Mettenheim – Heil- und Nutzpflanzen aus dem Klostergarten standen im Mittelpunkt des kürzlich gehaltenen Fachvortrags auf der Herbstversammlung des Mettenheimer Obst- und Gartenbauvereins beim Kreuzer-Wirt. Die Thematik schien geradezu auf den Referenten und Gärtnermeister Peter Gasteiger aus Gars zugeschnitten zu sein, verfügt er doch über langjährige Erfahrungen in diesem Bereich. Locker plaudernd verstand er es scheinbar spielend, den über 50 Vereinsmitgliedern die Naturheilkunde schmackhaft zu machen.
Aktivierung der
Selbstheilungskräfte
Er begründete seinen Standpunkt mit der nachweisbaren Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte, die – ergänzt durch eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung–- die besten Voraussetzungen für ein langes, gesundes Leben bilden.
Interessiert verfolgten die Hobbygärtner Gasteigers Ausführungen über den „Wurz-Garten“, der sich gewöhnlich in Hofnähe befand und wo vorwiegend Kräuter für die tägliche Ernährung der Familien und die Konservierung von Lebensmitteln angebaut sowie Pflanzen zu Salben und Tinkturen verarbeitet wurden. Leider ging das über Jahrhunderte erworbene natürliche Heilwissen zwischen den beiden Weltkriegen verloren, bedauerte der Referent. Um dem Prozess aktiv entgegenzuwirken, veranschaulichte er seine Worte durch eine Auswahl an leicht anbaubaren Kräutern in Töpfen, die er durch die Zuhörerreihen reichte. Auf diese Weise vermittelte Peter Gasteiger den Hobbygärtnern die Namen zahlreicher Heilpflanzen und ihre tatsächliche Heilwirkung.
So riet Gasteiger beispielsweise zu einer Tinktur aus Blüten der Madonnenlilie zur Behandlung von Brand- und Schürfwunden. Schnittlauch helfe, den Blutdruck zu senken, die kalziumhaltige Petersilie, die Knochen zu stärken. Majoran fördere die Fettverdauung und -verbrennung, Salbei sei wirksam bei der Bekämpfung von Entzündungen, Zahnschmerzen und Heiserkeit. Des Weiteren schwor er auf die blutreinigende Wirkung der Brennnesseln, auf den Gundermann gegen eine festsitzende Bronchitis, auf das Marienblatt gegen Übelkeit und Reisekrankheit. Meerrettich lobte er als Mittel gegen Kopfschmerzen, Holunderblütentee gegen geschwollene Mandeln, Heiserkeit und Halsweh.
Bärenkräfte schrieb der Redner dem Bärlauch zu, während er der Pimpinelle eine Stärkung des allgemeinen Befindens und der Brunnenkresse einen besseren Stoffwechsel nachsagte. Der Eberraute haftet die Bezeichnung als „Colakraut“ an, die für dessen belebende Wirkung steht.
Selbst das „Kraut der Unsterblichkeit“ vergaß der Referent nicht zu erwähnen, denn angeblich garantiert dieses ein gesundes Leben bis jenseits des 100. Geburtstages.
Verdient viel Applaus heimste am Ende der Veranstaltung der Fachreferent mit seinem unterhaltsamen Vortrag über den klösterlichen Kräuter- und Nutzpflanzenanbau ein. Das nahm der Vorstandsvorsitzende des Mettenheimer Obst- und Gartenbauvereins, Markus Wandiger, zum Anlass, sich bei allen Mitgliedern zu bedanken, insbesondere bei Familie Andrea und Wolfgang Hahmann für die Saaldekoration mit selbst gebundenen Kräutersträußen, bei Familie Rosemarie und Engelbrecht Strohmaier für ihre Kräuterlikör-Fläschchen und beim Vorstand für die Beiträge zum reichhaltigen Buffet mit allerlei Kräuterspezialitäten und frisch gebackenem Brot.
Blick auf die
nächsten Höhepunkte
Zu guter Letzt blickte der Vereinschef optimistisch auf die nächsten Höhepunkte im Jahresprogramm des OGV, wie den 21. Mettenheimer Adventsmarkt, bei dem die Mitglieder wieder ihre beliebten Räubersemmeln zubereiten und verkaufen wollen.