Seit Freitag wird an der neuen Eisenbahnbrücke in Waldkraiburg rund um die Uhr gearbeitet. Bis heute soll alles so weit fertig sein, dass ab 10 Uhr die Streckensperre der Bahnlinie Mühldorf-Rosenheim aufgehoben werden kann. Seit Freitag mussten Bahnfahrer einen Schienenersatzverkehr nutzen, denn nach 22 Uhr übernahmen Baumaschinen das Kommando am ehemaligen Bahnübergang in Waldkraiburg. Ehemalig deshalb, weil mit dem Umbau der Pürtener Kreuzung künftig keine Fahrzeuge mehr an der Schranke warten müssen. Mit Beginn der Streckensperrung wurden zunächst die Gleise zurückgebaut, bevor der Erdwall des Bahndamms abgetragen wurde. Wie nach einer genau abgestimmten Choreografie bewegten sich die schweren Baumaschinen auf der Baustelle und trugen insgesamt 12000 Kubikmeter Erdreich ab. Auf dem exakt nivellierten Untergrund entstand die sogenannte Verschubbahn, über die die 3500 Tonnen schwere Eisenbahnbrücke an ihren endgültigen Platz geschoben wurde. Ein Spektakel, das sich viele Schaulustige nicht entgehen ließen. Nach dem erfolgreichen Einschub der Brücke wiederholte sich das Spiel in umgekehrter Reihenfolge: 5500 Kubikmeter Erde wurden aufgefüllt und verdichtet. Rund 14 Stunden sollten diese Arbeiten dauern. Nachdem die Widerlager der Brücke verfüllt und der Bahndamm wieder aufgeschüttet war, konnte am Dienstagmittag mit dem Gleisaufbau begonnen werden. Im südlichen Teil der Baustelle sind die Arbeiten soweit abgeschlossen. Auch der neue Kreisverkehr an der Teplitzer Straße ist noch im Bau: Die erste Asphaltschicht ist eingebaut. Wenn alles nach Plan läuft, soll die komplette Maßnahme bis zum 30. April 2026 abgeschlossen sein. In den Knotenpunkt investiert das Staatliche Bauamt Rosenheim insgesamt rund 17,5 Millionen Euro.Fotos / Text Lohmann