150 Jahre Bahnhof Neumarkt

von Redaktion

Zur Stadtgeschichte Am 15. Oktober 1875 fährt der erste Zug ein

Neumarkt-St. Veit – Mit der ersten Zugfahrt von Nürnberg nach Fürth beginnt im Jahre 1835 in Deutschland die große Zeit der Eisenbahnen. Das Schienennetz im Königreich Bayern wuchs rasant heran, und schon 25 Jahre später waren die meisten großen Städte an die Eisenbahn angeschlossen.

Die bayerische Eisenbahnstreckenkarte von 1860 zeigt aber im Bereich zwischen München, Landshut, Straubing, Passau, Salzburg, und Rosenheim immer noch einen großen eisenbahnlosen Fleck, der aber nun erschlossen werden soll.

Kampf um einen
Eisenbahnanschluss

In der Generaldirektion der königlich bayerischen Eisenbahnen werden ab 1860 die ersten Vorschläge zur weiteren Erschließung dieses Bereiches diskutiert. Viele Städte, Märkte und Gemeinden kämpften nun um einen Anschluss an das Schienennetz, denn der versprach eine Weiterentwicklung von bisher ungeahnten Ausmaßen. Auch im kleinen Neumarkt an der Rott hatte man die Zeichen der Zeit erkannt und schickte ab 1863 ebenfalls Vertreter zu den zuständigen Ministerien nach München. Am 25. April 1865 wird sogar eine Bittschrift an König Ludwig II. übergeben. Nach fast zehn Jahren Kampf war es dann geschafft, Neumarkt an der Rott wird als eine der Bahnstationen auf der Neubaustrecke von Rosenheim, Mühldorf nach Plattling ausgewählt. Die rasche Ausführung dieses Projekts blockierte der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 nur für kurze Zeit. Am 28. April 1872 unterzeichnete König Ludwig II. die notwendigen Urkunden für den Streckenausbau, die geplanten Kosten belaufen sich auf 9,9 Mio. Gulden.

Ab Ende 1872 beginnen die ersten Arbeiten zur Umsetzung dieses Projekts. Täler und Flüsse müssen durch Brücken und Bahndämme überquert und Hügel entsprechend durchschnitten werden. Nach Abschluss dieser Arbeiten können dann die Gleise und Weichen verlegt werden. In den Ortschaften werden ab 1874 die Bahnhofsgebäude, Güterhallen und Versorgungseinrichtungen für den Bahnbetrieb errichtet. Zur Nachrichtenverbindung zwischen den Stationen mittels neuartiger Morsegeräte werden Telegrafenleitungen entlang des neuen Schienennetzes installiert. Das Bauprojekt kommt gut voran, die Inbetriebnahme der Strecke Mühldorf – Neumarkt – Plattling wird für den Herbst 1875 terminiert und das rollende Material wie Lokomotiven, Personen- und Güterwaggons von den entsprechenden Herstellerfirmen bestellt.

Am Freitag, 15. Oktober 1875, verlässt der erste, festlich geschmückte Zug Mühldorf in Richtung Plattling. Es ist arbeitsfrei und von überall strömt die Bevölkerung zu den Bahnhöfen, so auch in Neumarkt an der Rott.

Der erste Fahrplan 1875/76 sah jeweils drei Züge in beide Richtungen vor, und zwar zwei Personenzüge und einen gemischten Zug, der sowohl Personen als auch Güter beförderte. „Auf den Fahrplänen wurde vermerkt, dass für die Abfahrtszeiten der gemischten Züge auf den Unterwegsbahnhöfen keine Garantie übernommen werden könne und die Reisenden sich schon 20 Minuten vor der planmäßigen Abfahrtszeit am Bahnhof einzufinden hätten.“

Gesamte Strecke
in Betrieb genommen

Nach Fertigstellung der Innbrücken zwischen Rosenheim und Mühldorf im Frühjahr 1876 kann dann die gesamte Strecke von Rosenheim bis Plattling in Betrieb genommen werden.

Zum Thema 150 Jahre Bahnhof Neumarkt-St.Veit hält der Heimatkundler Walter Jani am Dienstag, 21. Oktober, um 19 Uhr im Gasthaus Vitusstüberl einen Lichtbildervortrag – der Eintritt ist frei.

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