Mettenheim – Über das „volle Haus“ bei der diesjährigen Bürgerversammlung freute sich CSU-Bürgermeister Josef Eisner, der jüngst über 130 Einwohner und Ehrengäste aus Politik und Kirche im Kreuzer-Saal begrüßte. Die rege Beteiligung an dem drei Stunden währenden Bürgerforum spricht für das allgemeine Interesse der 3689-Seelen-Gemeinde an der Kommunalpolitik. Der Einwohnerzahl nach rangiert Mettenheim an achter Position unter insgesamt 31 Gemeinden des Landkreises Mühldorf. Die Bürger werden seit der vergangenen Kommunalwahl 2020 von einem CSU-geführten Gemeinderat mit Unterstützung der SPD-, ÜWG- und JU-Fraktion regiert.
Beschlüsse vor-
und nachbereitet
Einzeln und in Gruppen arbeiten die Gemeindevertreter maßgeblich an der Vor- und Nachbereitung der Beschlüsse, beispielsweise im Bau- und Rechnungsprüfungsausschuss oder im Wasserzweckverband der Mettenheimer Gruppe. Sie helfen aber ebenso mit, wichtige Personalangelegenheiten zu klären, lobte das Gemeindeoberhaupt das Engagement der 16 Gemeinderäte. Trotzdem bleiben am Ende ihrer Legislaturperiode einige Wünsche der Ratsmitglieder offen, etwa der nach einer schnelleren Genehmigung der Bauanträge. Doch dazu muss die ganze Baubranche an Fahrt aufnehmen, erklärte Bürgermeister Josef Eisner (CSU) in seinem Rechenschaftsbericht. „Insgesamt muss mehr investiert werden“, meinen die Gemeindevertreter beim Rückblick auf die Haushaltszahlen 2024/2025. Danach schloss der Verwaltungshaushalt der Gemeinde mit beachtlichen 7,95 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 2,42 Millionen Euro. Bei 1,25 Millionen Euro Schulden beläuft sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf rund 358 Euro. Der Betrag steht in Zusammenhang mit den Investitionen der Gemeinde im Gesamtumfang von 634100 Euro. 500000 Euro nimmt die Kommune für die grundlegende Modernisierung des Fahrzeugparks des Bauhofes in die Hand, 36800 Euro für den Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in der Blumensiedlung. Satte 35000 Euro flossen in den Kanal- und Wasserbau und 16000 Euro gab die Gemeinde für den Grunderwerb aus, 14300 Euro für den Straßenbau, für 10400 Euro erfolgt die Modernisierung der Mettenheimer Kläranlage mit einem Auslaufbereich für Starkregen.
Wichtig ist der Gemeinde auch der Bevölkerungsschutz im Katastrophenfall, weshalb sie 10300 Euro in die Notstromeinspeisung im Rathaus investiert. Vorerst abgeschlossen wurde die 11300 Euro teure Planung zur Errichtung eines neuen Vereinsheims in Gumattenkirchen. Demnächst beginnt die Erschließung des Baugebiets „Klosterfeld“ in Mettenheim-Dorf, auf dem die neuen Dienstgebäude für den gemeindlichen Bauhof und die Mettenheimer Feuerwehr entstehen sollen.
Um die Ausgaben zu decken, nutzt die Gemeinde die Einnahmen des vergangenen Jahres in Höhe von 50382 Euro, die sich aus Steuern, staatlichen Zuweisungen, Wasser- und Kanalgebühren und den Einkünften aus dem Betrieb der sieben gemeindlichen Photovoltaikanlagen zusammensetzen. Das Kommunalparlament hofft zudem auf lukrative Grundstücksverkäufe im Gewerbegebiet „Schreinerwiese“ (Mettenheim-Hart), beim Wohnbau im Baugebiet Nummer 17 „Isener Feld“, Gumattenkirchen, in „Mettenheim-Ost“ und auf das Gelände des ehemaligen Inntaler Plattenhandels in Mettenheim-Siedlung. Während die weitere Entwicklung des Bauwesens abzuwarten bleibt, beschloss der Gemeinderat jüngst eine neue Stellplatzsatzung, wonach pro Wohneinheit je zwei Stellplätze für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben sind.
Für Mettenheims Zukunft ist gesorgt. Auch wenn die Grundschule derzeit aus allen Nähten zu platzen droht, erfüllt sie gewissenhaft ihre Bildungs- und Erziehungsaufgabe, 147 Schüler in sieben Klassen, in zwei Kombi- und fünf Regelklassen, im Schuljahr 2025/2026 zu unterrichten. Mit 70 Anmeldungen für die Mittagsbetreuung sei die Kapazitätsgrenze erreicht, bekannte Eisner. Ohnehin trägt die Gemeinde schwer genug an den 602874 Euro Gesamtkosten für die Betreuung von 150 Kindern aus der Kinderwelt St. Michael, für die keine Finanzmittel zur Gebäudeerhaltung eingeplant wurden, klagt der Bürgermeister über die verfahrene Situation. Das Geld reicht nicht – trotz Gebühren und staatlicher Zuschüsse.
Die Gemeinde schätzt ihren Vereinsnachwuchs und fördert ihn mit einem Pauschalbetrag von 15000 Euro. Zusätzlich bezuschusst sie den Musikschulunterricht für Schüler, den Freibadbesuch für Familien und das auf Eigeninitiative beruhende, abwechslungsreiche Ferienprogramm.
An Räum- und
Streupflicht erinnert
Abschließend fordern die Gemeindevertreter die versammelten Bürger auf, der Räum- und Streupflicht auf ihren Grundstücken nachzukommen und den notwendigen Rückschnitt der Sträucher, Hecken und Bäume vorzunehmen. Bürgermeister Eisner bedankt sich dann bei allen Unterstützern der Gemeindepolitik, insbesondere bei Landrat Max Heimerl für die gute Zusammenarbeit. In seinem Grußwort ordnete der Ehrengast die kommunalen Probleme in die wirtschaftliche Gesamtentwicklung ein und schuf damit eine gute Grundlage für die Diskussion.