Waldkraiburg/Au – Ein Stück Hecke fehlt, genauso breit wie ein Auto. Dahinter: eine beschädigte Garage, abgesperrt mit einem rot-weißen Flatterband, die Mauern werden von Stützen gehalten. Vor der Einfahrt liegen ein paar Mauerreste, ein kaputtes Auto ist abgedeckt und steht daneben.
Hier kam am vergangenen Samstag eine 77-jährige Autofahrerin mit ihrem Skoda zum Stehen – nachdem sie in einer Rechtskurve die Kontrolle über ihren Wagen verloren hatte, wie die Polizei Waldkraiburg betont. Statt der Kurve zu folgen, fuhr sie geradeaus über eine Wiese, direkt auf eine Senke zu, die wie ein Katapult wirkte. Das Auto hob ab, durchbrach eine Hecke und krachte schließlich in eine Garage. Das Gebäude wurde nach dem Unfall als einsturzgefährdet eingestuft, die Mauern sind längst abgestützt. Wie die Polizei mitteilte, konnte die Frau am Samstag vermutlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf ihren Wagen einwirken. Am Ortsausgang von Au in Richtung Jettenbach fuhr sie in der Rechtskurve nahezu geradeaus – mit hoher Geschwindigkeit.
Die Frau und ihr Ehemann wurden bei dem Unfall schwer verletzt, beide kamen in ein Krankenhaus. Nach Aussage der Polizei wurden die beiden in ihrem Skoda nicht eingeklemmt und konnten mithilfe der Rettungskräfte selbst aus dem Wagen aussteigen.
Warum die Fahrerin plötzlich die Kontrolle verlor, ist laut Polizei auch am gestrigen Montag noch unklar. „Die Autoinsassen befinden sich noch in medizinischer Betreuung und konnten bisher dazu nicht vernommen werden. Wir können daher konkret noch nichts dazu sagen“, erklärt Thomas Opetnik, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg.
Die Garage wurde durch den Zusammenstoß so stark beschädigt, dass Einsturzgefahr besteht. Auch ein vor dem Gebäude abgestelltes Auto sowie mehrere Gegenstände wurden beschädigt. Damit beläuft sich der Schaden laut Polizei auf mehrere Zehntausend Euro. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern weiter an. Raphaela Lohmann