Michael Schörghofer gab interessante Einblicke, wie die Larven hergestellt werden. Fotos stettner
Ampfing – Mystische Musik und jede Menge gruselige Masken empfingen die Besucher bei der ersten Brauchtumsausstellung des im letzten Jahr gegründeten Vereins „Isendeifin und Moorhexen“. Der Advent steht vor der Tür und der Verein lud zu einem faszinierenden Erlebnis ein.
Der Krampus und die Perchten haben Einzug gehalten: Doch dieses Mal präsentieren sie sich nicht in ihrer schrecklichen Gesamtheit, sondern zeigen nur die kunstvollen Masken. Lange Zungen, blinkende und stechende Augen, Hörner und entstellte Gesichter. Die Vereine aus Österreich und dem Bayerischen Wald gaben gerne Auskunft über die Larven.
Gelebte Kultur, die
tief verwurzelt ist
In Österreich und im Bayerischen Wald wird das Brauchtum großgeschrieben. Im Winter zeigt sich das auf eindrucksvolle Art, wenn gruselige Gestalten durch die Gegend ziehen: Krampusse und Perchten. Für viele mag das zunächst furchteinflößend wirken, für die Einheimischen ist es jedoch gelebte Kultur, die tief verwurzelt und mit Stolz gepflegt wird. Der Krampus geht im Zeitraum vom 5. und 6. Dezember als Begleiter vom heiligen Nikolaus durch die Nacht. Die Perchten hingegen zeigen sich zu den Raunächten vom 21. Dezember bis zum 6. Januar und vertreiben das Böse vom Vorjahr. Die Perchtenläufe werden mit großer Hingabe vorbereitet und gefeiert. Die Zuschauer erleben ein beeindruckendes Spektakel, bei dem sich Tradition, Handwerkskunst und Gemeinschaft auf einzigartige Weise verbinden.
Bei den Masken gibt es große Unterschiede. So hat beispielsweise eine Krampusmaske nur zwei Hörner. Eine Perchtenmaske sollte mindestens sechs Hörner haben. Auch die Gesichtszüge einer Perchtenmaske sind viel gröber geschnitzt als eine Krampusmaske. Die Krampusmaske enthält menschlichere Züge. „Manchmal laufen Perchten und Krampusse auch zusammen. Das kommt immer auf den Verein an“, so die Vorsitzende Manuela Müller. Sie selbst läuft bereits seit acht Jahren. Viele fangen bereits im Kindesalter an, weiß sie zu berichten. Es ist ein nicht ganz billiges Hobby. Die Preise für die Masken beginnen bei 800 Euro; nach oben gibt es keine Grenzen. Dazu kommt die Ausstattung in Form von Gewand, Schuhen und Fellen hinzu. „Da ist man schnell beim Preis eines gebrauchten Kleinwagens“, so Manuela Müller.
Die Anfänge des Krampus- oder Perchtenlaufes liegen wohl im 16. Jahrhundert und haben ihren gemeinsamen Ursprung in Italien. Dort gab es die Vorstellung, dass der Teufel die Seelen der Sünder verschlinge. Das Böse ist besonders in der harten Winterzeit stark und zeigt sich deshalb in dieser oft sehr gruseligen Gestalt.
Besonders interessant bei der Ausstellung war es, beim Maskenschnitzen zuzuschauen. Michael Schörghofer aus Österreich zeigte eindrucksvoll, wie solche Masken entstehen. „Ein reines Hobby von mir, so Schörgi, ich laufe selber bereits viele Jahre und hab mir überlegt, das Schnitzen selber zu probieren. Da die ersten Versuche gleich ziemlich gut geworden seien, habe er sich mehr getraut. Er fing an, auch für andere zu schnitzen.
Seine Masken werden aus der Weymouth-Kiefer geschnitzt. Das ist ein leichtes Holz, das sich gut bearbeiten lässt, so der Schnitzer.
Hinter jeder Krampus- oder Perchtenmaske steckt echtes Handwerk und künstlerisches Können. Mit viel Leidenschaft wird diese alte Tradition gepflegt. Aus rohen Holzblöcken entstehen in stundenlanger Feinarbeit einzigartige Masken, jede mit ihrem eigenen Ausdruck, geprägt von regionalem Stil und persönlicher Handschrift. Seinem Hobby geht Michael schon seit 2019 nach und hat bereits über 50 Masken geschnitzt. Viele blieben lange stehen und schauten ihm über die Schulter.
Ein kleiner Einblick in
gelebtes Brauchtum
Manuela Müller erzählt von der Gründung des Vereins. „Unser Ziel ist es das Brauchtum weiterleben zu lassen und dabei sozial engagiert zu sein“. Sie wollen Organisationen wie Robin Hood oder die Kinderkrebshilfe Balu unterstützen.
Mit der Ausstellung ist es ihnen gelungen, einen kleinen Einblick in das Brauchtum zu geben. Wer Interesse hat oder weitere Infos will, kann sich per E-Mail an ampfingerisendeifin@ gmail.com wenden.