Obertaufkirchen – Für ihren steten und unermüdlichen Einsatz, um Leben, Gesundheit und Besitz der Bürger zu schützen, brauchen die Feuerwehren eine zeitgemäße Ausrüstung und Unterbringung, so Bürgermeister Franz Ehgartner beim Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus nahe der Auffahrt der A94, eines der vordringlichsten Arbeitsgebiete der Feuerwehr Obertaufkirchen.
Das alte Feuerwehrhaus liegt in der Ortsmitte, im Wohngebiet. Es stammt aus den 70er-Jahren und hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Die Obertaufkirchner haben lange auf ihr neues Feuerwehrhaus warten müssen. Schon 2018 wurde der Bebauungsplan dafür auf den Weg gebracht. Die Planung war bis 2023 abgeschlossen und eigentlich hätte der Bau beginnen können. Doch die Ukraine- und Energiekrise machte der Gemeinde einen Strich durch die Rechnung.
Daher beschloss der Gemeinderat, das Projekt in zwei Bauabschnitte aufzuteilen. Zunächst sollte das Feuerwehrhaus mit Zentralgebäude und im zweiten Schritt der neue Bauhof gebaut werden. Dann, in 2024, war die Haushaltslage angespannt und für ein neues Feuerwehrhaus kein Geld da. Der Baubeginn wurde zurückgestellt. Doch im Frühjahr dieses Jahres fasste der Gemeinderat den Beschluss, den Bau des neuen Feuerwehrhauses auf den Weg zu bringen. Die Bauarbeiten konnten ausgeschrieben werden. Mit dem Spatenstich erfolgt nun der Beginn der Bauarbeiten. Bis August 2027 soll der neue Stützpunkt der Feuerwehr fertiggestellt sein.
Auf rund 7,2 Millionen Euro belaufen sich die voraussichtlichen Baukosten. Vom Freistaat kommen Zuwendungen von 680000 Euro. Für die Gemeinde verbleibt somit ein Eigenanteil von rund 6,5 Millionen Euro. Das Feuerwehrhaus wurde mit der Feuerwehr abgestimmt. Im Erdgeschoss des rund 62 Meter langen Baus wird die Einsatzzentrale untergebracht und ein Besprechungsraum, das Büro sowie die Umkleide- und Sanitärräume für mehr als 100 Einsatzkräfte. Weitere Räume sind Wirtschafts-, Werkstatt- und Lagerräume.
In der Fahrzeughalle werden die Einsatzfahrzeuge untergebracht. Neben dem repräsentativen Foyer sind Räumlichkeiten für den Bauhof geplant, die im zweiten Bauabschnitt gebaut werden. Im Obergeschoss werden neben Schulungsräumen auch Bürger- und Gemeinschaftsräume sein. Gedacht wurde dabei an Gemeinderatssitzungen, Veranstaltungen von Vereinen oder VHS-Kurse. Im Keller liegen die Funktionsräume für Heizung und Elektro sowie Lagerräume. Das Gebäude in Stahlbetonkonstruktion wird modern ausgestattet: barrierefrei, mit einer nachhaltigen Pelletheizung und PV-Anlage.
Mitten in einem Herbststurm erfolgte der erste Spatenstich. „Durch umsichtiges und gutes Wirtschaften hat Bürgermeister Ehgartner das neue Feuerwehrhaus möglich gemacht“, sagte Kommandant Marco Stubenrauch bei der Eröffnungsfeier. Er freute sich über die „ideale Lage“ des neuen Feuerwehrhauses, zentral im Einsatzgebiet und an der A94. „Ein starkes Zeichen für Sicherheit und Zusammenhalt und ein Meilenstein für Obertaufkirchen“, so der Kommandant. Auch Pfarrer Thomas Barenth sah den besonderen Moment und wünschte mit seinem Segen für das neue Haus: „Es entsteht etwas Neues. Möge es wachsen und zusammenkommen.“ Anschließend saß man in der Brauereigaststätte Stierberg gemütlich zusammen im Warmen.