Niederbergkirchen – Rund 60 Bürger haben sich zur Bürgerversammlung in Niederbergkirchen im Gasthaus Schützenwirt versammelt. Bürgermeister Werner Biedermann konnte unter anderem Landrat Maximilian Heimerl begrüßen. Von den Finanzen berichtete der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rohrbach, Georg Wagenbauer. Außerdem wurden sieben besonders gute Schüler aus Niederbergkirchen geehrt.
Georg Wagenbauer erläuterte die aktuell gute Haushaltslage: „Die Gemeinde ist seit diesem Jahr schuldenfrei!“ Die größten Ausgabeposten sind und bleiben die Kreisumlage mit knapp einer Million Euro und der Kindergarten mit gut einer halben Million Euro. Bei den Einnahmen sind es die Einkommenssteuerbeteiligung mit rund einer Million Euro sowie die Gewerbesteuern mit rund 500000 Euro und steigender Tendenz.
Niederbergkirchen
wächst immer weiter
Bürgermeister Werner Biedermann eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Die Einwohnerzahl hat sich um drei auf 1259 erhöht. Mit 52 Kindergarten- und 13 Hortkindern war der im Jahr 2021 erweiterte Kindergarten St. Elisabeth gut ausgelastet: „Jeder Anfrage konnten wir ein vernünftiges Angebot unterbreiten“, sagte Biedermann. Allerdings wird die Nachfrage in den kommenden Jahren wohl noch steigen.
Genauere Zahlen gab es für den Grundschulverbund von Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen. Für die Schüler sollen im kommenden Schuljahr zunächst die in beiden Schulhäusern vorhandenen dritten Klassenzimmer aktiviert werden und in den Folgejahren wird wohl sogar ein siebtes Klassenzimmer benötigt. „Unsere Planungen gehen aktuell in Richtung eines Containers“, so Bürgermeister Biedermann.
Bei der Wasserversorgung wurden in Bach zwei Druckminderanlagen erneuert und in Gehring ein neuer Druckminderschacht gebaut. Verfärbungen durch Eisen und Mangan konnten noch nicht abschließend behoben werden. Dies sei zwar gesundheitlich ungefährlich, aber die Bürger sollen Auffälligkeiten im Rathaus melden, damit Zusammenhänge erkannt werden können. Erst vor Kurzem wurde eine Erhöhung des Wasserpreises um 25 Prozent auf nun einen Euro pro Kubikmeter beschlossen. Das Abwasser kostet künftig 3,80 Euro pro Kubikmeter. Die Nutzer sollen im Übrigen keine Feuchttücher in die Toiletten werfen. Von den rund 50 Kilometern Straße in Verantwortung der Gemeinde wurden in diesem Jahr mehrere Kiesstraßen asphaltiert.
„Es gibt Grundstücke, auf denen bereits zehn Jahre Baurecht herrscht“, bedauerte Biedermann. Im Baugebiet „Am Kollmannseck“ stehen noch sechs Parzellen mit einem Quadratmeterpreis von 250 Euro zur Verfügung. Die Arbeiten am Bebauungsplan „Kirchweg West“ laufen aber parallel weiter. Den Bauhofmitarbeitern dankte er dafür, dass sie unter anderem die Stockbahnen und den Bauhofvorplatz neu asphaltiert haben.
Glasfaserausbau
soll weitergehen
Weitere Bauleitplanungen laufen für Freiflächen-PV-Anlagen in Langolding und Haunberg, in Kinning ist man schon am Bebauungsplan. Für „Miesing-Rohrbach“ wurde der Bebauungsplan im Mai zum zehnten Mal geändert. Die PV-Anlage auf dem Dach des Bauhofes liefere zuverlässig Strom. Beim Mehrzweckgebäude wurden bereits die Fenster auf der Südseite ausgetauscht, die im Norden und Osten sollen noch folgen, hierfür fehle jedoch die Rückmeldung des Energieberaters.
Die Feuerwehren von Niederbergkirchen und Oberhofen bekamen einen Mannschaftstransporter und ein Hilfslöschfahrzeug. Ganz aktuell wurde ein Vertrag mit der Telekom über den Glasfaserausbau geschlossen: in den nächsten drei Jahren sollen 411 Adressen ans Breitbandnetz angeschlossen sein, was die Gemeindekasse nach Abzug aller Zuschüsse mit 234630 Euro belastet. Allerdings kommen hierzu noch Beraterkosten hinzu. Als Feldgeschworene wurden Josef Auer aus Taibrechting und Christoph Auer aus Miesing sowie Johann Haberger aus Bach berufen. Landrat Maximilian Heimerl lobte in seinem Grußwort das Engagement der Gemeinde und betonte die Bedeutung des Zusammenhalts in ländlichen Regionen. Er ging auf die Herausforderungen im Landkreis ein und versprach, die Anliegen der Bürger von Niederbergkirchen weiterhin zu unterstützen. In der offenen Fragerunde meldete sich unter anderem Michael Schwarzmaier zu Wort und beklagte die niedrigen Temperaturen im Schulhaus. Er forderte, dass für höhere Temperaturen gesorgt wird, damit die Kinder keine langen Unterhosen bräuchten.
Ehrung für herausragende schulische Leistungen
Ein besonderer Moment war, als die besten Schüler der Gemeinde für ihre herausragenden schulischen Leistungen geehrt wurden. Lea Berndl erreichte an der Herzog-Ludwig-Realschule einen Mittleren Schulabschluss mit einem Durchschnitt von 1,8; ihr Schulkamerad Elias Frösel einen Schnitt von 1,5. Anna-Lena Biedermann schloss ihr Studium der Pädagogik/Bildungswissenschaften an der LMU in München mit 1,73 ab. Ebenfalls dort erlangte Bachelorin Sophia Strasser in allgemeiner und vergleichender Literaturwissenschaft einen Schnitt von 1,23. Carina Huber erreichte in der Fachklasse für Zerspanungsmechaniker an der Städtischen Berufsschule für Fertigungstechnik in München einen Schnitt von 1,2 und Gabriel Seisenberger erlangte das Fachabitur im technischen Zweig der FOS in Altötting mit 1,0. Simone Zettl schloss die Fachklasse für Bauzeichner-Architektur an der Berufsschule Deggendorf mit 1,5 ab.