Der Rückgang der Zuschüsse bereitet Andrea Schendel Sorgen

von Redaktion

Die 51-jährige gebürtige Münchnerin ist seit Juli die Leiterin des Kreisbildungswerkes

Mühldorf – Wie Hundedame Gusti die neue Wirkungsstätte ihres Frauchens findet, kann an dieser Stelle nicht genau beschrieben werden. Aber Andrea Schendel, die seit Juli die Geschäfte im Kreisbildungswerk Mühldorf (KBW) führt, gibt hingegen gerne Auskunft. „Mir gefällt es hier, die Wellenlänge zwischen dem Vorstand, den Mitarbeitern und mir stimmt“, so die 51-Jährige, die mit ihrer Hündin Gusti die Büroräume am Kirchenplatz bezogen hat.

Die neue Geschäftsführerin ist beruflich im Bildungsbereich zu Hause. Sie erwägt daher, nach einer gewissen Vorlaufzeit auf diesem Gebiet entsprechende Akzente zu setzen. Die Chefin kann sich für das Kreisbildungswerk durchaus eine Geschäftsfelderweiterung vorstellen.

Andrea Schendel darf sich ein echtes Münchner Kindl nennen, das allerdings in Niederbayern aufgewachsen und dort auch zur Schule gegangen ist. Für ihr Theologiestudium zog die junge Andrea zurück in ihre Geburtsstadt München.

Mit einem Augenzwinkern bezeichnet sie sich selbst als „bayerische Missionarin“, weil sie nach ihrem Studium für sechs Jahre nach Essen ging und dort als diözesane Jugendbildungsreferentin und später bei beruflichen Bildungsträgern in der Studienorganisation und als Beraterin arbeitete. Zurück in der bayerischen Landeshauptstadt sammelte Andrea Schendel als Niederlassungsleiterin und Referentin der Geschäftsführung weitere wertvolle Erfahrungen im Bildungsbereich.

Fast zehn Jahre leitete die 51-Jährige ein Studienheim der Don Bosco Schwestern in München. „Ich war super glücklich bei den Studentinnen“, meint Schendel lachend und ergänzt: „Trotzdem suchte ich nach einer neuen Herausforderung, denn ich dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?“.

Eine Freundin entdeckte zufällig die Stellenausschreibung des Mühldorfer Kreisbildungswerks. Der Stein kam ins Rollen. Mit ganzer Kraft und vollem Einsatz widmet sich die Geschäftsführerin nun ihrer neuen Aufgabe. „Ich bin von einem wunderbaren Team umgeben“, freut sie sich.

Beim Thema Finanzen wird Schendel jedoch ernst und sagt: „Die Zuschüsse aus der Diözese und auch aus den Gemeinden werden weniger, ebenso schrumpft die Teilnehmerzahl bei unseren Standardkursen.“ Sogar der eigentlich allseits beliebte Zangberger Advent im Ahnensaal des Klosters sei nicht mehr so gefragt wie in früheren Jahren.

Andrea Schendel bringt wieder ihre Idee, die Angebote im KBW-Magazin breiter aufzustellen, ins Spiel. Sie spricht von Initiativen, die eine Weiterqualifizierung zum Inhalt haben, und zwar in Form von Bildungsgutscheinen. Arbeitssuchende, aber auch Beschäftigte werden für ihre Weiterbildung oder Umschulung durch Bildungsgutscheine finanziell von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. In diesem Metier möchte Schendel unterwegs sein.

Außerdem will sie Bedarfe ermitteln, um zielgruppen-spezifische Angebote ausarbeiten zu können. Hundedame Gusti sorgt dafür, dass ihr Frauchen trotz der Arbeitsfülle immer wieder den Kopf frei kriegt. „Mit ihr bin ich morgens und abends an der frischen Luft, was eine Wohltat ist“, gesteht Schendel. Was dem Mensch-Tier-Gespann in Mühldorf besonders gefällt: Das ist der historische Stadtplatz mit den Arkaden. „Unter den Arkaden ist es im Sommer kühler und bei Regen wird man nicht nass“, weiß die neue Geschäftsführerin, und Gusti bellt zustimmend. Ursula Huckemeyer

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