Schwindegg – Endlich hat die Grundschule Schwindegg wieder eine eigene Schulleitung, nachdem die Stelle über ein halbes Jahr unbesetzt war. Die „Neue“, Sabine Kliem, wurde in einer Feierstunde in der Aula ins Amt eingeführt. Bis Kliem auf den Plan trat, hat der Buchbacher Leiter der Grund- und Mittelschule die Schwindegger Schule interimsweise mit geleitet. So war Dr. Simon Dörr über ein halbes Jahr nicht nur für die 300 Buchbacher Kinder, sondern auch für 125 Buben und Mädchen in Schwindegg zuständig.
Vertretung hatte
drei Schulen zu leiten
Er musste den Spagat zwischen beiden Standorten hinbekommen. Montags, mittwochs und donnerstags jeweils bis zur Pause war er in Schwindegg vor Ort. Im Frühjahr sagte er zur Redaktion, so eine Konstellation funktioniere übergangsweise, weil die Schule bisher hervorragend geführt worden sei und die Lehrerschaft „ganz bei der Sache“ sei. „Auch wenn meine Zeit begrenzt ist, tue ich mein Bestes für beide Standorte“, so Dörr. Er äußerte die Hoffnung, dass sich bald eine Schulleitung für Schwindegg finden würde, denn auf Dauer sei die Doppel-Aufgabe nicht machbar.
Seine Hoffnung erfüllte sich mit Sabine Kliem. Einen herzlichen Empfang bereiteten ihr die Kinder der Kombiklasse und der 4a mit Liedern und Gedichten mit eigenen Texten. Sie bekam sogar eine Schultüte, gefüllt mit Gaben. Alles, was man braucht für den Alltag als Schulleiterin, fand sich darin. Über die „Tasse mit Geduld für die wildeste Klasse“ lachten nicht nur die neue Schulleiterin, sondern auch die Zuschauer sehr.
Sichtlich froh war auch Lehrerin Verena Bichlmaier-Liegl bei ihrer Begrüßung der neuen Chefin. Freudig aufgenommen wurde in der Gemeinde allerseits die Nachricht, dass mit Sabine Kliem wieder eine eigene Schulleiterin vor Ort das Amt übernimmt. Damit ist die Leitung für die kommenden Jahre gesichert. Mit Sabine Kliem kommt eine erfahrene Kraft an die Schule, sie hat bereits sieben Jahre die Grundschule in Polling geleitet. Ihren „vernünftigen Blick für Machbares“ und ihr Verständnis für Schule und Lehrer lobte Schulamtsdirektor Rüdiger Braun.
„Wer seine Schüler das Abc gelehrt hat, hat eine größere Tat vollbracht als der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen“, mit diesem Zitat von Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz warf Bürgermeister Roland Kamhuber einen Blick auf die unruhige Gegenwart angesichts der politischen Umstände in der Welt und betonte, „froh und dankbar“ über die Amtseinführung von Sabine Kliem zu sein. Er hatte sich hartnäckig dafür eingesetzt.
Eine Chance für
innovative Ideen
Auch die Elternbeiratsvorsitzende Magdalena Voderholzer zeigte sich erleichtert. Mit großen Blumensträußen wurde die neue Schulleiterin in Empfang genommen. Kliem selbst sprach eindrucksvoll davon, nicht alles ändern zu wollen und doch die Schule beständig weiterzuentwickeln.
„Ich will alte pädagogische Konzepte nicht über den Haufen werfen und trotzdem auch innovativen Ideen eine Chance geben“, sagte die erfahrene Pädagogin. Sie freue sich über das lebendige und rege Vereinsleben im Ort und die große Unterstützung vonseiten der Eltern an der Schule. „Ich habe den Eindruck, dass das sehr gut klappen wird“, so Kliem, „zusammen können wir den Kindern Wurzeln geben, damit sie später mit Flügeln in die Zukunft starten.“
Mit ausreichend Zeit für den persönlichen Austausch am Buffet ging die Feierstunde zu Ende.