In 100 Jahren hat Alois Radlbrunner viel erlebt

von Redaktion

Der „Loahner Alois“ ist ein „echtes Guttenburger Urgestein“ und verbrachte fast sein ganzes Leben auf dem elterlichen Hof

Kraiburg – Ein ganzes Jahrhundert hat Alois Radlbrunner nun geschafft und in der langen Zeit viel erlebt. Mit 100 Jahren zählt der Jubilar zu den ältesten Bürgern in der Marktgemeinde Kraiburg.

Schon bei seinem 95. Geburtstag war er der älteste Bürger von Ensdorf und der letzte Kriegsveteran der KSK Guttenburg. Fast sein ganzes langes Leben verbrachte der „Loahna Alois“ – wie er allseits bekannt ist – auf seinem elterlichen Hof. Denn erst seit ein paar Wochen lebt er wohlumsorgt im Kraiburger Seniorenzentrum St. Nikolaus.

Alois Radlbrunner kam am 31. Oktober 1925 auf dem „Loahna Hof“ in Lohen auf die Welt und ist mit einer Schwester und zwei Brüdern aufgewachsen. Nach seiner Guttenburger Schulzeit war er eine große Stütze auf dem Hof, da seine Brüder an die Front mussten und in Russland gefallen sind. Als Siebenjähriger musste er miterleben, dass der Hof samt Wohnhaus abbrannte. Mit 17 Jahren wurde er selbst zum Arbeitsdienst ins Lager Lechfeld gerufen, kam 1944 zu den Gebirgspionieren nach Mittenwald, ehe er an der Front in Rumänien schwer verletzt und in einem Viehwaggon nach Ungarn gebracht wurde. Später war er im Lazarett in Wien, und 1945 wurde er in Italien zum Brückenbau über die Etsch eingesetzt und geriet in Rimini in Gefangenschaft. Aus dem Gefangenenlager in Neapel wurde er im Dezember 1946 entlassen und durfte kurz vor Weihnachten ins heimatliche Lohen zurückkehren.

Mit seiner Frau Margarethe, geborene Schuhbeck aus Ecking, schloss Alois 1958 den Ehebund. Dieser wurde mit der Geburt von drei Töchtern und einem Sohn gesegnet, die eine glückliche Kindheit in Lohen hatten. Nach der Hofübernahme wurden in mühsamer Arbeit die Wirtschaftsgebäude umgebaut und das Wohnhaus neu erbaut. Im Jahr 1993 wurde der Hof an den Sohn Alois übergeben, wobei die Senioren noch mitwerkelten, aber zusammen auch größere Reisen ins Ausland unternahmen. Der Jubilar besuchte gerne die Rentnerstammtische in Frauendorf und war als Haussammler für die Kriegsgräber unterwegs.

Der Tod seiner Gattin im Jahr 2013 war ein schwerer Schicksalsschlag für ihn. So lange es gesundheitlich ging, half er auf dem Hof mit. Große Freude hat das „echte Guttenburger Urgestein“ an seinen zwölf Enkeln und sieben Urenkeln. Mit seiner großen Familie feierte der Jubilar nun im Wintergarten des Seniorenzentrums seinen 100. Geburtstag. Dazu gratulierte auch Bürgermeisterin Petra Jackl mit einem Präsent sowie die Heim- und Wohnbereichsleitung und das Betreuungspersonal. bac

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