Waldkraiburg – Kurz nach Schulschluss zeigt sich auf der Bayernbrücke das gewohnte Bild: Zahlreiche Schülerinnen und Schüler strömen über die schmale Verbindung zwischen dem Waldkraiburger Süden und der Stadtmitte – einige fahren mit ihren Rädern oder E-Scootern in falscher Richtung, andere weichen auf den Gehweg aus. Von einer deutlichen Entspannung ist an der viel diskutierten Engstelle zwischen Süden und Stadtmitte insbesondere nach Schulschluss kaum etwas zu spüren.
Bereits im Sommer hatte die CSU-Fraktion im Stadtrat auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht. „Der derzeitige Zustand des Radwegs ist in vielerlei Hinsicht nicht verkehrssicher und stellt insbesondere für Radfahrer, Schulkinder und Fußgänger eine tägliche Gefahr dar“, hieß es in dem Antrag an die Stadt. Mehr Sicherheit sollen neue Markierungen, verstärkte Kontrollen und langfristig eine Verbreiterung des Radwegs bringen.
Meldungen über
Unfälle nicht bekannt
Die Markierungen sind inzwischen erneuert und klar zu erkennen – ebenso das Schild, das auf die Gefahr durch Geister-Radler“ hinweist.
Vor Kurzem sind in regelmäßigen Abständen auf dem Radweg in der Berliner Straße grüne Symbole aufgebracht. „Falsche Seite“ lesen all diejenigen, die in der falschen Richtung unterwegs sind. Trotzdem ignorieren immer wieder Rad- und E-Scooter-Fahrer die Fahrtrichtung. Nicht nur im Gedränge nach Schulschluss.
Dann nämlich wird es an der Bayernbrücke unruhig. Schwungweise überqueren Radfahrer und E-Scooterfahrer die Fußgängerampel, um auf der anderen Straßenseite weiterzufahren – entgegen der Fahrtrichtung. Manche sind zu zweit oder dritt nebeneinander unterwegs, auf den Scootern stehen oft zwei Jugendliche, Kopfhörer in den Ohren, den Blick nach vorn gerichtet. Einige nutzen den Radweg nur bis zum Bahnhof, um von dort über die Fußgängerbrücke weiterzukommen. Andere bleiben einfach auf dem Radweg – und rollen in falscher Richtung weiter. Autofahrer, die vom Parkplatz ausfahren, müssen sich vorsichtig vortasten: Aus beiden Richtungen kommen Radler, Scooterfahrer und Fußgänger zugleich.
Wie schätzt die Polizei die Lage ein? Seit Ende der Sommerferien liegt bei den Schulwegkontrollen ein besonderes Augenmerk auf der Bayernbrücke. „An der Bayernbrücke ist zwar nach Schulschluss viel los, wir haben dort aber nichts Besonderes festgestellt“, erklärt Waldkraiburgs Polizeichef Uwe Schindler auf Nachfrage.
Er führt das darauf zurück, dass sich viele Rad- und E-Scooter-Fahrer an die Regeln halten, sobald Beamte in Uniform zu sehen sind. Meldungen über Unfälle oder größere Gefährdungen seien bei der Polizei aber nicht bekannt. Auffälligkeiten würden die Beamten jedenfalls sofort ansprechen. „Wer wiederholt auffällt, muss mit einer Verwarnung von zehn Euro rechnen“, sagt Schindler.
Die Stadt bestätigt, dass nach der Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen bereits mehrere Kontrollen durchgeführt wurden. „Dabei lag der Schwerpunkt auf Radfahrern und E-Scooter-Fahrern, die entgegen der Fahrtrichtung unterwegs waren“, erklärt Sprecherin Johanna Spirkl auf Nachfrage. Mehrere Verstöße konnten geahndet werden.
Weitere Kontrollen
sind geplant
Die Stadt steht dazu in engem Austausch mit der Polizei, weitere Kontrollen in unregelmäßigen Abständen seien geplant. Mit dem Ziel, das „Fehlverhalten dauerhaft einzudämmen“. Eine separate Hol- und Bringzone im unmittelbaren Umfeld der Bayernbrücke wurde geprüft, lässt sich aber aus Platzgründen nicht umsetzen. „Der vorhandene Straßenraum ist im Hinblick auf den bestehenden Verkehrsfluss und die erforderlichen Sicherheitsabstände vollständig ausgereizt.“ Die beengten Verhältnisse machen es zum Beispiel auch nur schwer möglich, den Geh- und Radweg zu verbreitern.
Dies würde sich nur mit baulichen Eingriffen lösen lassen. Was Eltern aber schon länger nutzen: Eine kleine Haltebucht bei der Auffahrt zur Staatsstraße 2352. „Diese dient als verkehrsentlastende Maßnahme außerhalb des kritischen Bereichs.“