von „De Pfandler“ an. Seit mittlerweile 30 Jahren treffen sie sich immer donnerstags ab 19.30 Uhr beim Saftl Schorsch.
Das erste Mal war im August 1995. Der Ursprung des Stammtisches lag bereits sechs Jahre zuvor, als man sich in lockerer Runde, ohne feste Zeiten, beim Kotter am Stadtplatz traf. Vier Jahre später riefen sechs Männer den Stammtisch ins Leben: in der Gaststätte „Kupferpfanne“ beim Herzinger, von der sich auch der Name „De Pfandler“ ableitet.
Gemeinsame
Unternehmungen
Gründungsmitglieder waren Robert Herzinger, Thomas Rauscher, Manfred Schubert, Marcus Siebzehnriebl, Thomas Schmid und Oskar Hutter. Die vier Letztgenannten sind noch heute mit von der Partie. Insgesamt sind es aktuell 13 Mitglieder, denen ihr Stammtisch-Donnerstag „heilig“ ist. Selbst ein Hochzeitstag kann sie nicht davon abhalten, hört man in der geselligen Runde. Ob dies daran liegt, dass hier auch die Frauen und die ganze Familie mit eingebunden sind oder ob es nicht ganz ernst gemeint war, ist nicht belegt. Fakt ist, dieser Stammtisch sitzt nicht nur gemeinsam am Wirtshaustisch und erfreut sich an Schorsch Saftls leckeren Speisen und dem frischen Bier, er unternimmt auch viel gemeinsam. Dazu gehören das Standl am Mühldorfer Faschingszug, der jährliche Stammtisch-Ausflug, beispielsweise zu einem Musical, oder auch das gemeinsame „Weihnachtsfest im Hondanest“ mit Weißwurstfrühstück an Heiligabend im Autohaus von Manfred Schubert. Hier wird auch der soziale Aspekt gepflegt und für die Aktion „Ein Herz für Kinder“ gespendet.
Ein Höhepunkt im Terminkalender der vergangenen 30 Jahre war der jährliche Ausflug zum Formel-1-Rennen am Hungaroring in Ungarn. Dieser fand in diesem Jahr wohl seine letzte Auflage, wie die Stammtischler berichten: „Die Formel-1-Wochenenden waren eine schöne Zeit, aber nun werden die Ausflüge in Form von Städtetrips und Motorradtouren stattfinden.“ All diese Aktivitäten – ebenso wie die wöchentlichen Treffen, Weisertweckenfahren oder auch Hungerbaumaufstellen – wurden akribisch im Stammtischbuch archiviert. Dieses umfasst mittlerweile schon zwei Bände zu je rund 500 Seiten; Band drei wurde erst kürzlich angefangen.
Ein wahres Nachschlagewerk einer Stammtischtradition, die, geht es nach dem Willen der Mitglieder, noch eine lange Zukunft haben wird. Am liebsten beim Saftl, denn hier fühlen sich die 13 so richtig wohl.