Heldenstein – Eine große Feier zum 100. Geburtstag – das stand für Walburga Hager fest. Dennoch hatte sie Tränen in den Augen, als sie die vielen Gratulanten an ihrem Ehrentag begrüßte. Neben ihrer Familie waren Nachbarn, Freunde und Bekannte gekommen, um der Jubilarin persönlich zu gratulieren. Besonders freute sie sich über den Anruf ihrer Urenkelin aus Amerika.
Auch Bürgermeisterin Antonia Hansmeier, Pfarrer Florian Regner und ihr ehemaliger Hausarzt Dr. Sondermeier gehörten zu den Gratulanten. Vertreter des Schützenvereins Weidenbach, des Gartenbauvereins, des VdK und der Malteser überbrachten Glückwünsche.
Walburga Hager erblickte 1925 in Walkersaich das Licht der Welt. Im Jahr 1928 zogen ihre Eltern mit ihr in das neu errichtete Eigenheim nach Weidenbach. Mit Bruder Fritz, der 1931 geboren wurde, verbrachte sie hier eine glückliche und behütete Kindheit. Mit Freude ging sie in Heldenstein zur Schule und fand dort viele Freunde. Ihre große Leidenschaft, das Nähen, konnte sie nach ihrer Schulzeit zum Beruf machen. In Reichertsheim trat sie eine Lehre zur Damenschneiderin an. Während der Lehrzeit brach der Krieg aus, und so wurde Walburga einberufen. Zusammen mit zwei weiteren jungen Mädchen kam sie nach St. Leonhard und musste dort Soldatenhosen nähen. Nach Kriegsende kehrte sie nach Weidenbach zurück. Auch Georg Hager war unter den Kriegsheimkehrern. Der interessante junge Mann war ihr schon früher aufgefallen. Bald fanden beide Gefallen aneinander. Am 7. Mai 1947 gaben sich beide das Ja-Wort. Der glücklichen Ehe wurden die Kinder Renate, Lucia und Ludwig geschenkt.
Da die Kinder in der näheren Umgebung geblieben sind, konnte sie ihre drei Enkelkinder aufwachsen sehen und erfreut sich an den drei Urenkeln, die Abwechslung in den Alltag bringen. Halt gab ihr die Familie, als sie 1990 ihren Ehemann verlor. Auch als ihr Sohn Ludwig im Jahr 2018 viel zu früh verstarb, stand ihr die Familie sorgend zur Seite. Obwohl Wally ihre große Leidenschaft, das Nähen und Sticken, nicht mehr ausüben kann, ist der Jubilarin nicht langweilig.
Zusammen mit Schwiegertochter Gudrun und Enkel Rainer lebt sie im Fichtenweg in Weidenbach und wird liebevoll umsorgt. Auch die sonntäglichen Rommé-Runden mit Tochter Renate bringen ihr viel Freude. Die Besuche von Tochter Lucia gehören zum wöchentlichen Programm. Wenn das Wetter es zulässt, geht sie ihre Runde in der Siedlung spazieren.