Vom Indischen Ozean nach Mühldorf

von Redaktion

Priesterjubiläum – Pater John ist seit 40 Jahren im Dienst Gottes

Mühldorf – „Dr. Pater John Kuttikottayil MSFS“ steht auf einem Klingelschild einer Wohnung neben der Mühldorfer Pfarrkirche St. Peter und Paul. Die meisten kennen den Bewohner besser als Pater John, der seit 2017 in der Stadtkirche Mühldorf als Seelsorger wirkt.

Geboren wurde Pater John am 28. April 1959 im indischen Piravom im Bundesstaat Kerala im Südwesten des Subkontinents. „Ich hatte nur etwa 25 Kilometer bis zum Meer“, sagt Pater John. Dabei handelt es sich um das Arabische Meer, das zum Indischen Ozean gehört und zwischen Indien, Somalia, Oman und Pakistan liegt. 

Jüngstes von
fünf Kindern

Pater Johns Eltern hatten eine Landwirtschaft. Sie bauten Reis und Gemüse an und gewannen Kautschuk. Er ist das jüngste von fünf Kindern und wuchs mit drei Schwestern und einem Bruder auf. Nach Kindergarten, Grund- und Hauptschule trat er 1974 in den Orden der Missionare des Heiligen Franz von Sales (MSFS) ein.

Der Heilige Franz von Sales war Fürstbischof von Genf mit Sitz in Annecy, er lebte von 1567 bis 1622. Die Missionare des heiligen Franz von Sales zählen derzeit etwa 1600 Mitglieder und arbeiten in Indien, Brasilien, Chile, Tansania, Namibia, Südafrika, Frankreich, Schweiz, England, Irland und Deutschland. Sie wurden 1838 im französischen Annecy von Pierre-Marie Mermier (1790–1862) gegründet, der drei Ziele verfolgte: Erneuerung des Glaubens in den Pfarrgemeinden durch Predigt, Seelsorge und Gemeindemission; Verkündigung der christlichen Botschaft an alle Menschen, die davon noch nichts gehört haben; christliche Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Am 10. Juni 1978 legte der junge Pater John die Profess ab. Damit trat er endgültig in den Orden ein und wurde eingekleidet.

Er begann ein Studium der Theologie und Philosophie. Dann kam der große Tag in John Kuttikottayils Leben: Am 30. Oktober 1985 wurde er in der St. Mary’s Church in Mulakulam zum Priester geweiht.

1998 kam er dann nach Deutschland. Hier schloss er an der Ludwig-Maximilians-Universität München sein Theologiestudium mit der Promotion ab. Anschließend ging es für knapp drei Jahre wieder nach Indien, wo er im Nordosten am Oriens Theological College in Shillong Theologie lehrte. 2007 erfolgte die Rückkehr nach Deutschland, bis 2012 war Pater John im Landkreis Ebersberg in Aßling Kaplan. Die nächsten fünf Jahre war er in der Mission in Indien tätig, lehrte Theologie an einer Hochschule und fungierte als Regens eines Priesterseminars. 2017 führte sein Weg ihn schließlich nach Mühldorf, wo er seitdem als Priester in der Stadtkirche ist.

„Ich spiele gerne Basketball und ich liebe indische Musik“, sagt Pater John zu seinen Hobbys. Wenn er etwas liest, sind es meist theologische oder philosophische Bücher. Zu seinem 40. Priesterjubiläum wird Pater John am Donnerstag, 30. Oktober, um 18 Uhr in St. Pius eine feierliche Messe zelebrieren. Organistin Irmtraud Schrems sorgt mit Sängerinnen und Sängern aus der Stadtkirche für einen musikalischen Hochgenuss. Dazu werden einige indische Mitbrüder erwartet, die in Bayern tätig sind.

Wohin der Weg Pater John weiter führen wird, weiß er noch nicht: „Ich bin ein Gottesmensch und mache das, was mein Provinzial (sein Vorgesetzter, Anmerkung der Redaktion) mir sagt. Ich bleibe noch in Mühldorf, kann aber auch zurück nach Indien oder sogar nach Afrika gehen. Dort haben wir auch Missionsstationen.“

Eine Kirche
in Indien bauen

Er hat ein sehr positives Lebensmotto: „Ich bin froh, wenn ich anderen Freude schenken kann.“

Wie kann man Pater John selbst eine Freude bereiten? Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ingrid Leiß-Maier verrät es: „Wir vom Pfarrgemeinderat werden für ihn sammeln und ihm Geld für seinen Traum schenken – eine Kirche in Indien zu bauen.“

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